Gehring rettet Aspach verdienten Punkt

Drittliga-Fußballer der SG Sonnenhof schaffen im Heimspiel gegen Spitzenreiter Paderborn ein 1:1, das 0:1 sorgt für Diskussionen

Für eine Überraschung sorgten Großaspachs Drittliga-Fußballer im Heimspiel gegen den SC Paderborn. Sie trotzten dem Spitzenreiter einen Punkt ab, was vor allem aufgrund einer couragierten zweiten Halbzeit völlig in Ordnung ging. Kai Gehring sorgte mit einem Kopfball in der 73. Minute für den 1:1-Endstand, nachdem Philip Tietz die Gäste in der 34. Minute in Führung gebracht hatte.

Wuchtete die Kugel in der 73. Minute zum verdienten 1:1-Ausgleich ins Netz: Großaspachs Innenverteidiger Kai Gehring.Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Es klingt total simpel, wenn Kai Gehring schildert, wie er Aspach mit seinem Treffer den Punkt gerettet hat. „Es war eine super Flanke und ich musste nur noch den Kopf hinhalten“, beschreibt der 29-Jährige das 1:1. Tatsächlich hatte der Freistoß, den Jeff-Denis Fehr aus dem linken Halbfeld in den Strafraum zirkelte, die richtige Höhe und das nötige Tempo, doch ohne die wilde Entschlossenheit, mit der sich Gehring der Kugel näherte und sie ins lange Eck wuchtete, wäre es nichts geworden.

Der Ausgleich läutete eine Schlussphase ein, in der die Hausherren mehr zuzusetzen hatten. Sie waren dem Siegtor näher als der Tabellenführer, insbesondere in der 85. Minute. Saliou Sané passte von der rechten Seite in die Mitte, wo Mario Rodríguez am Ball vorbeisäbelte und Makana Baku ihn nicht perfekt traf. Ein Paderborner fälschte den Schuss zur Ecke ab, es blieb beim 1:1 – und das war auch gerecht. „Wir können mit dem Punkt gut leben“ – dieser Satz kam sowohl SCP-Trainer Steffen Baumgart als auch Aspachs Innenverteidiger Julian Leist über die Lippen.

Vor dem Anpfiff hätten vermutlich nur die Einheimischen eingeschlagen, wäre ihnen ein Remis versprochen worden. Die Gäste peilten im 23. Spiel den 17. Sieg an, um der Zweiten Bundesliga wieder einen Schritt näher zu kommen. Doch die ersten zwei Möglichkeiten hatte die SG Sonnenhof durch Timo Röttger, der nach Pässen von Joseph-Claude Gyau das eine Mal zu lange zögerte und das andere Mal aus der Drehung dem Keeper Leopold Zingerle in die Arme schoss (15./16.). Von viel höherer Qualität war Paderborns erste Torchance (17.). Kwame Yeboah kam aus kurzer Distanz an den Ball und Keeper Kevin Broll musste einen Reflex auspacken, um ihn gerade noch an die Latte zu lenken.

Der 22-jährige Schlussmann stand auch in der 34. Minute im Mittelpunkt einer Situation, die für viel Diskussionsstoff sorgte. Paderborns Lukas Boeder flankte von rechts Richtung Fünfmeterraum. Gehring ging zur Seite, um Platz für den herauskommenden Broll zu machen, der etwa sechs Meter vor seinem Kasten mit SCP-Stürmer Tietz zusammenprallte. „In anderen Stadien, in denen mehr Zuschauer sind, wird so was in acht von zehn Fällen abgepfiffen“, meinte Broll, doch die Pfeife des Referees blieb stumm. „Der Schiedsrichter sagte zu mir, der Torwart springt in den Spieler rein. Ich sehe es exakt andersherum“, sprang SG-Trainer Sascha Hildmann seinem Schützling bei. Tietz war es egal. Er schaltete sofort, lupfte die Kugel über den Keeper – 1:0 für die Gäste. „Ich muss den Ball vielleicht fangen oder wegfausten“, räumte Broll später ein, denn ungeachtet der umstrittenen, aber vertretbaren Entscheidung musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht entschlossen genug zu Werke gegangen zu sein.

Direkt nach dem Wechsel hatte Sané den Ausgleich auf dem Kopf, dann hätte Paderborn fast auf 2:0 erhöht. Marlon Ritter zog nach einem schönen Spielzug ab, doch Broll riss erneut die Arme hoch und lenkte die Kugel an die Latte. Somit blieb Aspach im Spiel, kam eine gute Viertelstunde vor Schluss zum 1:1 und verdiente sich den Punkt letztlich ohne Zweifel.