Närrischer Ohrwurm: Weissacher Musiker im Finale

Musikalisches Comedy-Duo „Zucker für die Ohren“ tritt neben elf Kandidaten an – SWR-Fernsehen überträgt am 11. Februar live

Wer hat den besten Fasnachtshit, wer singt den definitiven „närrischen Ohrwurm“ der Fasnachtssaison 2018? Der SWR hat gerufen, und unzählige Fasnachtsmusiker – vom Allgäu bis zur Eifel, vom Bodensee bis zur Mosel – haben sich beworben. Unter den Finalisten ist auch das Duo „Zucker für die Ohren“ aus Weissach im Tal. Sie hatten sich mit ihrem Anti-Aids-Titel „Billy, das Kondom“ beworben.

Marcus Burkhardt (links) und Matthias Haag werden wie gewohnt in Anzügen und nicht im Faschingskostüm auftreten. Foto: privat

Von Yvonne Weirauch

WEISSACH IM TAL/SINGEN.Bereits zum elften Mal begeben sich SWR-Fernsehen und Südkurier auf die Suche nach dem „närrischen Ohrwurm“, dem beliebtesten Fasnachtsschlager aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Alle Narrenvereine, Musikkapellen, Bands, Sänger, Guggenmusiker und Fasnachter, die bei dem närrischen Wettbewerb dabei sein wollen, konnten sich bis 21. Januar bewerben. Grundbedingung für die Darbietungen beim wohl närrischsten Musikwettbewerb des Jahres: Die Fasnachtshits müssen ohne Play-back und technische Effekte zum Mitträllern, Mitsingen und Mitschunkeln anregen.

Virtuose Zungenbrecherakrobatik und absurde Situationskomik

„Seitdem wir beim SWR3-Comedy-Festival 2016 den zweiten Platz belegt haben, bekomme ich immer Post vom SWR. Da bin ich auf den närrischen Ohrwurm aufmerksam geworden“, sagt Marcus Burkhardt. Im Bewusstsein, dass der 46-Jährige und sein Comedy-Partner Matthias Haag nicht „unbedingt die Faschingskanonen sind und in dieses Genre eigentlich gar nicht passen“, habe man sich mit dem Titel „Billy, das Kondom“ beworben. „Unser Anti-Aids-Lied hat den Verantwortlichen zwar gefallen, spielen dürfen wir es aber beim Finale nicht“, erzählt Marcus Burkhardt und lächelt. Es sei weder anstößig noch sonst irgendwas, betont der Musiker. Aber laut SWR könne man „sonntagnachmittags den Zuschauern so etwas nicht zumuten“.

Nun hieß es: Entweder gar nicht antreten, oder einen anderen Song einreichen. Aber nicht mitmachen, kam für das Duo nicht infrage. Mit „Rubbel die Katz“ wird es nun am Sonntag, 11. Februar, in Singen auftreten. „Wir freuen uns auf den Auftritt“, sagen die beiden Musiker. „Zucker für die Ohren“ – seit 2008 bilden sie das Duo. Wie sie auf den Namen gekommen sind? Das sei eigentlich Matthias’ Idee gewesen, so Marcus Burkhardt: „Weil wir so süß sind, sagte er, wir machen doch gute Musik, also sind wir Zucker für die Ohren.“ Das wortgewandte musikalische Comedy-Duo stand in den vergangenen Jahren mit nationalen und internationalen Kleinkunstgrößen wie beispielsweise Andrea Witschi (Schweiz) oder Volker Surmann vom Quatsch-Comedy-Club (Berlin) auf den Brettern diverser Bühnen. TV-Auftritte folgten, unter anderem beim SWR anlässlich des baden-württembergischen Kinderkochfestivals. Die Multi-Instrumentalisten arbeiteten seit 1995 in diversen Musikgruppierungen unterschiedlichster Couleur zusammen. „Wir sind eigentlich keine Faschingsband und haben auch nicht die typische eingängige Faschingsmusik zu bieten, trotzdem haben wir uns für den närrischen Ohrwurm beworben – warum auch nicht?! Der SWR hat es ja für gut befunden, sonst stünden wir jetzt nicht im Finale“, schmunzelt Burkhardt.

Das eigentliche Programm der beiden doch so gegensätzlichen Vollblutkomödianten reicht vom kurzen, punktuell aufs Publikum zugeschnittenen viertelstündlichen Showblock bis hin zum abendfüllenden Zweistundenprogramm. Virtuose Zungenbrecherakrobatik, absurde Situationskomik sowie politische Querschläger und eine heftige Katzenphobie zeichnen das Duo aus, welches sich auf Bühnen unterschiedlichster Größe wohlfühlt, sei es vor 100 Zuhörern in einem kleinen intimen Kneipenrahmen oder vor über 1000 in Stuttgart und Karlsruhe. Am Sonntag gibt es laut Burkhardt eine besondere Herausforderung für ihn: „Ich muss halt gucken, dass ich in die richtige Kamera schaue.“

Am Samstag werde am Nachmittag ein Bühnen- und Soundcheck gemacht. Die Startnummer beim Finale stehe auch schon fest: „Wir sind die Vorletzten – also die Nummer elf.“ Ihren Titel werden sie in drei Minuten und 30 Sekunden absolvieren müssen. Ein Faschingskostüm werden sie nicht tragen: „Wir treten in unseren Anzügen auf – so kennt man uns. Vielleicht trage ich noch einen Hut, aber das weiß ich jetzt noch nicht“, lacht Burkhardt. In der Stadthalle Singen übernimmt eine Promi-Jury die fachkundige Bewertung der Finalisten. Allerdings dürfen die Schauspielerin Ursula Cantieni, Sängerin und Musikerin Alexandra Hofmann und Sänger und Entertainer Hansy Vogt die närrischen Hits nur kommentieren, ausschlaggebend für den Sieg ist allein das Urteil der Zuschauer. Mit Unterstützung von SWR-Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein stimmen sie via TED ab, wer „Närrischer Ohrwurm 2018“ wird. Die Sieger machen ihren Fasnachtshit nicht nur weit über die Grenzen ihrer Gemeinde hinaus bekannt, sondern können auch aus drei attraktiven Preisen wählen: ein professionell hergestelltes Musikvideo, eine CD-Produktion in den Tonstudios des SWR oder ein Profifotoshooting des Südkuriers. Für welch einen Preis sich das Duo im Falle eines Sieges entscheiden würde? Marcus Burkhardt überlegt: „Hmm. Am wahrscheinlichsten ist die CD-Produktion. Aber so weit sind wir ja noch nicht“, sagt er bescheiden.

  Der große Fasnetshitwettbewerb von SWR-Fernsehen und Südkurier wird am Sonntag, 11. Februar, ab 16 Uhr in der Stadthalle in Singen/Hohentwiel präsentiert und vom SWR-Fernsehen live übertragen.

  Wer für das Duo abstimmen möchte, kann dies via TED: Rufnummer 0137/2002011 (14 Cent pro Minute aus dem Deutschen Festnetz), per SMS an die Nummer 14400 mit dem Stichwort „Wurm11“ (50 Cent). Die Leitungen werden nach dem letzten Auftritt freigeschaltet.