SV Steinbach II rechnet mit härterer Gegenwehr

Souveräner Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga A2 peilt den Aufstieg an, nimmt die Konkurrenten aber weiterhin sehr ernst

Daniel Kost und der SV Steinbach wollen Nico Dyrskas Welzheimer abhängen. Foto: A. Becher

(dg). In der vergangenen Saison hatte der TSV Oberbrüden in der Fußball-Kreisliga A2 bereits zur Winterpause deutlich aufgezeigt, dass der Weg zur Meisterschaft alleine über ihn führen würde – und tatsächlich stiegen die Auenwalder am Ende in souveräner Manier in die Bezirksliga auf. An dem Nachbarn hat sich der SV Steinbach II offensichtlich ein Beispiel genommen, denn ein Jahr später führt der Verein aus dem Backnanger Stadtteil die Tabelle mit 34 von 36 möglichen Punkten an, hat vier Zähler Vorsprung auf den schärfsten Verfolger und sogar noch eine Begegnung in der Hinterhand.

„Wir sind furios in die Runde gestartet, haben die ersten neun Spiele sehr souverän gewonnen. Ab dem zehnten Spieltag war es spielerisch nicht mehr so gut, aber wir haben kämpferisch überzeugt und auch diese Partien nicht verloren“, zieht Hakan Keskin ein positives Zwischenfazit. Der SVS-Trainer lobt seine Schützlinge in den höchsten Tönen: „Viele Spieler haben sich weiterentwickelt und unsere Spielweise verinnerlicht. Durch die punktuellen Verstärkungen im Tor und in der Defensive haben wir noch einmal an Qualität zugelegt.“ Für Keskin ist klar: „Schon vor der Saison waren wir für viele der Favorit, nun sind wir der absolute Favorit.“ Er erwartet im zweiten Saisonabschnitt härtere Gegenwehr von den Rivalen, richtet aber zugleich eine Warnung an sie: „Sie sollen wissen, dass wir das nicht auf die leichte Schulter nehmen und ganz genau abschätzen können, was auf uns zukommt.“ Steinbach II muss den Weggang von Alain Haddad verkraften, der künftig eine Etage tiefer für den Großen Alexander Backnang kickt. Keskin hält die Augen nach Verstärkungen offen, merkt aber an, dass die Akteure zur Elf passen müssten. Das scheint auf Sega Krubally zuzutreffen, denn der bisherige Akteur des Bezirksligisten FC Viktoria Backnang hat dem SVS schon zugesagt.

Zweiter ist der FC Welzheim, der mit 30 Punkten aber ein Spiel mehr ausgetragen hat. Der TSV Rudersberg ist auf dem dritten Rang notiert, hält mit 26 Zählern und einem Duell mehr aber bereits respektvollen Abstand auf den Spitzenreiter. Mit jeweils 23 Zählern folgen der FC Oberrot und der TSC Murrhardt, die eines aber klar unterscheidet. Oberrot hat erst elf Partien absolviert, Murrhardt dagegen schon vierzehn und damit die komplette Vorrunde. „Die erste Saisonhälfte verlief gut, hätte aber auch besser laufen können“, stellt TSC-Sprecher Tolga Vona fest: „Wir haben hier und da Punkte liegen lassen.“ Ziel sei es, den Relegationsplatz nicht aus den Augen zu verlieren.

Vier Klubs bilden mit jeweils 16 Punkten das Mittelfeld – dabei handelt es sich um den FSV Weiler zum Stein, die SVG Kirchberg, den TSV Lippoldsweiler und den TSV Schwaikheim II auf den Rängen sechs bis neun. Zufrieden zeigt sich Lippoldsweilers Trainer Tim Hilt: „Nach einem schwachen Start nahmen wir eine positive Entwicklung. Mein Team wirkte körperlich sehr fit und konnte dadurch viele Spiele spät für sich entscheiden.“ Es ist der Anspruch, „mindestens noch einmal so viele Punkte zu holen wie bislang und uns fußballerisch weiterzuentwickeln“. Im personellen Bereich gibt es bei den Auenwaldern keine Veränderungen.

