Das ersehnte Duell mit der alten Liebe

Schiek und Reule freuen sich aufs Duell mit Aspach gegen den KSC

Ein besonderes Spiel? „Teils, teils“, antworten Sebastian Schiek und Maximilian Reule. Dabei treffen der Verteidiger und der Torwart der SG Sonnenhof Großaspach kommenden Dienstag auf den Verein, für den sie einst viele Jahre am Ball waren. Ab 19 Uhr erwartet der Dorfklub der Dritten Liga den Karlsruher SC. Fürs Flutlichtduell nächste Woche zwischen Schwaben und Badenern verlost unsere Zeitung 2-mal 5 Sitzplatzkarten.

Haben Unterhaching im Hinterkopf und den Vergleich mit ihrem Ex-Verein Karlsruher SC aber dennoch bereits im Blick: Die Aspacher Sebastian Schiek (links) und Maximilian Reule. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Noch gilt es für die Fußballer aus dem Fautenhau, am Samstag erst das schwere Auswärtsspiel bei Neuling Spvgg Unterhaching zu bestreiten. Allerdings fiebern bei der SG sehr viele schon dem Heimspiel gegen den KSC entgegen. Ganz vorne dran sind Sebastian Schiek und Maximilian Reule, die beide aus dem Nachwuchs des badischen Ex-Bundesligisten stammen, dort ihre ersten Erfahrungen im Männerbereich sammelten, ehe sie im Sommer 2014 das Gründungsmitglied der deutschen Bundesliga verließen.

„Dirk Orlishausen, Daniel Gordon, Martin Stoll. Dann wird’s aber schon eng“, zählt Schiek die Namen der Kicker des heutigen Karlsruher Kaders auf, mit denen er einst am Wildpark zusammen kickte. Bei Maximilian Reule sieht es nicht groß anders aus. Es hat sich viel getan, seit sich Schiek und Reule vor drei Jahren vom einstigen Uefa-Cup-Teilnehmer verabschiedet haben. Der 27-jährige Rechtsverteidiger ging auf direktem Weg zum damaligen Drittliganeuling aus Aspach. Reule kam über die Stationen Chemnitzer FC und SV Wehen Wiesbaden vor dieser Saison zur SG. Wobei der 23-jährige Torhüter gesteht: „Ich bin immer noch KSC-Fan.“ Alte Liebe rostet nicht. Selbst wenn es sich wie bei Reule gar nicht um einen echten Badener handelt. „Ich bin Schwabe“, sagt der 1,88 Meter große SG-Schlussmann und erklärt: „Ich komme aus Bad Wildbad, das ist diesseits der Grenze im Landkreis Calw.“ Sogar Kollege Schiek, mit dem Reule bereits in Karlsruhe einige Partien in derselben Elf bestritten hat, ist überrascht und fragt grinsend: „Echt?“

Danach wird es schnell wieder ernst. Auch weil es um die sportliche Situation des Vereins geht, in dem Schiek und Reule ab der C-Jugend kickten. „Vor dem Trainerwechsel von Marc-Patrick Meister zu Alois Schwartz war die Stimmung schlecht“, weiß der Torwart zu berichten und fügt an: „Schließlich ist der sofortige Wiederaufstieg das erklärte Ziel des KSC.“ Davon ist der Ex-Bundesligist mit sechs Zählern und Rang 17 nach sieben Spieltagen weit entfernt. Dennoch, so Reule, würde das Umfeld noch die Ruhe bewahren: „Die wissen, dass Karlsruhe beim Wiederaufstieg vor vier Jahren auch schlecht gestartet ist.“ Zudem bricht er eine Lanze für die nicht unumstrittene Anhängerschaft: „Der KSC kann froh sein, so treue Fans zu haben.“

Einer, der die Emotionen rund um den Wildpark von beiden Seiten miterlebt hat, ist Sebastian Schiek. Er zählte als Jungspund zum Aufstiegskader von Trainer Markus Kauczinski. „Ich kenne die derzeitige Situation gut“, erinnert sich der Abwehrspieler und erzählt: „Ich bin mit dem KSC aus der Zweiten Liga ab- und danach wieder aufgestiegen.“ 127 Pflichtspiele absolvierte der gebürtige Bruchsaler für die A-Jugend sowie die erste und zweite Mannschaft der Badener. 16 davon in Liga zwei, ehe ihn eine Knieverletzung aus der Bahn warf. Ende August 2014 verließ Schiek Karlsruhe. In Aspach hatte er zwar kurz Anlaufprobleme, ist seither aber Stammkraft und absolviert ausgerechnet gegen den KSC seinen 100. Drittligaeinsatz für den Dorfklub der Dritten Liga.

Schiek geht durchaus zuversichtlich in die Flutlichtpartie nächsten Dienstag. Zwar sagt er: „Von den Namen her hat mein Ex-Klub den besten Kader der Dritten Liga.“ Doch der Außenverteidiger hat auch gelernt: „In dieser Liga sind andere Tugenden gefragt. Hier zählt Teamgeist und Geschlossenheit.“ Am Ende sei die Mannschaft vorne, die die richtige Mischung aus Können, Kampf und Erfahrung finde. Etwas, das er den Badenern zutraut. Denn: „Sportdirektor Oliver Kreuzer hat auch beim Wiederaufstieg 2013 den Kader zusammengestellt.“ Dennoch sieht Schiek seinen jetzigen Verein aus der 8000-Seelen-Gemeinde fürs Duell mit dem Traditionsklub aus Badens 310000-Einwohner-Metropole gut gerüstet: „Spielerisch sind wir im Zentrum sogar überlegen. Und ich denke, dass wir als Mannschaft gefestigter sind.“ Eine Feststellung, die der Tabellenneunte nach vier Punktspielen ohne Sieg wieder einmal beweisen sollte. Erst in Unterhaching, danach daheim gegen den KSC.