Las Vegas zum Greifen nah

Winterkulturtage: Große Varieté-Eröffnungsshow zum Zehnjährigen – 600 Zuschauern bleibt bei glockenklarem Gesang, Zauberei und Akrobatik die Spucke weg

Ein Hauch von Las Vegas in den Berglen: Beim Auftakt der Winterkulturtage brillierten die Künstler mit atemberaubenden Shows. Varieté mit Glanz und Glamour – so wie’s sein muss.

TJ Wheels bot in der neuen Sporthalle von Oppelsbohm eine atemraubende, spektakuläre Show. G. Habermann

Von Wolfgang Gleich

BERGLEN. Den Zuschauern blieb bei den Auftritten von Groß-Illusionist Daniel Craven sowie Rollschuh-Jongleur und Equilibrist „TJ Wheels“ einfach die Spucke weg. Während die Akteure mit ihren spektakulär-atemraubenden Shows für das internationale Flair der Veranstaltung standen, sorgte Sängerin Sarah Rehberg für die Bodenhaftung. Einfühlsam auf dem Klavier begleitet von Ann-Christin Zimmermann, stellte sie sich ihrem circa 600-köpfigen Publikum mit nichts anderem als ihrer glockenklaren Stimme. Bereits mit dem ersten Lied schlug sie es in ihren Bann: „La vie en rose“, Édith Piafs gleichermaßen herzergreifendem, wie gefangen nehmendem zeitlosen Liebeslied aus dem Jahr 1945.

Rehberg beschenkte die Galabesucher mit einem sorgfältig ausgewählten Melodienstrauß, zu dem Andrew Lloyd Webbers „Think of me, think of me fondly, when we’ve said goodbye“ aus dem „Phantom der Oper“ ebenso wie das herzzerreißend gehauchte „Don’t cry for me Argentina“ aus dem Musical „Evita“ gehörten. Sie verabschiedete sich mit „Somewhere over the Rainbow“, das aus der Feder von Harold Arlen und Edgar Harburg 1939 für das Filmmusical „Der Zauberer von Oz“ für Judy Garland geschrieben wurde..

Schwäbischen Fleiß, herausragende Qualität und unermüdliches Engagement brauche es schon, erklärte Landrat Dr. Richard Sigel, um eine Veranstaltungsreihe wie die Winterkulturtage im Schwäbischen Wald nun schon zum zehnten Mal erfolgreich aufzulegen. Dieses Jubiläum war allemal Grund genug, die Winterkulturtage 2018 am Freitag in den Berglen mit einer großen Eröffnungsgala zu starten. Der Eintritt war frei, ein Blick in die Reihen der reservierten Sitzplätze erwies sich wie ein Blättern im „Who is who“ des Rems-Murr-Kreises: die Bürgermeister der in der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald zusammengeschlossenen Gemeinden, Kreisräte, Vertreter des öffentlichen, gesellschaftlichen und des Wirtschaftslebens der Region.

Den passenden Rahmen bot die festlich aufgepeppte Neue Sporthalle in Oppelsbohm. Umgepflügte Seitenstreifen waren die Folge akuter Parkplatznot. Sei’s drum – für die Gemeinde Berglen sei es eine ganz besondere Auszeichnung, die Gala ausrichten zu dürfen, betonte Bürgermeister Maximilian Friedrich. Mit Blick auf die Bewirtung sagte er, man sei dankbar, dass man sich auf seine „Landfrauen“ verlassen könne. Welchen Stellenwert gerade sie in der Gemeinde einnehmen, zeige sich allein schon daran, dass es unter den 6300 Einwohnern über 600 Mitglieder gebe.

Die Gastgeber des Abends, Bürgermeister Friedrich und Landrat Sigel als Vorsitzender der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald, stellten sich den Fragen des Moderators und Sprechzauberers „Maître Leon“, der selbst sieben Jahre in Murrhardt daheim war. Somit wusste er, wovon er redete – nämlich von den Winterkulturtagen als einem festen Bestandteil der regionalen Kulturlandschaft, der in den vergangenen zehn Jahren seit dem Start in Althütte insgesamt 17500 Besucher anlockte. „Maître Leon“ erwies sich nicht nur als eloquenter Plauderer, sondern flocht in seine Conférence immer wieder Zauberkunststücke ein, mit denen er sein Publikum in baffe Sprachlosigkeit versetzte.

Oberster Zweck der Winterkulturtage ist es laut Landrat, „auch in den dunklen Tagen des Jahres Glanz und Unterhaltung in das grüne Wohnzimmer der Region zu bringen, und zwar nicht nur für die Bewohner allein, sondern auch für die Gäste, die von auswärts in den Schwäbischen Wald einreisen“. Der Hege und Pflege der Marke Schwäbischer Wald verpflichtet zeigten sich auch die Waldfee Sandra Zaiss und die Württembergische Weinprinzessin Anja Off. „Der Schwäbische Wald ist immer eine Reise wert“, betonte die Waldfee. Anja Off berichtete von ihren jüngsten Erlebnissen in China, als sie dort versuchte, den Genießern württembergische Weine und Sekte näherzubringen. Eine Aufgabe, die sich nicht einfach gestaltet habe, da es dort Brauch sei, die vollgefüllten Gläser stets mit einem Zug zu leeren. Zur Feier des Winterkulturtage-Jubiläums empfahl sie jedenfalls bewusst genossene Weine aus Aspach und aus dem Remstal.