Vieles spricht für einen weiteren Krimi

Drittliga-Handballer des HC Oppenweiler/Backnang wollen im Abstiegskampf am Sonntag bei der TGS Pforzheim punkten

Im Kampf ums Drinbleiben müssen die Drittliga-Handballer des HC Oppenweiler/Backnang auch auswärts punkten. Zum Beispiel am Sonntag, wenn es um 17 Uhr zur TGS Pforzheim und damit zu einem Team aus dem vorderen Mittelfeld geht. Die vergangenen drei Duelle zwischen diesen beiden Rivalen waren echte Krimis – und auch beim neuerlichen Aufeinandertreffen in der Bertha-Benz-Halle könnte es spannend zugehen.

Wird am Sonntag wohl für den HCOB am Ball sein: Felix Raff, der mit einem Doppelspielrecht auch für Bittenfelds A-Jugend aktiv ist. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

In der vergangenen Saison endeten beide Duelle mit einem Unentschieden. Im Hinspiel der laufenden Runde siegte die TGS in der Backnanger Karl-Euerle-Halle mit nur einem Tor Vorsprung – und den entscheidenden Treffer markierten die Gäste quasi mit der Schlusssirene. Nun wollen die HCOB-Handballer den Spieß umdrehen und – nachdem ihnen derartiges bereits vor zwei Wochen in der Partie beim TV Neuhausen/Erms gelungen ist – beide Punkte vom Auswärtsspiel mitbringen.

Gegen den neuen Tabellenführer Nußloch hielt Oppenweiler/Backnang zuletzt lange mit und schnupperte sogar an einem überraschenden Sieg. Weil die Punkte am Ende dennoch futsch waren, sagt Matthias Heineke: „Wir müssen daraus die Lehre ziehen, dass wir zwar eine starke Abwehrleistung gezeigt und nur 25 Gegentore zugelassen haben, dass das alleine aber nicht genug ist.“ Der Coach bemängelte, „dass wir im Konter nicht so schnell waren wie in den beiden Spielen zuvor. Und das wollen wir am Sonntag nun wieder besser machen.“ Nachdem ein Erfolgserlebnis sowohl im Hinspiel gegen Pforzheim wie auch zuletzt gegen Nußloch in den letzten Spielsekunden aus der Hand gegeben wurde, ist für Matthias Heineke ebenfalls klar: „Wenn es in die Schlussphase geht, müssen wir uns mit mehr Killerinstinkt präsentieren.“

Auch Pforzheims Team war in den bisherigen Rückrundenspielen mit denkbar knappen Spielen konfrontiert. In Kornwestheim und Pfullingen gab es knappe Niederlagen, gegen Hochdorf nach einem deutlichen Rückstand immerhin noch ein Remis. Die TGS hat 20:16 Punkte auf ihrem Konto, da brennt nach hinten mit Sicherheit nichts mehr an. Nach ganz vorne ist der Weg angesichts von sechs Punkten Rückstand auf Nußloch aber auch weit. Trainer Andrej Klimovets, der Weltmeister von 2007, muss in dieser Saison immer wieder Ausfälle kompensieren, das Verletzungspech ist ein ständiger Begleiter. Laut Heineke muss auf die starken Rückraumschützen Florian Taafel und Maris Versakovs sowie den treffsicheren Außen Marco Kikillus besonders geachtet werden, „das sind derzeit ihre Torgaranten“.

Dass die Partie ursprünglich für Samstag angesetzt war, nun aber am Sonntagnachmittag ausgetragen wird, weil die Stadt Pforzheim die TGS trotz bestehenden Mietvertrages aus der Halle „geworfen“ hat, ist HCOB-Trainer Heineke egal: „Wir hatten diese Woche einige kranke Spieler, da tut der zusätzliche Tag vielleicht sogar gut.“ Insgesamt ist die personelle Lage freilich angespannt. So geht es bei Rückraumspieler Benjamin Röhrle, der immer noch an den Nachwirkungen einer Anfang Dezember erlittenen Verletzung laboriert, zwar langsam voran, an einen Einsatz ist aber noch kaum zu denken. Philipp Schöbinger hat sich eine Zerrung zugezogen, auch der Kreisläufer wird die Begegnung nur als Zuschauer verfolgen können. Positive Anzeichen gibt es bei Youngster Felix Raff. Er könnte in der Bertha-Benz-Halle wieder für den HCOB auf dem Spielfeld stehen.

  Der HCOB setzt zur Partie in Pforzheim einen Fanbus ein. Abfahrt ist um 14 Uhr an der Gemeindehalle in Oppenweiler. Erich Maier nimmt die Anmeldungen unter der Telefonnummer 07191/4216 entgegen.