An Silvester muss es knallen

Für die Nacht zum Jahreswechsel soll es was Besonderes sein? Barkeeper Alvaro Aguirre verrät Tipps und Tricks, wie man leckere Drinks selber macht

An Silvester knallen nicht nur Raketen, sondern auch die Korken. Doch muss es immer Prosecco, Sekt oder Champagner sein? Barkeeper Alvaro Aguirre hat Tipps, wie man auch zu Hause leckere Cocktails für die Sause zum Jahreswechsel hinbekommt.

Zwischen Rum, Whiskey und Gin: Ein guter Cocktail braucht zum einen hochwertige Zutaten, zum anderen einen ausgewogenen Geschmack. Rechts ein Pisco Sour mit Eiweißhaube.Fotos: A. Becher

Von Sarah Schwellinger

ASPACH. Countdown, China-Böller, Champagner? Oder Mojito, Moscow Mule, Manhattan? Anstoßen aufs neue Jahr gehört genauso zu Silvester wie das Zurückblicken ins vergangene. Das Beste kommt zum Schluss, es soll die Party des Jahres werden, das festliche Dinner oder ein gemütlicher Abend mit Freunden. Doch anstatt um zwölf einfach eine Flasche zu köpfen, wie wäre es da mit einem Cocktailabend?

„Lieber etwas blumiger oder kräftiger?“, fragt Alvaro Aguirre und greift sofort zielgerichtet ins Gin-Regal. Einen Griff weiter findet er das passende Tonic Water. Seit 13 Jahren steht der gebürtige Bolivianer nun hinter der Bar, mixt und rührt. Seit Anfang des Jahres tut er das als Barchef der Pink-Flamingo-Bar im Hotel Sonnenhof. Die Getränkekarte hier? „Klassisch und modern.“ 40 verschiedene Cocktails, ausgesuchte Gins, Whiskeys, Wodkas und Co. Neben der gewöhnlichen Pina Colada, hat sich der 37-Jährige eine Variante passend zur Bar ausgedacht: Eine Raspberry Colada mit frischen Beeren, Kirschsaft und Himbeerlikör.

Wer an Silvester zu Hause Cocktails zubereiten möchte, der braucht für einfache Klassiker wie Pina Colada, Mojito oder Caipirinha gar nicht viel, die Zutatenlisten sind kurz. „Ein Shaker ist das Wichtigste“, weiß Aguirre. Wer den nicht zu Hause hat, kann sich mit einer leeren Flasche behelfen. Weiter hilfreich sei ein Jigger, ein kleiner Messbecher, um die kleinen Mengen Flüssigkeit abzumessen. „Viele Leute haben nur die Messbecher zum Backen zu Hause – das bringt’s für Cocktails nicht“, lacht Aguirre. Neben qualitativ hochwertigem Alkohol, der eine gute Basis für jeden Cocktail ist, gehört für den Barchef auch gutes Eis zu einem gelungenen Drink. „Wir haben hier Eis, das ist zweimal gefrostet, das schmilzt nur langsam und verwässert so die Getränke nicht.“ Aber der erste Schritt: „Das Glas kühlen.“

Rum, Limettensaft, Minze, Rohrzucker und ein Spritzer Champagner: „Wer es dekadenter möchte, der kann seine Cocktails mit Champagner verfeinern“, erklärt er. So ein Royal Mojito oder ein Royal Gin Fizz seien gute Alternativen für das klassische Prickelwasser um 24 Uhr – ohne ganz darauf verzichten zu müssen.

Einen Gin Tonic, das Trendgetränk der letzten Jahre, schüttelt er ebenso locker aus dem Handgelenk wie einen Pisco Sour aus südamerikanischem Traubenschnaps. „Bei Sours, sei es mit Pisco oder Whiskey, lautet mein Mischverhältnis: 6 Zentiliter Schnaps, 3 Zentiliter frisch gepresster Zitronen- oder Limettensaft und 2,5 Zentiliter Zuckersirup“, so Aguirre. „Und vorsichtig mit der Süße. Die kann man immer noch zugeben.“ Er empfiehlt, den Saft aus Zitrusfrüchten frisch zu pressen. „Das schmeckt besser als die Konzentrate aus dem Supermarkt.“

Doch was macht eigentlich einen guten Drink aus? Die Antwort des Barchefs ist eindeutig: „Er muss schön ausgewogen sein und darf nicht zu sehr nach Alkohol schmecken.“ Am Ende müsse er aber genau das sein, was der Kunde will und den Effekt erzielen, den der Kunde wünscht. „Manche wollen einen guten Whiskey genießen, andere sich betrinken“, sagt der 37-Jährige lachend.

Was folgt im Jahr 2018 auf Trends wie Aperol Spritz, Gin Tonic und Hugo? „Schwer zu sagen, es tut sich in einige Richtungen was. In letzter Zeit wurde viel mit Tee experimentiert, zum Beispiel mit Jägermeister. Oder mit Marmeladen und Gelees“, erklärt Aguirre. Auch Obstbrände und Kräuter wie Estragon und Basilikum hätten ihren Auftritt gehabt. Und selbst gemachte Sirups, in allen möglichen Varianten. Klassisch, ausgefallen oder extravagant. Aberglaube, Böller und in diesem Jahr Cocktails?