Glück, Mut und mit Köpfchen

Auf Aspachs Drittliga-Elf wartet mit Spitzenreiter Paderborn trotz Heimvorteils eine Mammutaufgabe

„Wir müssen 120 Prozent abrufen und brauchen Glück.“ Aspachs Trainer Sascha Hildmann weiß, was auf ihn und seine Fußballer heute ab 14 Uhr zukommt. Die schwerste Aufgabe, die die Dritte Liga überhaupt zu bieten hat. Spitzenreiter SC Paderborn gastiert im Fautenhau. Inder Vorrunde war’s eine klare Sache, unterlag die SG Sonnenhof doch mit 0:5.

Feiert im Punktekampf gegen Paderborn sein Heimdebüt im Sonnenhof-Trikot: SG-Winterzugang Jeff-Denis Fehr (oben), der hinten links den verletzten Michael Vitzthum ersetzt. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Sascha Hildmann hat Respekt: „Für mich spielt Paderborn mit Wiesbaden und Magdeburg zusammen in einer eigenen Liga“, sagt er und fügt an: „Der SCP ist eine Ausnahmemannschaft mit brutaler Qualität in der Offensive.“ Das Urteil des SG-Coaches über den Tabellenführer liegt auch in den eigenen Erfahrungen begründet, fegte der Spitzenreiter doch in der Vorrunde über Aspach förmlich hinweg. Ein Erlebnis, das in der Vorwoche auch die SF Lotte machten. 0:5 hieß es am Ende. Einmal mehr waren Sven Michel, Ben Zolinski, Marlon Ritter und Kollegen zu großer Form aufgelaufen.

Etwas, das die Elf aus dem Fautenhau heute Nachmittag verhindern will. Für Hildmann steht fest, dass seine Mannschaft dafür mehr als Normalform und ein Quäntchen Glück braucht, um etwas zu holen. Was er ebenfalls verlangt, sind Köpfchen und taktische Disziplin. Denn: „Wenn du gegen Paderborn mitspielst und 1:1-Situationen anbietest, dann wird das knallhart ausgenutzt.“ Entsprechend gut wäre es, wenn Aspach mit einer eingespielten Elf starten könnte. Doch dem ist nicht so. Hinten rechts fehlt neben dem nach seiner Sehnenentzündung weiterhin nicht ganz fitten Sebastian Schiek nun auch der gelbgesperrte Yannick Thermann. Vermutlich wird Sebastian Bösel vom zentralen Mittelfeld auf die Position rücken und dafür Jannes Hoffmann neben Daniel Hägele das Spiel organisieren. Zudem muss Hildmann auf der linken Verteidigerposition umstellen, nachdem Michael Vitzthum wegen eines Rippenbruchs ausfällt. Das heißt: Der im Winter aus Rostock gekommene Jeff-Denis Fehr feiert bei Aspachs Heimpremiere im neuen Jahr sein Heimdebüt. Wobei noch nicht sicher ist, ob der 23-Jährige Bestandteil einer Viererkette sein wird, denn sein Coach überlegt, ob er es nicht mit einer Dreierkette versuchen soll, den Tabellenführer stolpern zu lassen. Dann dürfte der lange verletzte Özgür Özdemir auf einen Platz in der Anfangsformation hoffen. „Ich muss mir da noch Gedanken machen und auch mit der Mannschaft sprechen, mit was sie sich wohler fühlt“, bekennt der 45-jährige Fußballlehrer.

Ohnehin hat er diese Woche mit seinem Team ein paar Worte gewechselt, denn das 0:2 in Zwickau fuchst ihn immer noch. Unnötig und ärgerlich sei die Niederlage gewesen, sagt der Coach und erwartet, dass sein Team heute wacher und ein wenig glücklicher agiert. Vor allem aber eine gute Mentalität an den Tag legt. Denn auch in Zwickau war es wieder einmal so, dass ein frühes Gegentor die SG etwas aus dem Konzept gebracht hatte. Dass dann in der zweiten Halbzeit bei zwei Großchancen auch noch Pech hinzukam, tat ein Übriges. „Ich will, dass meine Mannschaft auch mal ein Spiel dreht“, fordert Hildmann. Noch besser wäre es gegen die pfeilschnellen Kicker des Tabellenführers allerdings, gar nicht erst in Rückstand zu geraten.

  Aspachs Duell mit Tabellenführer Paderborn gibt es im Fernsehen als Zusammenfassung in der ARD-Sportschau ab 18 Uhr.

  Für die Fans bietet die SG zudem wieder einen kostenlosen Shuttlebus vom Backnanger Bahnhof in den Fautenhau an. Los geht’s am Omnibusbahnhof um 13 Uhr (Etzwiesenbrücke 13.01, Rossbergstaffel 13.02) an. Zurück nach Backnang fährt der Bus nach dem Spiel um 16.15 Uhr.