Schaffer in Vereinen sind Vorbilder

Schon zum 14. Mal veranstaltet der Fußballbezirk Rems-Murr einen Ehrenamtsabend

Das Ehrenamt lebt im Fußballbezirk Rems-Murr. In Winnenden gab es viele zu ehren, die sich bereits seit langer Zeit engagieren. Foto: R. Rolli

Von Gisbert Niederführ

Ohne Ehrenamtliche läuft in Deutschland nichts – und Vereine könnten ohne sie ohnehin nicht existieren. Schon zum 14. Mal hatte der Fußballbezirk Rems-Murr deshalb verdiente Ehrenamtliche eingeladen, um deren Engagement zu würdigen. Das hat sogar die Politik nicht kaltgelassen.

Bei Verbänden tauchen Politiker gerne auf, um für sich und die eigene Partei zu werben. Auch bei den Kickern von Rems und Murr waren sie vertreten – allerdings ohne in die Eigenlobkiste zu greifen. Die Anerkennung für die Hauptdarsteller des Abends bei Kärcher in Winnenden – zum elften Mal stellte die Firma ihre Räume zur Verfügung und verköstigte die Besucher – klang ehrlich. „Das Ehrenamt und die Sportvereine sind wichtig, um über den Sport den Weg in die Gesellschaft zu finden“, befand Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. „Wir brauchen Sie als Vorbild“, sagte Petra Häfner, sportpolitische Sprecherin der Grünen.

Auch an sportlicher Fairness ließen es die politischen Gäste nicht fehlen. Jochen Haußmann von der FDP stellte nicht nur die Verdienste der Klubs heraus, sondern überbrachte auch die Grüße der Konkurrenten Siegfried Lorek (CDU) und Gernot Gruber (SPD) und warb um Verständnis dafür, dass beide nicht kommen konnten.

Für Wolfgang Zieher, Vizepräsident des Württembergischen Fußballverbands, ist ein Ehrenamt „ein persönliches Sponsoring der Gesellschaft“. 1762 Vereine mit 530000 Mitgliedern gebe es in Württemberg (310 im Rems-Murr-Kreis), im Bundesgebiet sind es 25000 mit sieben Millionen Mitgliedern. Berechne man den Einsatz der Ehrenamtlichen mit 15 Euro pro Stunde, komme man auf die eindrucksvolle Zahl von 1,7 Milliarden Euro, die der Staat spart. Ohne Geld kommen aber auch Ehrenamtliche nicht aus. Deshalb übergab Sportkreis-Präsident Erich Hägele, der den Abend zusammen mit Fußball-Bezirkschef Patrick Künzer moderierte, einen Scheck über 2500 Euro an die Fußballer. Danach verteilte der WFV-Vizepräsident die Preise an drei Vereine und zehn Einzelpersonen (siehe Infokasten). Eine davon war Laura Manz vom FSV Weiler zum Stein, die zwar kürzlich wegen des Berufs für zwei Jahre nach Polen zog, aber per Video zugeschaltet war.

Der Fußballbezirk gibt sich Mühe, seine Schaffer zu würdigen – auch wenn nicht alles klappt: Die Nellmersbacher Geesmusiker kamen eine Stunde zu spät (Künzer: „Mein Fehler.“), doch so widmeten sich die Geladenen eben mehr der Vorführung der Korber Nachwuchsringer. Und im Anschluss dem üppigen Buffet.