20 große alte Eichen müssen weichen

Forstamt lässt im Herrenhölzle bei Sachsenweiler Bäume fällen – Rücksicht auf Streuobstwiesen und Spazierweg

Aufwendige Holzarbeiten: Die umgesägten Stämme dürfen nicht in die Streuobstwiesen fallen, sondern müssen in den Wald hineingezogen und dort weiterbehandelt werden. Foto: E. Layher

Von Armin Fechter

BACKNANG. Das Forstamt hat im Herrenhölzle bei Sachsenweiler rund 20 große alte Eichen fällen lassen. Die Bäume, die mit weit ausladenden Ästen am Trauf gestanden waren, stellten nach Auskunft von Forstamtschef Martin Röhrs eine Beeinträchtigung dar. Gestern gingen die Arbeiten dem Ende entgegen. Röhrs nennt zwei Gründe, warum die Bäume weichen mussten: Zum einen hingen Äste bis zu 15 Meter weit über die angrenzende Streuobstwiese, und zum anderen beeinträchtigten sie den direkt dort vorbeiführenden, viel begangenen Spazierweg.

Schon vor zwei Jahren habe sich der Anrainer beim Forstamt beklagt und gewünscht, dass die zu weit herausragenden Äste beseitigt werden, erläutert Röhrs. Dem Anliegen konnte die Behörde zunächst aber nicht nachkommen, weil die Bodenverhältnisse dies nicht zuließen. In den relativ milden Wintern waren die Böden nass und aufgeweicht, Arbeiten am Waldrand mit schweren Geräten und Fahrzeugen hätten daher unweigerlich auch dazu geführt, dass der Spazierweg stark verschmutzt worden wäre. Erst jetzt, dank der lange frostigen Temperaturen und der trockenen Witterung, sei es möglich, die Arbeiten durchzuführen.

Hinsichtlich des Spazierwegs verweist der Forstamtsleiter auf Gefahren durch herabfallende Äste. Denn bei alten Eichen bilde sich in den Kronen Totholz, das abbrechen und im schlimmsten Fall Fußgänger treffen kann. Dem will die Forstverwaltung vorbeugen.

Die Fällarbeiten selbst hatten es in sich. Weil die umgesägten Bäume, wie Röhrs erklärt, keinesfalls in die Streuobstwiesen fallen sollten, mussten sie von den Arbeitern mithilfe einer Seilwinde in den Wald hineingezogen werden – und dazu mussten zuerst auch einige Sträucher und Bäume im Umfeld aus dem Weg geräumt werden. Die Stämme sollen auf jeden Fall verwertet werden. Röhrs schätzt aber, dass kein Gewinn zu erzielen sein wird, weil Bäume am Trauf im Allgemeinen besonders viele Äste haben und Beschädigungen aufweisen. Der Erlös werde also relativ gering ausfallen.

Beim betroffenen Teil des Herrenhölzles handelt es sich laut Röhrs nicht, wie kritische Beobachter vermuteten, um ein Naturdenkmal. Die Lage im Landschaftsschutzgebiet habe keine Auswirkung auf den forstwirtschaftlichen Betrieb.