Abriss der Aspacher Brücke beginnt

Fußgängersteg wird am Montag eingesetzt – Neue Brücke soll vor dem Straßenfest fertig sein – Gesamtarbeiten dauern zwei Jahre

Die Aspacher Brücke wird ab Sonntag, 15 Uhr, für den Verkehr voll gesperrt. Dann beginnt der Abriss und Neubau des Brückenbauwerks. Autofahrer, ÖPNV-Nutzer und Fußgänger müssen sich während der fast zweijährigen Gesamtbauzeit auf mehrere Änderungen oder Behinderungen einstellen.

Die künftige Aspacher Brücke soll der Murr mehr Platz lassen. Dann könnte auch ein Hochwasser, wie es rechnerisch nur alle 100 Jahre vorkommt, problemlos unter dem Bauwerk durchfließen. Schwierig wird nach dem Neubau die Anbindung der Straßen an die höhergelegte Brücke. Fotos: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Die Vorarbeiten beginnen am Samstag, dann werden vor der Sparkassen-Tiefgarage letzte Hindernisse weggeräumt, damit Auto-, Bus- und Lastwagenfahrer problemlos von der Grabenstraße in die Eduard-Breuninger-Straße einfahren können. Denn über diese wird der Verkehr in den nächsten zwei Jahren fließen. Zwar wird der Neubau schon vor dem Straßenfest Mitte Juni dieses Jahres fertig, aber die ganzen Anschlussarbeiten haben es in sich und ziehen sich voraussichtlich bis Ende des nächsten Jahres.

Zudem werden am Samstag und Sonntag die restlichen Schilder aufgestellt. Die Brücke ist ab Sonntag, 15 Uhr, voll gesperrt. Am Montag ab 6 Uhr wird damit begonnen, den provisorischen Fußgängersteg direkt neben der Brücke etwas flussabwärts einzusetzen. Zudem werden zwei Stahlträger jeweils neben der Brücke verlegt, sie sollen die zahlreichen Kabel aufnehmen, die derzeit unter beziehungsweise in der Brücke die Murr queren. Leitungen etwa der Syna, der Telekom oder das Kabel für das Parkleitsystem. Während der Stromversorger die Kabel einfach kappt und mittels Muffen wieder verbindet, ist dies laut Stadtbauamtsleiter Hans Bruss bei der Telekom nicht so einfach, diese Kabel sollen unbeschädigt in die Leerrohre entlang der Stahlträger verlegt werden.

Der provisorische Fußgängersteg ist nicht barrierefrei. Wer darauf angewiesen ist, der muss 150 Meter weiter flussabwärts den nächsten Steg benutzen. Zwar war auch dieser bislang nur über Stufen erreichbar, aber die Stadt hat am Mitt

woch eine Rampe fertigen lassen. Das Provisorium für die nächsten zwei Jahre hat allerdings selbst ein Handicap, die Steigung der Rampe beträgt zehn Prozent. Laut Bruss kam man dies mit einem Kinderwagen, Rollator oder elektrischen Rollstuhl gerade noch bewältigen, aber ein Rollstuhlfahrer ohne Unterstützung schafft dies nicht. Ein solcher muss zum Beispiel die Ärzte im Vitalcenter von der Gerberstraße aus ansteuern.

Sobald die Kabel und Leitungen aus der Brücke verlegt worden sind, beginnt die Aspacher Firma Lukas Gläser mit dem eigentlichen Abbruch – wenn’s gut läuft schon Ende nächster Woche. Die

Abrissarbeiten dauern etwa einen Monat. Danach werden bis Mai die Widerlager neu gebaut. Parallel dazu wird bereits an der Stahlkonstruktion der neuen Brücke gearbeitet. Gläser hat den Auftrag dafür an die Spezialfirma Roßlauer Schiffswerft in Dessau vergeben, schließlich muss die neue Brücke noch schlanker werden, damit der Durchfluss größer wird. Dieser Freiraum wird benötigt, um ein 100-jährliches Hochwasser durchleiten zu können.

Trotz der filigranen Konstruktion wird die neue Fahrbahndecke 50 Zentimeter höher liegen als bisher. Das sorgt so schon für Probleme bei der Straßenanbindung. Eine übliche Betonbrücke wäre noch höher geworden, dann wäre das Gefälle zur Aspacher Straße zu stark geworden.

In der Tal- und Gerberstraße müssen sich die Verkehrsteilnehmer auf ein Halteverbot einstellen. Platz wird benötigt für die Baustelleneinrichtung, für den Standort des Krans, für ein Materiallager und für das Be- und Entladen von Lastwagen. Nur die Buslinie 361 fährt auch die nächsten zwei Jahre durch die Grabenstraße, die anderen umfahren die Innenstadt über die Talstraße.

Der Brückenneubau, der aus Gründen des Hochwasserschutzes nötig geworden ist, kostet etwa 2,3 Millionen Euro.