Petition für Backnanger Skatepark

Rollbrettfreunde Backnang machen sich für einen Ort zum Skaten für Jung und Alt stark – Gespräche mit der Stadt laufen bereits

Das Kollektiv Rollbrettfreunde Backnang hat seine Stimme erhoben: Backnang braucht einen neuen Skatepark. Eine Online-Petition soll nun zeigen, dass Bedarf besteht. Jugendvertreter Luca Weik hat sich der Sache angenommen, Gespräche mit der Stadt laufen.

Einen extra angelegten Platz für Skater gibt es Backnang nicht – noch nicht. Die Freunde des Sports nutzen zurzeit selbst gebaute Rampen. Foto: privat

Von Sarah Schwellinger

BACKNANG. Skaten in Backnang? Momentan ein großes Problem, scheinen sich die Skater in Backnang sicher zu sein. „In Backnang gibt es keinen Ort, wo man skaten kann. Ich bin dafür schon immer nach Stuttgart oder sonst wo hin“, sagt Michael Layer, Rollbrettfahrer aus Backnang. Auch Theodoros Giailidis aus Murrhardt betont: „Skaten war schon mit dem alten Park immer ne ziemliche Zumutung, darum sind wir eigentlich schon früher fast täglich nach Stuttgart oder mindestens Waiblingen gefahren.“

Das Kollektiv Rollbrettfreunde Backnang sieht dieses Problem ebenfalls: „Wir sehen einen dringenden Bedarf darin, dass wir hier wieder einen Skatepark bekommen, nachdem die bisherige Anlage leider den Bauarbeiten an der Murr entlang zum Opfer gefallen ist“, sagt Jochen Stapf. Er ist Mitglied der Rollbrettfreunde und Initiator einer Online-Petition, die für die Sache im Internet Unterstützter sammelt. 255 Befürworter, davon allein 111 aus Backnang (Stand 16. Mai), haben bereits ihre Stimme für einen Skatepark in Backnang gegeben.

„Wir haben bereits Kontakt zur Stadt und den Jugendvertretern beim Stadtjugendring aufgenommen, wo unser Anliegen auch auf Interesse und Verständnis gestoßen ist“, so Stapf. Jugendvertreter Luca Weik fungiert als Sprachrohr der Jugend und hat sich des Themas Skatepark gerne angenommen. „Die Petition wird dazu dienen, einen Überblick zu geben, wie hoch der Bedarf ist.“

Zunächst gilt es,

den Bedarf einzuschätzen

Den Bedarf einzuschätzen – das ist nun Aufgabe des Jugendvertreters: Wo sind die Skater, und wer sind diejenigen, die sich den Skatepark wünschen und später auch benutzen? Hannes Östreich, Pressesprecher der Stadt Backnang, erklärt, dass Regine Wüllenweber vom Amt für Familie, Jugend und Bildung bereits mit dem Jugendvertreter in Kontakt steht. Die Jugend scheint also mit der Stadt gut vernetzt, der Austausch ist da. „Im ersten Gespräch mit Vertretern der Stadt Backnang wurde über die ersten Schritte geredet. Die Planung und das Vorgehen stehen noch komplett am Anfang“, erklärt Weik. Auch Östreich bestätigt, dass es noch keine genauen Ideen, Pläne oder gar einen Ort für einen Skatepark gebe: „Das wäre übereilt und ist zu weit vorausgegriffen.“

Außerdem hängt alles Weitere auch davon ab, wer genau die Zielgruppe des Skateparks ist, welches Alter die Nutzer haben und um wie viele es sich am Ende handelt. „Davon wird sich Luca Weik nun ein genaues Bild machen und dabei wird er auch die Online-Petition berücksichtigen.“ Für das Kollektiv Rollbrettfreunde Backnang ist es wichtig, möglichst viele Unterstützer für die Petition zu finden. „So bekommt die Stadt eine etwaige Vorstellung darüber, wie hoch das Interesse bei den Bürgern ist“, sagt Stapf. Doch der Petitionssteller weiß auch: „Leider ist es nur schwer zu sagen, wie viele Skater es in Backnang und im näheren Umland gibt, da diese oftmals nur in kleinen Gruppen verschiedener Altersgruppen unterwegs sind.“ Daher ist er für die Zusammenarbeit und Unterstützung des Jugendvertreters dankbar.

Stapf hat sein genaues Ziel in der Ausschreibung der Petition definiert: „Der Grund dieser Petition ist, dass die momentane Situation für uns hier in Backnang nicht tragbar ist, da es momentan keinen Platz in der Stadt gibt, auf dem ungestört geskatet werden kann. Ein moderner, gut konzipierter Skatepark ist nicht nur nachhaltig, sondern bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf lange Sicht Möglichkeiten, ihre Freizeit sinnvoll und kreativ zu gestalten.“ Momentan nutzen die Backnanger Rollbrettfreunde selbst gebaute Rampen, die sie hin und wieder am Parkplatz vor dem Juze aufbauen. Die lagern sie teilweise im Jugendzentrum in der Mühlstraße, teilweise bei sich zu Hause.

Das Projekt vom Backnanger Skatepark steckt bislang noch in den Kinderschuhen. „Direkte Gespräche sind für die kommende Zeit angesetzt. Im Juni soll es ein Gespräch mit Oberbürgermeister Frank Nopper geben, bei dem auch Luca Weik dabei sein wird und die Dinge aus der Sicht der Jugend schildern wird.“ Hier soll dann das Thema genauer besprochen, der Bedarf erläutert werden.