Ein Jahrhundertereignis und viele Dauerthemen

Amtierender Bürgermeister Frank Hornek stellt sich als einziger Kandidat in Kirchberg vor

Seit 24 Jahren befindet sich Frank Hornek im Amt des Bürgermeisters der Gemeinde. Jetzt bewirbt er sich um das Vertrauen der Bürger für eine vierte Legislaturperiode von weiteren acht Jahren. Die Wahl findet am 4. Februar statt.

Bürgermeister Frank Hornek wollte die Bürger noch einmal von seinen Ideen für Kirchberg überzeugen. Foto: A. Becher

Von Carmen Warstat

KIRCHBERG AN DER MURR. Ruhig und sachlich ging es in der gut besuchten Gemeindehalle zu, als Bürgermeister Frank Hornek seinen Rückblick auf drei Amtsperioden vornahm und auf mögliche Zukunftspläne der Gemeinde einging. Als Dauerthemen kennzeichnete er Bildung, Betreuung sowie Erziehung und wartete mit Zahlen bezüglich der Kirchberger Kindergärten auf: Bei seinem Amtsantritt 1994 wurden hierfür jährlich 800000 DM (davon 27 Prozent für Personal) ausgegeben, 2018 sind es 1,8 Millionen Euro (davon 55 Prozent für Personal). Zu Beginn seiner Amtszeit seien der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab einem Alter von drei Jahren umgesetzt und großzügige Räumlichkeiten geschaffen worden. Die Etablierung des Sprachhilfeunterrichts im Kindergarten, die Reduzierung der Schließzeiten, Einführung einer hochflexiblen Ganztagsbetreuung und Öffnung von Regelgruppen für die Kleinsten waren Stationen auf dem Weg zum erfolgreichen KigaPlus-Modell, bei dem es nicht nur um Quantität, sondern vor allem auch um Niveau geht. Es gelte, in der Zukunft diese Qualität zu halten und „auch zukünftig gute, sehr gute und beste Erzieherinnen weiterhin an uns zu binden.“

Auch an der Grundschule wurde die offene und freiwillige Ganztagsbetreuung in angebotsorientierter Form eingeführt und eine „hochattraktive“ Ferienbetreuung etabliert. Nicht ohne Bitterkeit konstatierte Frank Hornek das Aus der weiterführenden Schule in seiner Gemeinde: „Nach diesem Sommer wird Kirchberg keine Hauptschule, keine Werkrealschule mehr haben. Die Geburtenentwicklung, die öffentliche Brandmarkung der Hauptschule, der Wegfall der Grundschulempfehlung und die Einführung der Gemeinschaftsschule haben dieses Schicksal besiegelt.“

Erfreulicher fiel der Rückblick auf die Ortskernsanierung aus, die mithilfe von drei Sanierungsprogrammen des Landes seit 40 Jahren kontinuierlich fortgesetzt wird. Gemeinsam mit dem Verein hat die Gemeinde auch die Sportstätte der Sportvereinigung Kirchberg im Backnanger Wald „in einen ansprechenden Zustand“ versetzt, „und es ist ein sehr schöner Sportplatz mit einem funktionalen Umkleidegebäude entstanden“. Erforderlich sei nun eine Komplettsanierung der Gemeindehalle, „die von einem Neubau nicht mehr weit entfernt sein wird.“ Über drei Millionen wird dies Schätzungen zufolge kosten und solle mittelfristig realisiert werden.

Als Jahrhundertereignis, „auch wenn man mit Superlativen vorsichtig sein soll“, bezeichnete Hornek die S-Bahn-Anbindung Kirchbergs. Im Öffentlichen Personennahverkehr werde es mit der landkreisweiten Umstellung ab 2019 weitere Verbesserungen geben. Andere anvisierte Projekte beziehungsweise Dauerthemen sind die Sanierung der Nanofiltrationsanlage zur Enthärtung des Trinkwassers, der Wasserhochbehälter, der Kläranlagen in Zwingelhausen und im Eichbachtal sowie von Straßen, der Kanalisation und von Wasserleitungen. Unter anderem angesichts des Anstiegs der Einwohnerzahl auf aktuell 3900 sei die maßvolle Ausweisung von Wohnbauflächen geboten.

Weiterhin ging der Bürgermeister und einziger Bürgermeisterkandidat auf die Flüchtlingskrise ein: „Fakt ist für mich: Wir haben in Deutschland viel mehr Flüchtlinge aufgenommen, als wir vernünftig integrieren können. Fakt ist aber auch, wir können in Kirchberg keine große Politik machen, sondern es ist unsere Aufgabe, die uns zugewiesenen Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen und zu betreuen, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und das Ziel der Rückreise in ein befriedetes Heimatland nicht aus den Augen zu verlieren.“ Hier dankte Hornek speziell dem Arbeitskreis Asyl für sein selbstloses Engagement. Andere Themen, die den Kirchbergern unter den Nägeln brennen, sind etwa die erfolgte Einrichtung des Gemeindepflegehauses des Alexanderstifts und die Problematik des Einkaufsmarktes, der etwa ein Jahr lang geschlossen sein wird, bevor dann der Discounter Norma seine Pforten öffnet. Abschließend ging Hornek auf die Gemeindefinanzen ein: 1994 war Kirchberg mit fast fünf Millionen DM verschuldet, Ende 2018 wird es bei Schuldenfreiheit einen Sparstrumpf mit etwa 5 Millionen Euro geben. Mit der Bitte um die Stimmen der Bürger leitete der Kandidat zu einer kurzen Fragerunde über. Diese thematisierte etwa die Verschmutzung der Kirchberger Straßen durch eine ortsansässige Firma und den Breitbandausbau. Hornek sagte schlicht, er könne und wolle nicht „wunder was versprechen.“