Vorhaben stockt wegen des Hochwasserschutzes

Weissacher Ärztehaus-Areal liegt teilweise im HQ-100-Bereich – Verzicht auf Parkplätze als Behelfslösung anvisiert – Bürgermeister gibt sich optimistisch

Kommt Rossmann, oder kommt Rossmann doch nicht? Ob sich die Drogeriemarktkette in Unterweissach auf dem Rombold-Areal mit einem neuen Standort niederlässt, das stand zuletzt auf der Kippe. Bürgermeister Ian Schölzel ist jedoch zuversichtlich, dass in den strittigen Fragen des Hochwasserschutzes eine Lösung gefunden wurde, die auch für alle Seiten akzeptabel ist.

Der Hochwasserschutz hat das geplante Ärztehaus eingeholt. Der Verzicht auf Parkplätze könnte eine Lösung sein. Entwurf: Stammler Architekten GbR

Von Armin Fechter

 

WEISSACH IM TAL. Das Problem: Das Bauvorhaben Ärztehaus liegt zum Teil im kritischen HQ-100-Bereich. Dieser ist als sogenannte Retentionsfläche für ein Hochwasser, das statistisch alle 100 Jahre auftreten kann, vorgesehen und muss – darauf besteht das Landratsamt – frei gehalten werden. Die betreffende Fläche darf nicht bebaut oder für andere Zwecke genutzt werden. Betroffen ist davon insbesondere ein Teil der an der Vorderfront ausgewiesenen Parkplätze. Laut Bürgermeister geht es dabei um rund 100 Quadratmeter.
Seitens der Gemeinde wurde deshalb der Lösungsvorschlag gemacht, auf einen Teil der Parkplätze zu verzichten. Rein rechnerisch stellt dies für den Investor, die Backnanger Murrtal Werte GmbH, kein Problem dar.
Das unterstreicht auch Geschäftsführer Jürgen Schwab: Für das „Haus der Gesundheit“ könnten unterm Strich genügend Parkplätze ausgewiesen werden, da auch hinter dem Gebäude entsprechende Flächen zur Verfügung stehen. Allerdings besteht großes Interesse daran, den künftigen Kunden an der Vorderfront, an der Seite zur Welzheimer Straße, Parkflächen anzubieten – nicht zuletzt zugunsten eines kurzen Weges zum Drogeriemarkt, aber auch zur Apotheke, die ebenfalls an dieser Gebäudeseite untergebracht werden soll.
Das liegt zugleich auch im Interesse der Gemeinde Weissach im Tal, die dort ursprünglich sogar öffentliche Stellflächen anlegen wollte. Diese Flächen hat sie dann aber eigens zugunsten des Ärztehauses umgewidmet – wobei die Plätze außerhalb der Geschäftszeiten dennoch für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen sollen. Das hatte seinerzeit der Gemeinderat ausdrücklich gewünscht.
Der Vorschlag der Gemeinde, auf einen Teil der Parkplätze zu verzichten, wird derzeit geprüft. Bürgermeister Schölzel hofft aber, dass die Baugenehmigung auf dieser Grundlage nun rasch erteilt werden kann. Parallel hat er sich aber auch schon auf die Suche nach weiteren Flächen gemacht, die als Ersatz für die entfallenen Parkplätze als Retentionsflächen ausgewiesen werden könnten. Dann könnte man, so hofft er, zu einer anderen dauerhaften Lösung finden.

Die Unterschrift soll nach der Sommerpause geleistet werden

 

„Wir sind guter Dinge“, unterstreicht derweil Murrtal-Werte-Geschäftsführer Schwab. Mit Rossmann befinde man sich in „guten Gesprächen“. Die Abstimmung befinde sich in der Endphase.
Zwar hat die Drogeriemarktkette bisher noch keinen Vertrag unterzeichnet. Aber Schwab geht davon aus, dass die Unterschrift „nach der Sommerpause“ geleistet werden kann. Mit dem Bau würde er gerne, wie er sagt, „eigentlich morgen“ beginnen. Von der Planung her sei alles unter Dach und Fach, versichert er. Nun gehe es noch darum, die bauausführenden Firmen zu bekommen. Die Arbeiten seien bereits ausgeschrieben.