Strittiger Pfiff stellt Duell auf den Kopf

Aspachs lange Zeit überlegene Drittliga-Fußballer geraten bei Fortuna Köln durch einen Elfmeter in Rückstand und verlieren 0:2

Bessere Leistung, dasselbe Ergebnis: Großaspachs Drittliga-Fußballer steigerten sich in Köln im Vergleich zur Partie in Aalen deutlich, zogen aber auch bei der Fortuna mit 0:2 den Kürzeren. Aus ihrem Chancenplus beim Stande von 0:0 machte die SG Sonnenhof nichts. Dann gerieten die Gäste durch einen äußerst umstrittenen Elfmeter ins Hintertreffen und erholten sich davon nicht mehr.

Hatten nach dem Elfmeterpfiff von Johann Pfeifer in der 65. Minute großen Diskussionsbedarf mit dem Unparteiischen, weil sie die Entscheidung für falsch hielten: Die Großaspacher Fußballer Julian Leist, Marlon Krause, Pascal Sohm und Daniel Hägele (von links).Foto: Imago

Von Steffen Grün

Die viel diskutierte Situation in der 65. Minute war unübersichtlich. Der Kölner Lars Bender hatte einen Freistoß in den Strafraum befördert, dort herrschte ein wildes Getümmel. Schließlich lagen Ebewa-Yam Mimbala – Fortunas Innenverteidiger mit SG-Vergangenheit – und Lucas Röser am Boden. Referee Johann Pfeifer wurde seinem Namen gerecht, blies in sein Arbeitsgerät, deutete auf den Punkt. Hatte er ein Foul von Aspachs Torjäger wahrgenommen? Nein, meint Röser, der Schiedsrichter habe etwas anderes geahndet. Die TV-Bilder lösen das Rätsel auch nicht auf, vielleicht war es ein Zupfer von Marlon Krause gegen Hamdi Dahmani. „Wenn ich meinen Spielern glauben darf, war es kein Elfmeter“, sagte SG-Trainer Oliver Zapel in der Pressekonferenz: „Es war ein Pfiff, der die ganze Partie auf den Kopf gestellt hat.“ Markus Pazurek verwandelte den Strafstoß mit einem knallharten Schuss in die Mitte, das 0:1 brachte die Gäste völlig aus dem Konzept. Nur neun Minuten später erhöhte Dahmani auf 2:0, der Kölner Stürmer bewahrte alleine vor SG-Keeper Kevin Broll die Ruhe. Aspachs Kicker reklamierten ein Foul, das Pazureks Zuspiel vorangegangen sei, doch auch diese Sichtweise teilte der Unparteiische nicht.

Die Messe in der Domstadt war damit gelesen, die Hausherren freuten sich nach sieben Spielen ohne Sieg mal wieder über einen Dreier. Doch daraus wäre nichts geworden, wenn die SG vor allem in der ersten Halbzeit kaltschnäuziger agiert hätte. Erst 30 Sekunden waren gespielt, als Röser nach einer Hereingabe von Sebastian Schiek viel Platz hatte, die Kugel aber unsauber verarbeitete und ausgebremst wurde. Denkbar, dass ihn ein Querschläger vor ihm überrascht hatte. Torchancen wie diese, die ohne spektakulären Abschluss blieben, aber trotzdem zu den Hundertprozentigen gezählt werden können, hatten die Schwaben mehrere. Daniel Hägele rauschte nach einer scharfen Flanke von Pascal Sohm nur um Haaresbreite am Ball vorbei (14.). Schiek wurde nach einem Eckball im letzten Moment geblockt (25.). Dem völlig freien Krause rutschte das Leder nach einer Sohm-Ecke über die Stirn (26.). Eine Schiek-Flanke verpasste Röser (30.). Köln hatte lediglich eine Möglichkeit aus dieser Kategorie: Johannes Rahn wurde von Julian Leist im letzten Moment am Einschuss gehindert (37.). Die einzige Torwart-Parade zeigte Fortunas André Poggenborg nach einem Hägele-Knaller aus 18 Metern (15.).

Ein Augenschmaus war die Begegnung auch nach der Pause nicht, das konnte sie bei nahezu pausenlosen Regenfällen vielleicht auch nicht sein. Kampf war auf dem glitschigen Rasen im Südstadion Trumpf. Die SG leistete sich nun allerdings einige Abspielfehler und wurde nur noch einmal gefährlich. Shqiprim Binakaj, wie Krause im Vergleich zum Aalen-Spiel in die Startformation gespült, zielte aus dem Hinterhalt knapp vorbei. Da war eine Stunde absolviert, in der 65. Minute kam es zu der Schlüsselszene. Aspach geriet auf die Verliererstraße, fand keine Ausfahrt mehr und rutschte durch das 0:2 auf den elften Platz.