„Ich bin wieder voll im Ort dabei“

Bernhard Bühler sieht sich gerüstet für das Amt des Bürgermeisters von Oppenweiler – Langjährige Erfahrung in der Verwaltung

Mit vielen Themen, die die Gemeinde Oppenweiler beschäftigen, ist Bernhard Bühler bestens vertraut: „Ich bin etwa 100 Meter von der B14 entfernt aufgewachsen“, erzählt der 49-Jährige. Seine Ortskundigkeit sieht der Kandidat für das Amt des Bürgermeisters als einen seiner größten Vorzüge. Als langjähriger Hauptamtsleiter in Kernen bringe er außerdem viel Erfahrung mit.

Überall in Oppenweiler unterwegs: Bürgermeisterkandidat Bernhard Bühler sucht das Gespräch mit den Bürgern. Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

OPPENWEILER. Nur mal eben in der Bäckerei einen Kaffee zu trinken, ist für Bernhard Bühler kaum machbar. Dafür kennt er in Oppenweiler einfach zu viele Leute. Sie alle sprechen ihn auf seine Bürgermeisterkandidatur an, geben Zuspruch, stellen Fragen. Aber dabei will Bühler es nicht belassen. „Ich werde auch in die Ortsteile gehen, wo man mich noch nicht so gut kennt, um die Leute aktiv anzusprechen“, sagt der 49-Jährige. Eine Frage, die dem Haupt- und Personalamtsleiter der Gemeinde Kernen im Remstal oftmals gestellt wird, ist, warum er nicht schon bei vorherigen Bürgermeisterwahlen kandidiert habe. Schließlich stammt er aus Oppenweiler, kennt sich mit den örtlichen Gegebenheiten aus. „So ein Wahlkampf gegen einen anderen qualifizierten Bewerber ist kein Zuckerschlecken“, erklärt Bühler. Vor knapp vier Jahren hätten ihn außerdem private Gründe davon abgehalten, sich zu bewerben, darunter Todesfälle in der Familie und die schwere Krebserkrankung seiner Mutter. „Bei der Arbeit ein bisschen kürzerzutreten, geht als Bürgermeister nur schwer.“

„Das Thema Hochwasserschutz hat

mich mein ganzes Leben begleitet“

Anders stellte sich die Situation dar, als Amtsinhaber Sascha Reber im Oktober seinen Rücktritt verkündete. Bühler, der in Backnang wohnt und dessen Sohn im HC Oppenweiler/Backnang Handball spielt, sagt: „In den letzten zwei Jahren sind die Kontakte wieder sehr intensiv geworden. Ich bin praktisch wieder voll dabei im Ort.“ Gleichzeitig betont Bühler aber auch, dass er keine Abhängigkeiten im Ort habe. „Meine Verwandten, die in Oppenweiler wohnen, sind ganz normale Bürger ohne Firmen oder nennenswerte Besitztümer.“ Sein Bruder habe einen Betrieb geführt, diesen aber inzwischen aufgegeben. Auch parteilich sei er nicht gebunden, führt Bühler aus.

Noch arbeitet der 49-Jährige als Haupt- und Personalamtsleiter in Kernen im Remstal – ein Amt, das er seit mehr als 15 Jahre innehat. Zuvor war er in gleicher Stellung in der Gemeinde Gemmrigheim im Kreis Ludwigsburg tätig. Bühler bezeichnet diese Station in seiner Karriere als eine, die ihn für künftige Aufgaben viel gelehrt habe, denn das Kernkraftwerk Neckarwestheim befindet sich zum Teil auf der Gemarkung der Gemeinde. „In der Zeit der Castor-Transporte haben wir es mit einigen juristischen Fallstricken zu tun gehabt“, erzählt er. Zu dem Rechtsstreit kamen Demonstrationen und Ausschreitungen – keine einfache Situation für die Gemeindeverwaltung.

In der Mitte der 90er-Jahre hatte sich Bühler auch einmal in Neckarwestheim als Bürgermeister beworben. Als einer von elf Bewerbern habe er „viel Zeit und Energie“ in den Wahlkampf gesteckt, der seiner Aussage nach „ziemlich schmutzig“ war. Die Niederlage bei der Wahl sei schmerzhaft gewesen, im Nachhinein sieht Bühler aber ein, dass es nach nur gut zwei Jahren Berufserfahrung für den nächsten Karrieresprung zu früh war. Das ist gut 20 Jahre her, seitdem hat sich vieles verändert. „Man wächst rein in seine Aufgaben und bekommt mehr Sicherheit“, sagt der 49-Jährige. Nicht nur berufliche Erfolge, sondern auch Lebenserfahrung könne er seitdem vorweisen: „Ich habe eine Familie gegründet, Kinder großgezogen und Mitarbeiter geführt. Ich würde sagen, ich habe viel erlebt.“ Inzwischen sei er für die Stelle als Bürgermeister gut gerüstet. Er habe den Eindruck, dass in Oppenweiler ein Bürgermeister gebraucht wird, der Ruhe und Stabilität vermittelt. Das könne er bieten. Zudem kenne er sich mit den Aufgaben aus, die in Oppenweiler anstehen. „Das Thema Hochwasserschutz hat mich mein ganzes Leben begleitet“, sagt Bühler. In seinen elf Jahren als aktives Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Oppenweiler habe er oft genug den Bürgern geholfen, ihre Sachen ins Trockene zu bringen. Mehr habe man oftmals gar nicht tun können. Umso wichtiger sei es, dass sich in den vergangen Jahren etwas getan habe in puncto Schutzmaßnahmen. „Ich bin sehr, sehr froh, dass da agiert wird, vor allem in Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen“, sagt er. Daran wolle er als Bürgermeister anknüpfen.

Ein weiteres Thema, dem sich Bühler verschrieben hat, ist der demografische Wandel. „Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf“, sagt der Diplom-Verwaltungsfachwirt. An vielen Stellen hapere es mit der Barrierefreiheit, besonders in Arztpraxen sei das nicht tragbar. „Bei neuen Bauprojekten muss die Barrierefreiheit immer mitgedacht werden“, erläutert Bühler seinen Ansatz. Ebenso müsse bei Baumaßnahmen auch schon an eine Breitbandanbindung gedacht werden – auch hier sei man in Oppenweiler noch lange nicht am Ende angekommen. „Wir müssen schauen, wie man Glasfaserverbindungen zu den Häusern kriegt.“ Davon profitierten nicht nur die Bürger, auch die ansässige Industrie brauche die schnelle Datenverbindung.

Um herauszufinden, welche Themen die Bürger bewegen, möchte Bühler diese stärker einbinden. Die Bürgerbeteiligung müsse strukturiert angegangen werden. Der Bürgermeisterkandidat kann sich beispielsweise einen Zukunftsbeirat mit Mitgliedern aus Verwaltung, Institutionen, Vereinen, Kirchen und Unternehmen vorstellen, der sich regelmäßig trifft und anstehende Projekte bespricht. Außerdem könne man ehrenamtliche Tätigkeiten in einem Bürgernetzwerk bündeln. Was Bernhard Bühler aber als Erstes tun will, sollte er zum Bürgermeister gewählt werden? „Ich würde erst einmal mit allen Leuten in der Stadtverwaltung sprechen, um zu erfahren, wo sie der Schuh drückt“, sagt er.