Das Meisterstück der Volleyballerinnen

TSG Backnang gewinnt das abschließende Oberliga-Heimspiel gegen Gmünd II mit 3:0 und feiert den Aufstieg in die Regionalliga

Es war kein Selbstläufer, aber so richtig knapp ging es nur im dritten Durchgang zu. Hier wehrten Backnangs Oberliga-Volleyballerinnen im letzten Saisonspiel zu Hause gegen den DJK Schwäbisch Gmünd II drei Satzbälle ab und verwandelten anschließend den Matchball zum 26:24. Mit dem 3:0-Sieg machte die TSG den Meistertitel und den Aufstieg in die Regionalliga perfekt. Es ist der größte Erfolg in der Geschichte der Abteilung.

Der erlösende Moment unmittelbar nach dem verwandelten Matchball: Die Volleyballerinnen der TSG Backnang schreien ihre Freude über die Meisterschaft und den Aufstieg heraus.Foto: B. Strohmaier

Von Steffen Grün

Der Druck, der vor dem letzten Spiel auf Backnangs Volleyballerinnen lastete, war nicht zu unterschätzen. Ein 3:2-Sieg wäre wohl zu wenig, um den Zweiten aus Ludwigsburg auf Distanz zu halten, das war dem Team um das Trainerduo Hans-PeterRichter und Birgit Sterzel bewusst. Maximal ein Satz durfte abgegeben werden, um sich den vor der Saison nicht einmal von kühnsten Optimisten erwarteten Meistertitel doch noch entreißen zu lassen.

Von Vorteil für das Nervenkostüm aller Beteiligten war es, dass die TSG keine lange Anlaufzeit benötigte. Beim Stande von 2:1 begann die Aufschlagserie von Andrea Lachenmaier, die sieben Punkte nacheinander einleitete. Mit dem 9:2 war die Basis für den Satzgewinn gelegt. Das Polster erwies sich als ausreichend, zumal Johanna Klose noch eine ähnlich starke Aufschlagserie beisteuerte. Am Ende stand es 25:19.

Etwa 150 Zuschauer sorgten in der Katharinenplaisirhalle für die Unterstützung, die es in entscheidenden Partien braucht – sogar ein Mann mit Saxofon war dabei. Auch im zweiten Satz brannte nichts an, die Backnangerinnen warfen ihre bekannten Stärken in die Waagschale. Zu den guten Aufschlägen kam die Blockarbeit von Johanna Klose, Lisa Sipple oder Vanessa Maglica, auch Außenangreiferin Franziska Schlipf gefiel ein ums andere Mal. Libera Andrea Baier rettete den einen oder anderen bereits verloren geglaubten Ball, der zweite Satz ging mit 25:17 an die TSG.

Im dritten Durchgang lagen die Murrtalerinnen mit 21:24 hinten, ein vierter Satz drohte. Das wäre zwar kein Beinbruch gewesen, doch Lust auf eine Zitterpartie hatte niemand. Die Mannschaft bildete einen Kreis, schwor sich auf die nächsten Ballwechsel ein und schritt zur Tat. Mit starken Aufschlägen leitete Milana Schroeder vier Punkte in Folge ein, die zum Matchball führten. Es entwickelte sich noch einmal ein längeres Hin und Her, dann segelte ein Gmünder Ball wie in Zeitlupe über die hintere Auslinie. Der Rest war Jubel, bald spritzte auch der Sekt und die Spielerinnen und der Trainerstab streiften sich die obligatorischen Meister-T-Shirts über.

„Das ist der absolute Hammer“, schrie Franziska Schlipf ihre Freude heraus: „Es war mein größter Traum, in die Regionalliga aufzusteigen. Ich freue mich sehr und hoffe, dass wir die Klasse auch halten können.“ Die Planungen für die vierthöchste Spielklasse werden ab heute intensiviert, am gestrigen Abend wurde vor allem gefeiert. „Ich bin schon ewig dabei, aber das ist der größte Erfolg als Trainer in Backnang“, jubelte Hans-Peter Richter und gab zu: „Da wird man durchaus auch mit 65 Jahren noch etwas sentimental.“ Und dermaßen zur Feierei aufgelegt, dass Richter für seine Freunde von der Pensionärs-Wandergruppe noch eine Botschaft hatte: Sie müssen heute ohne ihn auskommen.

Im Geiste war auch Leonie Maaß bei ihren Mannschaftskolleginnen. Sie hatte in dieser Saison ebenfalls zum Erfolg beigetragen, lebt derzeit aber für einige Monate in Neuseeland. Vor dem Spiel meldete sie sich bei ihrer Mannschaft in Backnang und versprach, die Daumen zu drücken. Nach dem letzten Ballwechsel rannte sofort eine Spielerin zum Smartphone und berichtete umgehend vom Aufstieg. Somit weiß auch Maaß, dass es kein Selbstläufer war, aber letztlich souverän gereicht hat.

TSG Backnang: Baier, Hacket, Klose, Lachenmaier, Maglica, Schad, Schlipf, Schroeder, Sipple.