94,5 Prozent für Bürgermeister Hornek

Amtsinhaber mit 954 Stimmen bestätigt – Wahlbeteiligung in Kirchberg an der Murr liegt bei 34,77 Prozent

Vom Hocker hat das Ergebnis keinen gehauen: Kirchbergs Bürgermeister Frank Hornek tritt seine vierte Amtszeit an. Er wurde gestern mit 954 Stimmen (94,5 Prozent) wiedergewählt. Der 54-Jährige war einziger Kandidat. Die Wahlbeteiligung von 34,77 Prozent bezeichnete der Verwaltungschef als ordentlich.

Der erste Stellvertreter des Bürgermeisters, Reinhard Enge (rechts) verkündete das Wahlergebnis. Darüber freuten sich die erschienen Gäste gemeinsam mit Amtsinhaber Frank Hornek und seiner Gattin. Foto: J. Fiedler

Von Yvonne Weirauch

KIRCHBERG AN DER MURR. Es ist kurz vor 18 Uhr. Immer noch kommen Wähler in die Kirchberger Gemeindehalle, um ihre Stimme abzugeben. Mitglieder des Gemeinderats stehen beisammen und warten auf ihren Einsatz, die Wahlzettel auszählen zu können. „Eigentlich ist es nur eine Frage der Wahlbeteiligung“, sagt Gemeinderätin Gudrun Wilhelm (Freie Liste Kirchberg). Punkt 18 Uhr ertönt der Ruf: Alles bereit zur Auszählung. Tische werden aufgestellt, die grauen großen Wahlurnen ausgekippt und viele flinke Hände machen sich an die Arbeit, die Wahlzettel zu sortieren. „Ich hatte am Vormittag Dienst und war manchmal sehr verwundert“, sagt Gemeinderätin Simone Schneider-Seebeck (Freie Liste Kirchberg). Denn einige Bürger hätten ihr die gesamten Wahlunterlagen einfach in die Hand gedrückt, „nicht im Kuvert, oder nicht mal gefaltet“. Da sei es wohl nicht weit her mit dem Wahlgeheimnis bei nur einem Kandidaten, sagt Schneider-Seebeck mit einem Lächeln.

Während die Wahlhelfer fleißig auszählen, werden Stehtische aufgestellt, mit Salzstangen und Käsecracker bestückt und Teller und Gläser platziert – für das anschließende, gemütliche Beisammensein. Die Gemeindehalle füllt sich unterdessen immer mehr. Gespannt wird das Ergebnis erwartet – auch wenn der Sieger längst feststeht.

Benjamin Blümchen und

Campino auf dem Wahlzettel

Bei der Auszählung gibt es hin und wieder Kopfschütteln. Ein Scherzkeks hat den Namen Benjamin Blümchen aufgeführt, ein anderer den Namen Andreas Frege. Dieser Name lässt einige der Auszähler stutzen. Dann wirft Kämmerer Christian Nobis ein: „Das ist der richtige Name von Campino, dem Frontsänger der Toten Hosen.“ Ein Schmunzeln huscht über die Gesichter: „Also manche kommen auf Ideen...“

Wahlberechtigt seien 3004 der insgesamt 3800 Einwohner aus zwei Wahlbezirken, sagt der erste Stellvertreter des Bürgermeisters, Dr. Reinhard Enge (BUK). Als Frank Hornek die Gemeindehalle mit seiner Familie betritt, werden ihm schon die ersten Glückwünsche ausgesprochen: „Schön, Sie wieder zu haben.“ Das Endergebnis lässt auf sich warten: „Es war eine aufwendige Auszählerei“, sagt Enge. Eine ganze Reihe hätten sich einen Spaß erlaubt und gesondert Namen auf die Liste gestellt. Dann verkündet er die Zahlen: Die Wahlbeteiligung liegt bei 34,77 Prozent. 1009 gültige Stimmen wurden gezählt, 954 Stimmen (94,5 Prozent) fallen auf Frank Hornek. „Manch einer aus dem Gemeinderat bekam auch Stimmen, beispielsweise Gudrun Wilhelm oder Christoph Berroth“, sagt Enge.

Mehr als 50 Gäste sind mittlerweile in der Halle versammelt und applaudieren dem alten und neuen Verwaltungschef. Auch Bürgermeister-Kollegen aus den benachbarten Orten sind gekommen, darunter unter anderem Ian Schölzel (Weissach im Tal), Hans-Jörg Weinbrenner (Aspach), Dieter Zahn (Sulzbach an der Murr) und Irmtraud Wiedersatz (Burgstetten). Ebenso gratuliert Vize-Landtagspräsident Wilfried Klenk.

Frank Hornek sichtlich erfreut über so viel Zuspruch, nennt die Wahlbeteiligung ordentlich, dankt den Wählern und vor allem seiner Frau für die Unterstützung: „Ich freue mich, weitere acht Jahre Bürgermeister zu sein. Wir haben Aufgaben, wir finden Aufgaben und werden diese meistern und gestalten.“