Angekommen im Süden der Republik

Aspach erwartet Spitzenreiter Paderborn und Saliou Sané trifft auf den Klub, bei dem er erste Spuren im Profifußball hinterließ

Das ganz große Wiedersehen gibt es morgen ab 14 Uhr nicht im Fautenhau. Dafür hat sich beim SC Paderborn zu viel geändert, seit Saliou Sané für die Ostwestfalen in der zweiten Liga kickte. Mittlerweile ist der 25-Jährige bei der SG Sonnenhof in der Dritten Liga am Ball und erwartet mit Großaspach seinen Ex-Verein, der als Spitzenreiter auf dem besten Weg zurück in die Bundesliga ist.

Robust und technisch versiert: SG-Stürmer Saliou Sané, der morgen gegen seinen Ex-Klub Paderborn besonders im Blickpunkt steht. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

„Geschäftsführer Markus Krösche, Torwarttrainer Nico Burchert und die Abwehrspieler Christian Strohdiek, Sebastian Schonlau, Thomas Bertels und Marc Vucinovic“. Immerhin sechs Namen fallen Saliou Sané ein, mit denen er als 21-Jähriger in Paderborn um Zweitligapunkte kämpfte. Wie Vucinovic hatte der nun bei Hannover 96 tätige Trainer André Breitenreiter den Angreifer im Sommer 2013 vom TSV Havelse mitgebracht. Statt in der Regionalliga Nord stürmte Sané in Liga zwei. Immerhin neunmal war der junge Angreifer für die Ostwestfalen im Einsatz und steuerte zu deren damaligem Sensationsaufstieg in die Erste Bundesliga ein Tor bei. Der große Durchbruch gelang dem Schlaks allerdings nicht. Deshalb wurde er im Sommer 2014 zum Drittligisten Holstein Kiel ausgeliehen und dort prompt eine Runde später endgültig unter Vertrag genommen. Über die sechsmonatige Zwischenstation SF Lotte ist der gebürtige Hannoveraner nun vor einem halben Jahr im Fautenhau gelandet und mittlerweile auch angekommen.

Schwierige Sprache,

offene Menschen,

besseres Wetter

„Am Anfang war’s schon schwierig“, gesteht der 1,87 Meter große Stürmer zwar schmunzelnd ein, spricht dabei aber eigentlich nur von der Verständigung. Er, der zuvor nur im Norden der Republik zu Hause war, musste sich erst ans Schwäbische gewöhnen. Wobei der größte Unterschied zur alten Heimat nicht die Sprache, sondern „das Wetter war. Hier unten im Süden regnet es im Sommer deutlich weniger als oben“. Eine angenehme Sache. Wie auch der zweite Fakt. Menschlich habe es sofort gepasst, erzählt Saliou Sané und sagt: „Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Vielleicht auch weil hier alles sehr familiär ist.“

Sicher ist, dass das Nordlicht mit dazu beigetragen hat, sich hier rasch wohlzufühlen. Während er auf dem Platz ein Typ ist, der einem Zweikampf eher nicht aus dem Weg geht, wirkt er abseits des Spielfelds ruhig, sachlich und offen. Ohne groß drumrumzureden gesteht er ein, dass es ihn nicht völlig kalt gelassen hat, als er in den ersten zehn Punktspielen für Aspach ohne Tor blieb. „Der Job eines Stürmers ist, zu treffen“, sagt er und fügt an: „Wenn man dann wie ich in Rostock ein reguläres Tor aberkannt bekommt, dann nervt das. Und wenn man dann auch noch selbst ein paar Chancen liegen lässt, dann nervt das erst recht.“ Entsprechend groß war seine Erleichterung, als ihm nach zehn vergeblichen Anläufen am 20. Oktober beim 3:1 gegen Chemnitz das erste Saisontor gelang. Ein Treffer, den er sich mit großem Laufeinsatz und Engagement richtig verdient hatte. Ein Fleiß, den sein Trainer Sascha Hildmann immer wieder herausstreicht, wenn er auf seinen Angreifer angesprochen wird. Und: Ein Einsatz, mit dem es der Kicker zwischenzeitlich auf drei weitere Treffer gebracht hat.

Was Wunder, dass Saliou Sané Stammkraft in der SG-Offensive ist, dass er regelmäßig mit dem zweiten Ex-Paderborner in Aspacher Diensten Timo Röttger eine Doppelspitze bildet. Die Bestätigung für ihn, dass es richtig war, im Sommer von Lotte nach Aspach zu wechseln. „Dort war das eine oder andere unklar“, erklärt der Stürmer und berichtet weiter: „Hier hatte ich mit Janni Koukoutrigas ein gutes Gespräch. Zudem musst du irgendwann mal eine Entscheidung treffen und ich bin glücklich damit, welche ich getroffen habe.“ Auch weil sich das bisher bewahrheitet, was er zuvor von anderen oft gehört hatte: „In Aspach wird sehr gut gearbeitet und es haben schon einige andere den Sprung nach oben geschafft.“ Die Hoffnung, dass ihm, der als 21-Jähriger mit Paderborn in die erste Liga aufstieg, die Rückkehr in die Bundesliga gelingt, hat er nicht aufgegeben: Denn: „Ich bin erst 25 und mein Ziel ist es, so hoch wie möglich zu spielen. Kein richtiger Sportler würde etwas anderes sagen.“

Entsprechend legt sich der Angreifer ins Zeug. Auch morgen, wenn er auf seinen alten Verein und ein paar seiner ehemaligen Mitstreiter trifft. Wobei Saliou Sané durchaus weiß, dass der Tabellenzehnte aus dem Fautenhau gegen den Spitzenreiter nicht gerade Favorit ist. „Paderborn hat schon richtig Qualität“, beurteilt er den Kontrahenten, um danach aber sofort den Kampfgeist zu zeigen, den er auch auf dem Platz beweist: „In dieser Liga kann fast jeder jeden schlagen. Gerade wir wissen das.“