Erneut viele Fragezeichen bei der TSG

Backnangs starke Frauen fahren personell geschwächt zum Bundesliga-Spitzenreiter Wiesbaden

Von Katharina Klein

Backnangs Bundesligafrauen stellen sich morgen am dritten Kampftag ab 17 Uhr auswärts dem JC Wiesbaden. Nach zwei unentschiedenen Kampfbegegnungen erwartet TSG-Judo-Trainer Jens Holderle aber auch diesmal wieder keinen Sieg für den Vorjahresdritten: „Ich denke, Wiesbaden wird die Nase vorne haben“.

Mit einem 7:7 gegen den KSV Esslingen starteten die Kämpferinnen von der Murr diese Saison in die Erste Liga. Vor zwei Wochen folgte dasselbe Ergebnis gegen Golden-League-Gewinner JSV Speyer. Nun geht es für das Team von Jens Holderle nach Hessen. Zwar zittern dem Coach vor dem Duell nicht die Knie, aber mit einem Sieg rechnet er nicht: „Wiesbaden hat an den vergangenen zwei Kampftagen deutlich gewonnen. Einmal gar gegen den deutschen Meister Großhadern. Unser morgiger Gegner steht dadurch an der Tabellenspitze. Es spricht also alles für ihn.“ Zumal Holderle auf viele Topkämpferinnen aus seinem Team verzichten muss.

TSG-Aushängeschild Katharina Menz wird auch diesmal in der Klasse bis 48 Kilogramm nicht auf die Matte gehen. Sie startet wie Martyna Trajdos, Anna-Maria Wagner, Sanne van Dijke, Linda Bolder und Annamari Velenšek beim Judo-Grand-Slam im russischen Jekaterinburg. „Die ganze Mannschaft freut sich, dass sie die Chance bekommen, ihre Nationen zu vertreten und wünscht ihnen viel Erfolg. Uns als Verein ist natürlich klar, dass sie dort kämpfen und ein Turnier solcher Klasse Vorrang hat“, nimmt Holderle die Ausfälle sportlich.

Stattdessen kann er im Fliegengewicht auf Sandrine Metier und Mara Tabea Kraft setzen. Die Klasse bis 57 Kilogramm wird mit Ines Beischmidt, Romy Tarangul und Katja Stiebeling ebenfalls gut besetzt sein. Dann aber kommen eine Reihe Fragezeichen. Bis 63 Kilogramm klafft bisher eine Lücke, da nicht nur internationale Einsätze keine Rücksicht auf Bundesligatermine nehmen. So ist Pauline Wulff mit dem Abitur beschäftigt und Jennifer Schwille weilt im Rahmen ihrer Ausbildung in Berlin. Alina Böhm und Punktegarantin Antoinette Hennink sind voraussichtlich für die Klasse bis 70 Kilogramm zuständig. Im Schwergewicht über 78 Kilogramm wird es dagegen wieder eng. Kristin Büssow ist erst aus einem Trainingslager in Korea zurückgekehrt. „Wir hoffen, dass sie kommt. Aber es ist fraglich, wie fit man nach so einem Trainingslager ist und wie man sich allgemein fühlt“, weiß der Trainer. Eventuell kann er mit Iljana Marzok (bis 78) rechnen. Für sie wäre es der erste Kampf nach einer Verletzungspause.

Trotz all dieser Unbekannten sieht Holderle aber auch eine Restchance auf einen Erfolg für seine Frauen: „Ich denke, es wird sehr spannend und nervenaufreibend. Wiesbaden ist ausgeglichen aufgestellt. Vielleicht haben wir ja ein Quäntchen mehr Glück auf unserer Seite.“ Ein Sieg würde dem unentschiedengeplagten Team nicht schaden. Denn gäbe es wieder nur einen Punkt oder gar eine Niederlage, wäre das Saisonziel Play-offs schon etwas weit entfernt. Die TSG residiert punktgleich mit Großhadern auf Platz vier der Gruppe Süd. Nach Wiesbaden kommen nur noch zwei Kampftage – einer gegen Schlusslicht BC Karlsruhe, der andere gegen den deutschen Meister TSV Großhadern. „Ein Sieg wäre im Hinblick auf die Tabellensituation wichtig“, gibt Holderle offen zu.