Neuling SKG Erbstetten belegt mit 13 Punkten den zehnten Platz. „Wir hätten mit etwas mehr Cleverness im Abschluss und weniger individuellen Fehlern in der Defensive den einen oder anderen Punkt mehr ergattern können“, ärgert sich Torsten Greiner. Der engagierte Abteilungsleiter ist mit dem bisherigen Abschneiden dennoch einverstanden und wünscht sich einzig und allein den Ligaverbleib. Dazu soll Zugang Jan Groß beitragen, der vom Bezirksligateam der TSG Backnang zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist.

Abstiegsängste plagen den FV Sulzbach (11. Platz, 12 Punkte), den VfR Birkmannsweiler II (12., 11), den TSV Althütte (13., 11), die SK Fichtenberg (14., 9) und die Spvgg Unterrot (15., 8). Dabei hatten sich zumindest die Sulzbacher vor der Runde viel vorgenommen, doch bisher haben sie diese Ziele klar verfehlt. „Durch diverse Gründe konnten wir nie mit derselben Mannschaft spielen. Hinzu kam noch der verletzungsbedingte Ausfall von Tobias Schiffer“, sagt Trainer Ioannis Goundas. Er will sein Hauptaugenmerk in der Wintervorbereitung auf die Stärkung der Defensive richten, denn „wir haben zu viele einfache Gegentore kassiert“. Noch wichtiger sei aber das Zusammenrücken des Teams. „Jeder Einzelne muss für seinen Mitspieler mehr investieren“, appelliert Goundas an seine Schützlinge, die noch drei Nachholspiele vor der Brust haben und im Pokal gegen den TAHV Gaildorf auf den Viertelfinaleinzug hoffen dürfen.

Erst in den letzten Wochen verbesserten sich Althüttes Leistungen. „Nach einem schlechten Start haben wir uns gefangen und zeigten zuletzt konstant gute Leistungen gegen Teams, die in der oberen Tabellenregion zu finden sind“, sieht Florian Grünbeck einen Silberstreif am Horizont. „An diese Spiele wollen wir nach der Pause anknüpfen und uns tabellarisch ins Mittelfeld absetzen“, gibt sich der TSV-Trainer durchaus optimistisch.

Fichtenberg und Unterrot

mit großem Nachholbedarf

„Vom Tabellenstand her lief es für uns beschissen“, macht Fichtenbergs Funktionär Michael Busse keinen Hehl aus seiner Enttäuschung und nennt Gründe: „Was uns im Vorjahr stark gemacht hat, haben wir durchweg vermissen lassen. Es fehlt die Fitness über 90 Minuten.“ Das liege nicht zuletzt an mangelnder Trainingsbeteiligung, auch wenn „die große Verletztenmisere ab dem dritten Spieltag denen in die Karten spielt, die gerne ein Alibi haben.“ Trotzdem blickt Busse dem Rest der Runde optimistisch entgegen: „Wenn wir uns bei der Fitness steigern und in die Spur der Vorsaison zurückfinden, müssen wir uns keine Sorgen machen.“

Auch in Unterrot steckt den Kopf noch niemand in den Sand, auch wenn „wir in der Rückrunde gehörig unter Druck stehen“, wie Funktionär Andreas Zauner natürlich weiß. Dass es bislang nur zu acht Punkten reichte, liege an fehlender Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, an individuellen Abwehrfehlern, an der Verletztenmisere sowie an einer Portion Pech. Mit Maikel Abel, Lian Kletschka (beide SV Westheim) und Mehmet Özkan (TAHV Gaildorf) gibt’s drei Zugänge, nach Gaildorf verabschiedet hat sich Gentian Tota. „Ich bin mir sicher, dass wir mit den Neuen und der Rückkehr der Verletzten die für den Ligaverbleib nötigen Punkte holen werden“, übt sich Zauner in Zuversicht. Der Ball rollt bereits am 18. Februar wieder, dann misst sich unter anderem Erbstetten mit Spitzenreiter Steinbach.