Gemeinderat gibt grünes Licht für Kreisel

Landesstraße kann für die Bauzeit gesperrt werden, da der Verkehr wegen des Brückenbaus in Bartenbach ohnehin umgeleitet wird

Grünes Licht gab der Gemeinderat zu Bau und Ausschreibung des Kreisverkehrs am Sulzbacher Eck (wir berichteten), allerdings unter Murren ob der Kosten und der noch ungeklärten Umleitung während der Bauzeit.

Die Kreuzung der L1066 von Backnang nach Murrhardt mit der Haller Straße, die aus der Sulzbacher Ortsmitte Richtung Großerlach führt, gilt als Unfallschwerpunkt. Demnächst wird sie zum Kreisverkehr ausgebaut. Unmut gibt es noch wegen ungeklärter Fragen zu den Themen Kosten und Umleitungen während der Bauzeit. Foto: J. Fiedler

Von Ute Gruber

SULZBACH AN DER MURR. Bürgermeister Dieter Zahn drängte in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf eine zügige Ausschreibung, denn er möchte die Vollsperrung der Landesstraße nutzen, wenn im Sommer in Bartenbach die Haselbachbrücke erneuert wird: „Der Ortbeton dort muss 28 Tage aushärten.“ Das bedeutet: Die Brücke wird nicht aus Fertigteilen erstellt, sondern an Ort und Stelle in Schalungen gegossen. Danach darf das neue Bauwerk einen Monat lang nicht belastet werden.

Der Bau des Kreisverkehrs (in der Verlängerung dieser Landstraße) sei deutlich rascher und auch qualitativ besser zu realisieren, wenn die Baustelle komplett gesperrt sei. Zumal gleichzeitig die unteririschen Kanäle und Wasserleitungen im Kreuzungsbereich erneuert werden sollen, die schon 50 Jahre alt sind. „Ich möchte da sozusagen im Stand-by-Modus stehen.“ Also Gewehr bei Fuß, mit fertigem Plan in der Schublade.

Der hohe Kosteneigenanteil stößt

manchem Gemeinderat sauer auf

Wie denn die Umleitung geplant sei, wollte Katja Erkert (CDU/Freie Wähler) wissen. Immerhin liegt das Verkehrsaufkommen auf der L1066 an der Kreuzung bei über 13000 Kraftfahrzeugen pro Tag, die dann womöglich durch Wohngebiete oder auf Feldwege ausweichen müssen. „Das ist im Detail noch nicht besprochen“, muss Zahn da passen, „möglichst überörtlich.“ Auch der hohe Eigenanteil an den Kosten stößt manchem sauer auf: „Wieso bleiben da noch 300000 Euro für uns?“, moniert Reinhold Haag. „Das ist doch Landessache.“ Das Land zahle nur das Notwendige, und da wäre vom Verkehr her betrachtet eine Ampel ausreichend, erklärt Zahn. Man hatte sich aber für die elegantere und leistungsfähigere Kreisellösung entschieden. Die Firma Mulfinger als Eigentümerin der angrenzenden Gewerbefläche beteiligt sich mit 100000 Euro an den Kosten.

Wer genau den Anschluss des Gewerbegebietes in Höhe von 68000 Euro zahlen muss, muss noch geklärt werden, ebenso die genauen Kosten der Wasser- und Abwasserleitungen, erklärt der Rathauschef auf die Anfrage von Karl-Heinz Buth (Unabhängige Bürgerliste).

Ob sich die Lärmbelastung durch den Kreisverkehr erhöht, sollte der Bürgermeister im Auftrag der anwesenden Anlieger bei der Bürgerversammlung im Dezember noch klären: Claus Wolf vom Ingenieurbüro LK&P. aus Mutlangen rechnet in seiner aktuellen Stellungnahme nicht mit einer erheblichen Verschlechterung, obwohl der Verkehr Richtung Backnang um 20 Meter näher an die Wohnhäuser rückt. Das werde jedoch ausgeglichen durch die verringerte Geschwindigkeit und flüssigere Fahrweise, vor allem der Lastwagen. Zusätzlicher Verkehr entstehe allerdings durch den Lebensmittelmarkt, dennoch dürften „die Lärmwerte für Mischgebiet nach überschlägiger Ermittlung eingehalten werden“. Die Zeiten der lautlosen Industriebrache als Nachbar sind vorbei.

Der Unfallschwerpunkt an der Kreuzung zwischen Umgehungsstraße (Landestraße1066) und Haller Straße soll durch den neuen Kreisverkehr beseitigt werden, außerdem soll das Überqueren für Fußgänger sicherer und das Abbiegen für den Schwerlastverkehr Richtung Heilbronn (B14) einfacher werden. Es muss mit einer Bauzeit von vier Monaten gerechnet werden.