Ofenfrische Abenteuer jetzt auch im Kino

Der Film „Laible und Frisch – Do goht dr Doig“ macht auf der Premierentour Halt in den Backnanger Kinos Universum und Traumpalast

Nach zwei Fernsehstaffeln in fast zehn Jahren und zwei Theaterstücken sind die rivalisierenden Kultbäcker Laible und Frisch auf der Kinoleinwand angekommen. Darsteller Simon Licht und Produzent Christian Hünemörder besuchten die Backnanger Kinos.

Simon Licht (links) und Christian Hünemörder stehen bei der Filmpremiere im Backnanger Universum dem Publikum Rede und Antwort.Foto: A. Becher

Von Carmen Warstat

BACKNANG. Im Mai/Juni 2017 wurde der Film in nur 21 Tagen an schwäbischen Schauplätzen wie Bad Urach, Dettingen/Erms, Metzingen, Reutlingen, Stuttgart und auf der Alb gedreht, und auch das Budget war mit 1,4 Millionen Euro verhältnismäßig bescheiden, wie Line Producer Christian Hünemörder nach der Vorführung erläuterte. Es handelt sich um eine Koproduktion der Schwabenlandfilm GmbH mit dem SWR, deren Finanzierung durch treue Fans der Serie und der Theaterstücke um die Kultbäcker Laible und Frisch per Crowdfunding ergänzt wurde. Entstanden ist ein moderner Heimatfilm, angesiedelt im fiktiven Schafferdingen, der die Schwaben „nicht nur in Kittelschürze zeigen“ möchte (Simon Licht), sondern in ihrer sehr heutigen Auseinandersetzung mit Erscheinungen der Globalisierung. Dabei fehlen dem Film die regionalen Attribute selbstverständlich nicht: Eine rigorose Polizistin (Kathrin Hildebrand) hat einen Lkw auf der Faust, der „Fischkopf“ Manfred Frisch (Simon Licht) wird als „Heckabronzer“ beschimpft, allerlei „Vetterleswirtschaft“ wird behandelt, das Bier heißt Schafferbräu, und dann sind da natürlich der Dialekt und wunderschöne Landschaftsaufnahmen der Schwäbischen Alb. Diese wurden laut Hünemörder zuletzt „übrigens ohne Genehmigung“ per Drohnen aufgenommen, weil in der Rohfassung zwei Minuten Spiellänge fehlten. Hünemörder unterstrich die identitätsstiftende Bedeutung der Landschaft und räumt andererseits ein, dass man bewusst auf schwäbische Flüche verzichtet habe. So hält der Film die Waage zwischen Heimatliebe und der Thematisierung überregionaler Probleme, gewürzt natürlich mit ganz viel Humor.

Und darum geht es: Traditionsbäcker Walter Laible (Winfried Wagner) kehrt verfrüht von einem Kuraufenthalt in seinen Heimatort Schafferdingen zurück. Seine Frau Marga (Ulrike Barthruff) und sein Sohn Florian (Matthias Dietrich) teilen dem Vater mit, dass sie aufgrund drückender Schulden Bäckerei und Heim verkaufen mussten – und zwar ausgerechnet an Walters größten Rivalen, den Industriebäcker Manfred Frisch (Simon Licht). Manfred scheint als endgültiger Sieger aus dem lang andauernden Bäckerstreit hervorzugehen. Doch auf den Höhenflug folgt jäh der unvermeidliche Absturz. In seiner dunkelsten Stunde erhält Walter dann eine interessante Information, die ihn wieder ins Spiel bringen könnte. Er ersinnt einen gewieften Plan, um das Familienunternehmen zurück zu gewinnen. Der beinhaltet fast Unmögliches – seine Solidarisierung mit dem ewigen Konkurrenten Walter Laible.

Drehbuchautor Sebastian Feld und Regisseur Michael Rösel haben eine Komödie erschaffen, die vom Sieg des Idealen über das Reale erzählt, mit all ihren Übertreibungen und Zuspitzungen bemerkenswerte Unterhaltung bietet. Wer wird in Zukunft die Wecken und Brezeln für die Schafferdinger backen, und wird der Sohn (Simon Licht) seinem Vater (Elert Bode) verzeihen? Im Backnanger Universum-Kino erörterten das Publikum und die gekommenen Protagonisten diese und andere Fragen, bevor Simon Licht und Christian Hünemörder sich auf den Weg in den Backnanger Traumpalast, das letzte von fünf Kinos an diesem Tage, machten.

„Dieser Film wird bleiben“, befand Hauptdarsteller Simon Licht, denn: „Manfred Frisch ist nicht nur die ‚Heuschrecke‘! Es reizt mich, eine kontroverse Figur zu spielen, die unterschiedliche Facetten hat. Er drängt den Konkurrenten aus dem Markt und schafft gleichzeitig in seinen Betrieben Arbeitsplätze. Er ist der kalte, zynische Geschäftsmann, und gleichzeitig versucht er, eine neue Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen. Eine sehr vielseitige Figur. Frisch macht im Großen, was Laible im Kleinen macht.“ Dem entsprechend ergänzte Hünemörder, dass der Typ auch sanfte Seiten habe, und man wusste nicht recht, ob damit die Figur des Manfred Frisch oder dessen Darsteller Simon Licht gemeint war.