Nordkorea will nicht mit den USA reden

Pjöngjang/Seoul (dpa) - Einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Südkorea hat in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang eine Militärparade begonnen.

Mit der Waffenschau will Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un trotz der jüngsten Annäherung an Südkorea militärische Stärke demonstrieren.

Die Militärparade wurde zunächst nicht im nordkoreanischen Fernsehen übertragen. In Livebildern aus Pjöngjang im Kurznachrichtendienst Twitter war aber zu sehen, wie Dutzende Panzer, Lastwagen mit winkenden Soldaten und andere Militärfahrzeuge im Konvoi an jubelnden Menschen vorbeirollten. Auch Südkoreas Regierung bestätigte nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap, dass die Parade dem Anschein nach begonnen habe.

Das Säbelrasseln gegenüber Südkorea und den USA überschattet den Auftritt der nordkoreanischen Sportler an der Seite ihrer südkoreanischen Kollegen bei den Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang. Kritiker sehen darin eine Provokation, die den versöhnlichen Gesten der vergangenen Wochen widerspreche.

Nordkorea hat diesen Donnerstag erst vor wenigen Wochen und offenbar mit Blick auf die Spiele für die Militärparade ausgesucht, um den 70. Jahrestag der Gründung der Armee des Landes zu feiern.

Nordkoreas Außenministerium unterstrich, dass es kein Interesse habe, die Teilnahme an den Winterspielen für ranghohe Gespräche mit der US-Seite zu nutzen, wie südkoreanische Medien unter Hinweis auf Nordkoreas Nachrichtenagentur KCNA berichteten.

Nordkorea sendet mit Kim Yo Jung die einflussreiche Schwester von Kim Jong Un und Parlamentspräsident Kim Yong Nam als protokollarisches Staatsoberhaupt zur Eröffnung der Spiele am Freitag. Die US-Delegation wird von Vizepräsident Mike Pence angeführt.

Zu ihrem dreitägigen Aufenthalt in Südkorea wird die nordkoreanische Delegation am Freitag mit einem Sonderflugzeug eintreffen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.