Baulücke mit Platz für 20 Wohneinheiten

Ein neues Wohnquartier soll bei der katholischen Kirche in Unterweissach entstehen – Planer stellt im Gemeinderat Konzept vor

Etwa 20 Wohneinheiten könnten auf einem rund 40 Ar großen Areal am Sandberg in Unterweissach entstehen. Die innerörtliche Baulücke, die schon wiederholt Thema von Überlegungen und Diskussionen war, bietet nach einem jetzt vorgelegten Konzept Platz für mehrere Reihen- und Mehrfamilienhäuser.

Reihen- und Mehrfamilienhäuser sollen auf dem Areal zwischen Backnanger Straße, Mühlweg und Kindergarten/Kirche entstehen. Foto: F. Muhl

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Die Planungen für das Gelände zwischen dem Kindergarten, der Backnanger Straße und der bestehenden Bebauung am Mühlweg stehen noch ziemlich am Anfang. Das Konzept, das Diplomingenieur Wolfgang Leissle für einen Investor ausgearbeitet und jetzt im Gemeinderat vorgestellt hat, gilt erst als „städtebaulicher Vorentwurf“. Es lässt aber dennoch schon deutlich erkennen, in welche Richtung sich die Fläche einmal entwickeln soll. Sechs Reihenhäuser sind anvisiert, zwei Mehrfamilienhäuser sowie ein Einzel- oder Doppelhaus.

Eine Schwierigkeit stellt die Erschließung dar. Denn zur Backnanger Straße hin fällt das Gelände steil ab, zum Mühlweg hin stehen Häuser, und auf der anderen Seite befinden sich der Kindergarten und die Kirche. Leissle will deshalb von der Straße Sandberg aus eine lange Stichstraße anlegen, die an der Kirche und am Kindergarten vorbei zum projektierten Quartier führt und dort in einen Wendehammer mündet.

Weiter soll dann noch eine Verbindung in Richtung Sandäcker oder Backnanger Straße hergestellt werden. Damit hofft die Gemeinde, dass der zu erwartende zusätzliche Verkehr nicht allein über den Mühlweg und die Straße Sandberg fließt. Gleichwohl äußerte sich Bürgermeister Ian Schölzel reserviert, was die Verkehrsabwicklung angeht: „Wir müssen noch einmal darüber nachdenken“, sagte er und nannte als Stichwort mögliche Einbahnregelungen.

Wichtig aus Sicht der Gemeinde ist ferner, dass auch eine Verbindung hergestellt wird, die ohne Treppe vom Sandberg zur Backnanger Straße führt. Diese soll, so sieht es das Konzept vor, als Ersatz für die alte, in direkter Linie nach oben führende Treppe schräg an der steilen Böschung entlanggehen, sodass für Fußgänger und Radfahrer nur noch eine leichte Steigung zu überwinden ist.

Darüber hinaus will die Gemeinde eine Fläche von viereinhalb bis fünf Ar an der projektierten Stichstraße erwerben, um das Spielgelände für den Kindergarten entsprechend erweitern zu können. Zudem sollen an der Straße etwa 15 zusätzliche Parkplätze entstehen.

Planer möchte neben Satteldächern

auch Pultdächer möglich machen

Bei den im Konzept dargestellten Bauten handle es sich nicht um konkrete Gebäudeentwürfe, unterstrich Leissle. Es sei an unterschiedliche Bauformen mit Sattel- und Pultdächern gedacht. Die Häuser sollen zweigeschossig angelegt werden, wobei, wie Leissle einräumte, das Untergeschoss wegen der Geländeneigung teilweise sichtbar werde.

Das Konzept stelle eine „gute Anfangsidee“ dar, lobte Markus Keller (Weissacher Bürger), um gleich sein Aber hinterherzuschicken: Er forderte, die Dachform festzuschreiben – drum herum gebe es nur Satteldächer. Keller ließ dabei auch Leissles Einwand nicht gelten, am Kindergarten gebe es bereits ein für die Gegend prägendes Pultdach: Prägend für diesen Teil des Ortes sei vielmehr die Kirche mit ihrem Satteldach.

Weiter forderte Keller eine Seitenansicht des neuen Quartiers, und zwar von der Ortsmitte her betrachtet, „damit wir sehen, was entsteht“. Unterstützung leistete Wilhelm König (UBL), der „den Höhenverlauf sehen“ will. Ein weiterer Kritikpunkt war das Parken. Die Situation um die Kirche sei jetzt schon „hochdramatisch“, sagte Keller, der zugleich warnte: Bei etwa 20 neuen Wohneinheiten werde auch ein großer Stellplatzbedarf bestehen. Leissle verwies in diesem Zusammenhang auf die erst noch anstehende Bebauungsplanung, bei der die Stellplatzfrage geklärt werde.

Der Bürgermeister hielt am Ende zusammenfassend fest, dass es im Gemeinderat keine grundsätzlichen Vorbehalte gegen das Konzept gebe. Der Planer werde die angesprochenen Punkte aufarbeiten und dann erneut mit seinen Plänen in den Gemeinderat kommen. Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen.