Mexikanisch essen am Murrufer

An der Aspacher Brücke plant Traumpalast-Besitzer Heinz Lochmann ein neues Lokal – Pächter soll die „Joe Peña’s“-Kette werden

Als Eigentümer des Traumpalast-Kinos ist Heinz Lochmann in Backnang gut bekannt, jetzt will der Unternehmer aus Rudersberg auch in der Gastronomie Akzente setzen. Gegenüber von seinem Kino hat Lochmann ein denkmalgeschütztes Haus am Murrufer gekauft, das er sanieren und erweitern will. Im Erdgeschoss ist ein Lokal mit Biergarten geplant, wahrscheinlich ein „Joe Peña’s“ mit mexikanischer Küche.

Heinz Lochmann und seine Tochter Lara wollen das denkmalgeschützte Haus am Murrufer sanieren. Im Erdgeschoss soll ein mexikanisches Restaurant eröffnen, darüber sind vier Wohnungen geplant. Foto: A. Becher

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Zu Backnang hat Heinz Lochmann eine besondere Verbindung: „Meine Frau stammt aus Backnang, außerdem habe ich hier Anfang der 80er-Jahre mein erstes großes Kino eröffnet“, erzählt der 58-Jährige. Mittlerweile gehören zu Lochmanns Firmenimperium neun Kinos, ein Filmverleih und zahlreiche Immobilien, von denen etliche gastronomisch genutzt werden. Eine weitere kommt nun in Backnang dazu: In der Schillerstraße, gleich neben der Aspacher Brücke, hat Lochmann ein altes Gerbereigebäude gekauft.

Das Haus ist in Teilen mehr als 300 Jahre alt, steht unter Denkmalschutz, zuletzt stand es allerdings mehrere Jahre leer und gammelte vor sich hin. „Das war ein Fleck, an dem man nicht mehr so gerne hingeschaut hat“, sagt der städtische Wirtschaftsbeauftragte Ralf Binder. Andererseits haben die Lage am Murrufer und der Garten mit den großen Kastanienbäumen viel Charme. Binder gab Lochmann deshalb den Tipp, sich das Gebäude doch einmal anzuschauen.

Das tat der erfahrene Investor und erkannte auf den ersten Blick das Potenzial des Hauses: „Wenn man Altes mit Neuem kombiniert, hat das immer ein ganz besonderes Flair“, weiß Lochmann, der sich mit denkmalgeschützten Gebäuden auskennt. In Esslingen betreibt er etwa das Freizeit- und Erlebniscenter „Das Dick“, das sich ebenfalls in einem ehemaligen Industriebau befindet.

Restaurant und Kino

sollen sich ergänzen

Das Backnanger Projekt ist dagegen vergleichsweise klein. Im Erdgeschoss plant Lochmann ein Restaurant mit 70 bis 80 Sitzplätzen und einem Biergarten mit weiteren 40 bis 50 Plätzen. In den oberen Etagen sollen vier kleinere Wohnungen entstehen. Das Restaurant sei eine gute Ergänzung zum Kino, sagt Lochmanns Tochter Lara: „Dort können sich unsere Gäste vor und nach dem Kinobesuch treffen und müssen sich nicht noch einmal ins Auto setzen.“

Der Vertrag mit dem künftigen Betreiber des Restaurants ist zwar noch nicht unterschrieben, doch es deutet alles darauf hin, dass es sich um eine weitere Filiale der „Joe Peña’s“-Kette handeln wird, die bereits in Schorndorf, Esslingen am Neckar und Leonberg Mieter in Lochmanns Immobilien ist. „Wir haben mit Joe Peña’s gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Lochmann. Die Restaurantkette setzt auf mexikanische Spezialitäten, Steaks und Cocktails und spricht ein überwiegend jüngeres Publikum an.

Damit das Lokal die notwendige Größe hat, will Lochmann das historische Gebäude um einen verglasten Anbau erweitern. Das ist insofern problematisch, weil am Murrufer wegen des Hochwasserschutzes eigentlich ein Bauverbot besteht. Allerdings kann Lochmann dies umgehen, wenn er einen Ausgleich schafft. Das will er tun, indem er der Stadt einen Anteil an der Retentionsfläche abkauft, die zurzeit in der Nähe des Freibads ausgebaggert wird. Diese muss, wie mehrfach berichtet, für den Bau des Annonaygartens geschaffen werden, ist aber groß genug, um noch weitere Projekte am Murrufer auszugleichen.

Darüber hinaus muss Heinz Lochmann für sein Lokal sechs Stellplätze nachweisen. Die will er im benachbarten Windmüller-Parkhaus kaufen, denn dort wurden seinerzeit mehr Stellplätze geschaffen, als es das Baurecht verlangte. Sobald der entsprechende Nachweis sowie eine Stellungnahme des Landratsamtes zum Hochwasserschutz vorliegen, könne die Baugenehmigung erteilt werden, erklärt der Leiter des Backnanger Baurechtsamtes, Helmut Wagner. Lochmann hofft, dass es bald so weit ist, denn er hat es eilig: „Es ist schon alles vorbereitet. Sobald die Genehmigung da ist, geht’s sofort los“, kündigt er an und hofft, dass das Lokal bereits im Herbst eröffnen kann. Die Investitionskosten beziffert er auf rund 700000 Euro.

Im Backnanger Rathaus begrüßt man Lochmanns Pläne: „Es ist wichtig, dass dieses Kulturdenkmal wieder genutzt wird, weil es sonst kaputt geht“, sagt Helmut Wagner. Außerdem sei ein neues gastronomisches Angebot eine Bereicherung für die Innenstadt. Etwas anders sieht das Andreas Brunold: Der streitbare BUND-Vorstand ist Miteigentümer des Nachbargrundstücks und will das neue Lokal unbedingt verhindern. Er befürchtet Beeinträchtigungen für die Nachbarn durch Lärm, Gerüche und parkende Autos. Gegen eine Baugenehmigung werde er deshalb Widerspruch einlegen, kündigt Brunold an.