Bulldogge beißt Mädchen ins Gesicht

Zwölfjährige schwer verletzt

MURRHARDT (pol/yw). Eine Bulldogge hat sich am Dienstagnachmittag von der Leine losgerissen und einem zwölf Jahre alten Mädchen ins Gesicht gebissen. Das Kind erlitt eine Fleischwunde an der Backe und musste vom Rettungsdienst versorgt werden.

Zum Ablauf heißt es im Polizeibericht: Die 32 Jahre alte Hundehalterin hatte um 16.20 Uhr im Käsbacher Weg in Murrhardt mit ihrem Auto geparkt, als sogleich ein fünf Monate alter Pitbull aus dem Auto sprang und an dem zufällig vorbeikommenden Mädchen hochsprang. Das Kind erschrak und machte eine Abwehrbewegung, die den zweiten, vier Jahre alten Hund der Frau, eine Bulldogge, auf den Plan rief. Das Tier riss sich von der Leine los und biss dem Mädchen in die Wange. Auf die Hundehalterin kommt nun ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung zu. Nach Informationen von Polizeisprecher Ronald Krötz wird sich die Hundestaffel dem Fall annehmen. Unter Umständen wird eine Wesensprüfung der Tiere eingefordert, die das Veterinäramt abnimmt beziehungsweise beurteilt.

Die Tierrechtsorganisation Peta nimmt den Vorfall zum Anlass, um die Einführung eines Hundeführerscheins in Baden-Württemberg zu fordern. Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist dort seit Juli 2013 verpflichtend. Solch ein Hundeführerschein sehe vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Ein Praxisseminar für Halter und Hund in einer Hundeschule schließt sich an. „Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten“, so Peta.