Kandidat macht einen Rückzieher

Jörn Wenzelburger steht für das Amt des Bürgermeisters von Oppenweiler nicht mehr zur Wahl

Jörn Wenzelburger
Jörn Wenzelburger

Von Lorena Greppo

 

OPPENWEILER. In einer Pressemitteilung hat Jörn Wenzelburger gestern erklärt, dass er seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters von Oppenweiler zurückziehe – eine Nachricht, die ungläubige Reaktionen hervorrief. „Und das ist kein Fake?“, fragte Mitbewerber Bernhard Bühler. Er saß gerade im Café in Oppenweiler, als ihn der Anruf mit der Neuigkeit erreichte. Auch die Gründe, die der 30-Jährige für seinen Rückzieher angab, geben wenig Anhaltspunkte. Er habe sich in den vergangenen Tagen intensiv mit der Gemeinde Oppenweiler beschäftigt und dabei auch Hintergrundgespräche geführt. „Leider zeigt der tiefere Einblick eine andere Situation auf, als ich ursprünglich erwartet hatte“, schrieb Wenzelburger. Trotz guter Arbeit in den vergangenen Jahren stellten sich in Oppenweiler noch einige Herausforderungen. Welche genau, erklärte er nicht und stand auch für Nachfragen nicht zur Verfügung. Offenbar wiegen sie jedoch schwer, denn der 30-Jährige teilte mit: „Die private Belastung und das persönliche Risiko im Amt für die langfristige Bewältigung dieser Situation erscheinen mir enorm.“ Deshalb sei er zu dem Entschluss gekommen, seine Kandidatur zurückzuziehen. Fachlich sei er durchaus in der Lage, die Gemeinde zu leiten, führt der Kämmerer der Gemeinde Affalterbach aus. Und auch seine Chancen bei der Wahl schätzte er als gut ein.

Für die Fraktionsvorsitzende der Freien Gemeindeliste (FGL), Gudrun Rauh, kam Wenzelburgers Rückzug völlig überraschend. „Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass er die Aufgabe mit Elan angehen wollte“, schilderte sie. Auch welche Herausforderungen Wenzelburger gemeint haben könnte, erschlossen sich ihr nicht. „Ich weiß nicht, wer ihn da beraten hat und was dabei an neuen Erkenntnissen herausgekommen sein soll.“ In Oppenweiler gebe es keine Altlasten oder Vertuschungen.

Eigentlich habe sie sich auf einen interessanten und spannenden Wahlkampf gefreut, erzählte Rauh. Nun stelle sich die Situation wieder anders dar und sie müsse hoffen, dass die anderen Kandidaten es sich nicht auch noch anders überlegen. Wenzelburger schrieb: „Es sind noch zwei weitere Bewerber im Rennen, die absolut geeignet sind, die Geschicke der Gemeinde mit dem nötigen Sachverstand zu leiten.“ Am 14. Januar haben die Bürger Oppenweilers nun also noch die Wahl zwischen dem 45-jährigen Diplom- Sozialwissenschaftler Stefan Holder und dem 49-jährigen Haupt- und Personalamtsleiter der Gemeinde Kernen im Remstal, Bernhard Bühler.