Der Kreistag braucht zwei Wahlgänge

Die 42-jährige Antonia Wieland wird zur Nachfolgerin von Petra Bittinger als Sozialdezernentin im Landratsamt gewählt

Antonia Wieland

Von Armin Fechter

BACKNANG/WAIBLINGEN. Mit knapper Mehrheit hat der Kreistag bei seiner Sitzung in Backnang die 42-jährige Antonia Wieland zur neuen Sozialdezernentin gewählt. Die gebürtige Krumbacherin tritt die Nachfolge von Petra Bittinger an, die im November eine Aufgabe als Vorstand der Sozialtherapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler in Kirchberg an der Jagst übernommen hat (wir berichteten). Zum Aufgabenbereich des Sozialdezernats gehören die Gebiete Soziales, Gesundheit, Jugend und Bildung.

Für die Entscheidung benötigte der Kreistag zwei Wahlgänge. Neben Antonia Wieland hatte sich auch der Geschäftsführer des Jobcenters Rems-Murr, Gunnar Schwab (40), um die Stelle der Leitung des Sozialdezernats beworben. Im ersten Durchgang entfielen auf ihn 32, auf Wieland 38 Stimmen. 14 Zettel waren ungültig. Damit lag Wieland zwar vorn, hatte aber nicht die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Also musste das Gremium erneut wählen. Nun aber genügte die einfache Mehrheit: Für Wieland votierten nun 41 Kreisräte, Schwab erhielt 36 Stimmen.

Antonia Wieland hat Sozialwesen studiert und nebenberuflich noch Betriebswirtschaft draufgesattelt. Ferner hat sie, ebenfalls nebenberuflich, ein Masterstudium der wertorientierten Personalführung und Organisationsentwicklung absolviert. Seit 1999 ist sie im Landratsamt Günzburg tätig. Aktuell zeichnet sie als Fachbereichsleitung für das Amt für Kinder und Jugend verantwortlich. Davor hatte sie Stabsstellen in der Personalentwicklung und als Gleichstellungsbeauftragte inne.

In ihrer Vorstellungsrede versprach Wieland, sich „mit Herz, Kopf und Hand einbringen“ zu wollen. Die Position der Sozialdezernentin verglich sie mit der einer Bergführerin im Rahmen einer Seilschaft auf dem Weg zum Gipfel. Wichtig sei, „dass alle den Gipfel erreichen“. Im Dezernat gehe es um die strategische Ausrichtung. Für ihre Tätigkeit bringe sie nicht nur einen ganzen Werkzeugkoffer an Führungsinstrumenten mit, sondern auch „die Fähigkeit, schnell zu erkennen, wo es brennt“. Im Sozialetat, dem größten Einzelbereich im Haushalt, müssten die Hilfen transparent und passgenau ausgerichtet werden. Für die beruflichen Schulen möchte sie ein Konzept der digitalen Bildung entwickeln, und das Kreismedienzentrum soll zu einem Zentrum für digitales Lernen ausgestaltet werden. Das Jugendamt schließlich will sie „zu neuem altem Glanz führen“.

Für die Stelle der Dezernatsleitung waren sieben Bewerbungen eingegangen. Vier Interessenten wurden zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen. Zwei von ihnen konnten sich dann in einer nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungs-, Schul- und Kulturausschusses und im Kreistag präsentieren.