Knifflige Aufgabe für Zapel und die SG

Aspachs Drittligakicker reisen mit großen Personalsorgen nach Münster – Mit Teamgeist gegen hochkarätig besetzten Viertletzten

Ob Oliver Zapel gerne Puzzle spielt, ist nicht bekannt. Dass der Trainer der Fußballer aus dem Fautenhau aber eine geschickte Hand benötigt, um morgen aus vielen Einzelteilen eine schlagkräftige Einheit zu formen, ist sicher. Gleich sechs Kicker fehlen der SG Sonnenhof Großaspach im Drittligaduell bei Preußen Münster (14 Uhr, Preußenstadion).

Fordert in der angespannten personellen Situation von seiner Elf Einsatz, Moral und viel Teamgeist: Aspachs Trainer Oliver Zapel.Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

„Wir machen überhaupt kein Geheimnis daraus, dass uns die Ausfälle schmerzen“, sagt Zapel zur Personalsituation. Vor allem auf zwei Positionen klemmt es, nachdem Mittelfeldorganisator Daniel Hägele (Muskelfaserriss) sowie Linksverteidiger Jeremias Lorch (gesperrt) ausfallen. Dass der gerade erst nach einer Schulteroperation wieder fitte Routinier Timo Röttger nun mit einem Einriss an der Patellasehne ausfällt, verbessert die Lage ebensowenig wie die Warterei auf die Genesung der Langzeitverletzten Nico Gutjahr, Arnold Lechler (beide im Aufbautraining) und Felice Vecchione (Schulter-OP). Nur gut, dass Routinier Marlon Krause sein Problem mit dem Knie einigermaßen überwunden hat. Doch Zapel kann es drehen und wenden wie er will, im zentralen Mittelfeld und hinten links wird es gegen den Traditionsverein aus Westfalen arg, arg dünn.

Der SG-Coach weiß, dass er in Sachen Aufstellung eine knifflige Aufgabe lösen muss. Vorzeitig wirft er die Flinte dennoch nicht ins Korn: „Wir reisen voller Elan und Motivation nach Münster. Wir spielen dort gegen eine Mannschaft, die gespickt ist mit sehr guten Einzelspielern und der wir als echtes Team begegnen werden.“ Kapitän Kai Gehring stimmt seinem Coach zu und erinnert ans 1:1 vor einer Woche zu Hause gegen Rostock: „Die zweite Halbzeit war wie für mich geschaffen und hat gezeigt, was die SG ausmacht. Großer Einsatz, kämpfen bis zum Ende, aber auch eine strukturierte Spielweise und das personell dezimiert und angeschlagen – an diese Leistung müssen wir morgen anknüpfen.“

Einsatz und Spielkultur werden aber wohl auch bei Münster stimmen. Die als Titelaspiranten gehandelten Westfalen benötigen als Viertletzter dringend Punkte gegen den Abstieg. Eine dicke Überraschung, hatte das Bundesligagründungsmitglied doch vor der Saison groß aufgerüstet und unter anderem aus Aspach Mittelfeldspieler Michele Rizzi und Angreifer Tobias Rühle geholt. Doch die Preußen hinken den eigenen Erwartungen weit hinterher. Trainer Horst Steffen wurde deshalb in der Vorrunde vom erfahrenen Benno Möhlmann abgelöst. Dem gelang es, mit seiner Elf wenigstens die Abstiegsplätze zu verlassen. So richtig durchgestartet ist Münster bisher aber nicht. Und wenn es nach Zapel und seiner Elf geht, dann wird sich daran so schnell nichts ändern. Aspacher Probleme beim Personalpuzzle hin oder her.