Erstmals seit 1989 wieder nur Bezirksliga

Wasserballer der TSG Backnang wollen nach dem Verbandsliga-Abstieg nicht dauerhaft in der tiefsten Klasse dahindümpeln

Es tat sich kein Hintertürchen mehr auf. Backnangs Wasserballer müssen als Letzter der vergangenen Verbandsligasaison in die Bezirksliga runter, in der sie in der Saison 1988/89 bislang letztmals beheimatet waren. Dauerhaft in der tiefsten Klasse dahinzudümpeln, ist für Trainer Eckehardt Stecher keine Option: „Bleiben die jungen Spieler dabei, sollte die Verbandsliga schon wieder das Ziel sein.“

Schwört eine Mischung aus Routiniers, halbwegs erfahrenen Spielern und Talenten auf die Saison ein: TSG-Trainer Eckehardt Stecher. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – das gilt auch für den Abstieg der TSG, denn eigentlich hatte es die Wasserballer schon im Sommer 2016 erwischt. Damals beendeten sie die Spielzeit als Vorletzter und hätten einen ungebremsten Durchmarschvon der Ober- in die Bezirksliga hingelegt, wenn nicht plötzlich doch noch zwei Plätze in der Verbandsliga zu vergeben gewesen wären. Auf ein solches Hintertürchen hofften die Murrtaler nach ihrem letzten Rang in der Vorsaison vergeblich, also mussten sie sich mit dem Sturz in die Bezirksliga abfinden. Wohl oder übel, denn „es war natürlich nicht mein Wunsch, in dieser Liga zu spielen“, sagt Stecher und kann die Enttäuschung schwer verbergen.

Zusätzlich ärgerlich ist es für die Backnanger, dass sie nicht in die Bezirksliga Mittlerer Neckar eingeteilt wurden, sondern in die Staffel Süd-/Ostwürttemberg. Hier sind es nur fünf statt sieben Teams, was in der am Sonntag (20.15 Uhr, Wonnemar) mit dem Heimspiel gegen Reutlingen/Tübingen II beginnenden Runde nur acht Partien bedeutet. „Das ist schlecht für die Entwicklung der jungen Akteure“, hadert Stecher. „Im Training kann man Spielpraxis nur bedingt sammeln.“ Kurzum: „Die andere Staffel wäre attraktiver gewesen, das Niveau ist dort auch höher.“

Ein möglicher positiver Aspekt könnte sein, dass es in Süd-/Ostwürttemberg etwas leichter ist, wieder aufzusteigen. „Die Stammformation hat die Qualität, um den Aufstieg zu schaffen“, sagt Stecher voller Zuversicht, muss aber auch die Breite im Kader im Auge behalten. 15 Wasserballerstehen zur Verfügung, das klingt gut, „da macht sich die Nachwuchsarbeit von Gerd Baumann und Christian Dlouhy bezahlt“. Nun sei es aber eminent wichtig, so der 69-jährige Trainerfuchs, „dass alle Spieler im Training und bei den Spielen mitziehen – das ist das A und O“. Ein Quartett verabschiedete sich nach dem Abstieg. Jan-Luca Friedemann ging nach Ludwigsburg, Keeper Stefan Fuggmann nach Stuttgart. Thomas Eberspächer und Daniel Sieger pausieren. Darüber hinaus muss Armin Segert (Pfeiffersches Drüsenfieber) noch einige Wochen, wenn nicht Monate, passen. „Ich hoffe, dass wir trotz dieses Aderlasses eine Aufstiegschance haben“, sagt Stecher, der den Generationenwechsel weiter vorantreiben will. „Der Zwang zum Umbau ist durch den Abstieg noch größer geworden, obwohl wir schon in der Verbandsliga eine der jüngeren Mannschaften hatten.“

Vier Routiniers sind übrig, „um dieses Quartett herum müssen wir eine neue Mannschaft aufbauen“: Christian Dlouhy, Florian Illek und Andreas Bartsch sowie Rafael Theiss, der laut Stecher nach einer krankheitsbedingten Auszeit „schon wieder gut drauf ist“. Jungs, die bereits über einen gewissen Erfahrungsschatz verfügen und nun noch stärker in den Fokus rücken, sind Valentin Schneider, Steffen Huthmacher, Bernhard Büter, Hannes Weinbrenner sowie die Torhüter Moritz Fath und Lazar Matic. Auf Letzteren, 2002 geboren, hält Stecher große Stücke: „Er macht im Training einen sehr guten Eindruck, aus ihm könnte ein richtig guter Torwart werden.“ Justin Schneider, Oliver und Christoph Gerling, Thilo Oesterle und Pierre Rannert („ein Riesentalent“) waren bislang sporadisch im Einsatz und könnten nun stärker gefragt sein. Alles in allem bleibt abzuwarten, was mit diesem Kader drin ist, die TSG behält die Verbandsliga-Rückkehr aber zumindest mittelfristig im Visier.

Termine – Sonntag, 4. Februar: TSG Backnang – SSG Reutlingen/Tübingen II (20.15 Uhr). – Donnerstag, 22. Februar: TSG – SSV Weingarten (21). – Sonntag, 18. März: TSG – SSG Reutlingen/Tübingen III (20.15). – Sonntag, 22. April: TSG – SV Göppingen (20.15). – Donnerstag, 3. Mai: Weingarten – TSG (21). – Freitag, 8. Juni: Reutlingen/Tübingen II – TSG (20.30). – Samstag, 14. Juli: Göppingen II – TSG (20.30). – Freitag, 20. Juli: Reutlingen/Tübingen II – TSG (20.30). – Alle TSG-Heimspiele finden im Wonnemar-Hallenbad statt.