Viele Hobbyläufer, ein paar Stars: Der Mix macht’s

Weil erneut über 1000 Voranmeldungen für die vier Wettbewerbe eingegangen sind, rechnet Organisationschef Georg Beïs morgen mit etwa 1300 Teilnehmern

„Wir rechnen mit etwa 1300 Teilnehmern“, sagt Cheforganisator Georg Beïs und stützt seine Prognose auf über 1000 Voranmeldungen, die sich auf vier Wettbewerbe verteilen. 575 Frauen und Männer haben ihren Start im Hauptlauf über zehn Kilometer angekündigt, darunter die favorisierten Hanna Klein und Marcel Fehr. Der in aller Regel stärkste Lokalmatador fehlt morgen: Christopher Hettich lebt wegen des Berufs nun in Berlin und schafft es zeitlich nicht in die Heimat.

Nach dem Startschuss gibt’s kein Halten mehr: Die Favoriten kämpfen sofort um eine gute Position, die breite Masse muss es zwangsläufig eher gemächlich angehen lassen.Fotos: A. Becher

Von Steffen Grün

Man könnte meinen, ein Veranstalter ist besessen von dem Streben nach stetigem Wachstum. Im Falle von Georg Beïs ist es allerdings nicht so, vielmehr ist es für ihn zweitrangig, ob es beim 32. Backnanger Silvesterlauf am Ende wieder einmal ein neuer Teilnehmerrekord wird. „Oberstes Ziel ist es für uns, die Qualität des Laufes für die Sportler weiter zu erhalten oder sogar noch zu verbessern“, betont der Macher vom Förderkreis der TSG Backnang Fußball: „Es müssen nicht immer noch mehr und noch mehr Teilnehmer werden.“

Bei rund 750 Hauptlauf-Startern und damit einer Marke, die mit den Nachmeldungen auch morgen erreichbar zu sein scheint, ging es im vergangenen Jahr auf der Strecke teilweise schon ziemlich eng zu. Vor allem für die Stars im Feld artete es zu einem Slalom aus, als die Überrundungen anstanden. Am liebsten wäre es Georg Beïs sowie dem sportlichen Leiter Rolf Hettich, sollte es irgendwann so sein, dass 700 Voranmeldungen eingehen und Nachmeldungen nicht mehr möglich sind. Das würde Planungssicherheit bedeuten.

Noch ist es nicht so weit, weshalb sich Hettich „gut vorstellen kann, dass noch irgendein Topläufer auftaucht und nachmeldet“. Ob dieser Mister X allerdings so stark ist, dass er dem Topfavoriten Marcel Fehr das Fürchten lehren kann, ist fraglich. Der 25-jährige Team-Europameister aus Urbach, der für die SG Schorndorf startet, gilt als erster Sieganwärter, zumal er in Backnang schon dreimal die Nase vorne hatte. Nach 2012 und 2013 auch im vergangenen Jahr, als sich hinter ihm ein Duo den zweiten Platz teilte: Joseph Katib (LAC Quelle Fürth) und Heiko Baier (LG Braunschweig). Beide sind erneut dabei, die Vorzeichen sind aber verschieden. Katib lief die zehn Kilometer „auf der Bahn dieses Jahr schon knapp unter 30 Minuten, auf der Straße war er knapp drüber“, erklärt Hettich. Das reichte, um in der Variante auf Asphalt über diese Distanz deutscher Meister zu werden. „Er dürfte der stärkste Kontrahent von Fehr sein“, prophezeit der sportliche Leiter des Silvesterlaufs. Baier habe dagegen mitgeteilt, dass er von einer Grippe geschwächt ist. „Kommen will er trotzdem, weil ihm der Lauf so gut gefällt.“ Hettich traut zudem noch Jens Mergenthaler von der SV Winnenden einen Podestplatz zu.

Bei den Frauen gibt es an Hanna Kleins Sieg wohl nichts zu rütteln, weshalb ihr Hettich einen speziellen Tipp mit auf den Weg gibt: „Wenn ich sie wäre, würde ich schauen, dass ich mit den Top Fünf der Männer mithalten kann.“ Ihre 33:13 Minuten im Vorjahr, die einen neuen Streckenrekord bedeuteten, hätten dafür gereicht. Auch Fehr lief die zehn Kilometer in Backnang 2016 so schnell wie niemand vor ihm, 29:47 Minuten stehen zu Buche. „An weitere Verbesserungen dieser Marken glaube ich diesmal nicht, dafür waren sie im vergangenen Jahr zu schnell“, sagt Hettich, der auch der breiten Masse der Läufer noch einen gut gemeinten Ratschlag mit Blick auf die Wettervorhersage erteilt: „Nicht zu warm anziehen.“