Kita Heimgarten wird erweitert und saniert

Ausschuss Technik und Umwelt berät Bebauungsplan und stimmt der Investition von 1,5 Millionen Euro einstimmig zu

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat bei seiner Sitzung am Donnerstagabend den Entwurf des Bebauungsplans für das Gebiet Im Heimgarten zur Kenntnis genommen und diskutiert, aber letztendlich keine Beschlussempfehlung für den Gemeinderat ausgesprochen. Grund hierfür war ein technisches Problem bei der Präsentation. Die Datei, mittels der Baudezernent Stefan Setzer zeigen wollte, wie sich eines der geplanten Gebäude in die Umgebung einpasst, fehlte auf dem Rechner. Zwar war den Ausschussmitgliedern die Optik in einer nichtöffentlichen Sitzung schon einmal präsentiert worden. Aber Gerhard Ketterer (CDU) monierte die fehlende Entscheidungshilfe. So muss nun der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung den Bebauungsplan ohne die Beschlussempfehlung des Ausschusses auf den Weg bringen.

Mit dem Bebauungsplan sollen in erster Linie zwei Dinge ermöglicht werden. Erstens: Der Kindergarten Im Heimgarten kann in nördlicher Richtung erweitert werden. Zweitens: Auf der Fläche einer früheren Gärtnerei und auf einem Streifen zwischen der Weissacher Straße und der Straße Im Heimgarten können drei beziehungsweise zwei Wohnhäuser gebaut werden.

Die Stadt benötigt dringend mehr Platz für die Kinderbetreuung, leitete Erster Bürgermeister Siegfried Janocha in das Thema ein. Der Gemeinderat hat deshalb schon 2016 beschlossen, die Kindertagesstätte Heimgarten im südlichen Stadtgebiet um zwei Gruppen zu erweitern. Derzeit werden dort 35 Kinder in zwei Gruppen betreut, eine dieser Gruppen ist eine Krippe mit verlängerter Öffnungszeit. Durch kleinere Nachverdichtungen und größere Neubauareale ist in diesem Bereich mit einem schnellen Anstieg des Betreuungsbedarfs zu rechnen. Der Altbau aus dem Jahr 1940, der 1991 einen ersten Anbau erhalten hatte, soll deshalb nicht nur saniert, sondern mit einem weiteren Anbau für zwei Gruppen versehen werden. So könnten künftig 61 Kinder über drei Jahren und 14 unter drei Jahren betreut werden.

Stadtbauamtsleiter Hans Bruss stellte den Ausschussmitgliedern die Baupläne detailliert vor. Der geplante Anbau soll am östlichen Ende des lang gestreckten Gebäudes entlang der Straße Im Heimgarten erstellt werden. Die Nutzfläche des Erweiterungsbaus beträgt 157 Quadratmeter. Die Wärmeversorgung wird über das benachbarte Heizkraftwerk der Stadtwerke Backnang sichergestellt. Die Investitionskosten für die Sanierung und den Erweiterungsbau werden auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Davon entfallen 863000 Euro auf die Erweiterung und 649000 Euro auf die Sanierung des bisherigen Kindergartens. Bei der Finanzierung geht die Stadt von einem Bundeszuschuss in Höhe von 280000 Euro aus. Der Ausschuss stimmte dem Baubeschluss geschlossen zu. Das bedeutet, dass die Vergaben für die Arbeiten zwischen März und Juli dieses Jahres erfolgen können. Mit der Bauausführung rechnet Bruss ab Sommer 2018. Zuerst geht es darum, den Anbau zu erstellen, dann soll ab Herbst mit der Sanierung des bestehenden Kindergartens begonnen werden.

Neuer Kindergarten kann im Mai nächsten Jahres bezogen werden

Während der Sanierung müssen die beiden Kindergartengruppen ausgelagert werden. Voraussetzung dafür ist, dass es auch auf anderen Baustellen im Stadtgebiet reibungslos weitergeht. So soll die Kindertagesstätte Heininger Weg im September dieses Jahres fertig werden. Die Kinder dieser Kita sind derzeit im Bildungshaus untergebracht. Sobald sie das Feld räumen, könnten die Heimgarten-Kinder für die Interimszeit Sanierung und Anbau in diese frei werdenden Räume einziehen und den Handwerkern Platz machen.

Hans Bruss rechnet damit, dass die künftig viergruppige Kita Im Heimgarten ab Mai nächsten Jahres bezogen werden kann. So lange möchte die Stadt jedoch nicht mit der Einführung der neuen Gruppen warten. Das heißt: Die beiden neuen Gruppen werden bereits im Frühjahr 2018 ihren Betrieb aufnehmen. Und zwar nach der Fertigstellung von Interimsräumen in der Talschule. Die notwendigen Arbeiten für diese Interimslösung verschlingen weitere 165000 Euro.

Die Kindertagesstätte ist nur ein Teil des Bebauungsplanentwurfs. Die Stadt beabsichtigt mit dem Planwerk ferner, das gesamte Gebiet zwischen der Weissacher Straße und den Straßen Im Flieder, Im Blütengarten und Lindenstieg städtebaulich aufzuwerten. So wird im Bereich einer ehemaligen Gärtnerei die Errichtung von drei weiteren Wohngebäuden ermöglicht und das bestehende Wohnhaus in den Bebauungsplan aufgenommen. Ebenfalls Teil des Bebauungsplans ist ein Bereich zwischen der Weissacher Straße und dem Fußweg Im Heimgarten. Dort liegt ein Entwurf vor, der ein Gebäude mit drei Vollgeschossen vorsieht. So könnten auf dem Grundstück etwa 13 Wohneinheiten entstehen. Das Erdgeschoss würde als Tiefgarage dienen. Die Zufahrt erfolgt von der Weissacher Straße, dort würde es auch eine Linksabbiegespur für diesen Wohnkomplex geben.