HCOB will im Abstiegskampf nachlegen

Handball-Drittligist erwartet Pfullingen zum württembergischen Duell in der Karl-Euerle-Halle und peilt weitere Punkte an

Drei der ersten vier Rückrundenspiele haben die Drittliga-Handballer des HC Oppenweiler/Backnang gewonnen. Die Hoffnungen auf den Klassenverbleib sind intakt, im Württemberg-Duell gegen den VfL Pfullingen will das Team von Trainer Matthias Heineke morgen (20 Uhr, Karl-Euerle-Halle) nachlegen. Die packenden Partien zwischen beiden Klubs seit 2015 lassen den Schluss zu: Es könnte einen echten Krimi geben.

Könnte nach längerer Verletzungspause vielleicht wieder ein paar Minuten mitwirken: HCOB-Rückraumspieler Benjamin Röhrle. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Seit einiger Zeit befinden sich die beiden Vereine im Parallelflug. Vor dreieinhalb Jahren stiegen sie gemeinsam aus der Baden-Württemberg-Oberliga in die Dritte Liga auf, die vergangenen Runden beendeten sie als Tabellennachbarn. In den direkten Duellen schenkten sie sich nichts, vier der bisherigen fünf Spiele auf Drittliga-Niveau endeten remis. Auch der Start in die aktuelle Saison verlief ähnlich: Beide fanden sich am Tabellenende wieder.

Pfullingen schaffte schneller die Trendwende. Der VfL gewann sieben Heimspiele in Serie, trotzdem sind die Schützlinge des am Rundenende scheidenden Trainers Till Fernow noch nicht über den Berg – mit 17 Zählern haben sie sich aber ein solides Fünfpunktepolster auf den ersten Abstiegsplatz angefuttert. HCOB-Trainer Matthias Heineke lobt den Rivalen: „Zu Hause absolvieren sie eine herausragende Runde. Auch auswärts lieferten sie häufigknappe Spiele ab.“ Als Erfolgsfaktoren bei den Gästen aus Pfullingen sieht der 35-Jährige, „dass sie eine klare Hierarchie im Team haben und ihre Leistungsträger wie Micha Thiemann, Nico Hiller und Daniel Schliedermann konstant auf einem guten Niveau spielen. Zudem bleiben sie ihrer Linie treu, unabhängig vom Spielstand“.

Die Murrtaler starteten erst mit Beginn des neuen Jahres durch. Mit Siegen gegen Dansenberg und Neuhausen/Erms sowie zuletzt in Pforzheim kletterte das Team auf einen Nichtabstiegsplatz und brachte sich mit einem Punkt Vorsprung auf den Drittletzten in eine Position, die den Ligaverbleib machbar erscheinen lässt. Dass die Pforzheimer den HCOB-Sieg mit Verweis auf ihre Verletztenliste beinahe zur Selbstverständlichkeit erklärten, interessiert Heineke nur am Rande. Gewiss hätten der TGS gute Leute gefehlt, „aber im Laufe der Saison müssen fast alle Teams – inklusive uns – immer wieder auf mehrere wichtige Spieler verzichten und trotzdem Ergebnisse liefern“. Der Druck auf sein Team sei wegen der Resultate der Rivalen groß gewesen, und diesem hielt es stand.

Der Trainer erkannte Aspekte, „die uns auch in den nächsten Spielen zu Erfolgen führen können“. So sei es gelungen, nach anfänglichen Nachlässigkeiten eine konstant gute Abwehr zu stellen – und das vor allem gegen das Angriffsspiel mit zwei Kreisläufern und damit einer Variante, die auch Pfullingen im Repertoire hat. Heineke war zudem wichtig, „dass wir uns in der entscheidenden Phase nochmals steigern konnten“. Verbessern müsse sich das Rückzugsverhalten bei Gegenstößen, „und im Angriff wollen wir mit klaren und geduldig erspielten Würfen zu Abschlüssen kommen“. Der HCOB-Trainer rechnet mal wieder mit einer engen Kiste: „Beide Teams sind nah beieinander, da kann der größere Siegeswille entscheiden. Es wird auf die Torhüterleistung ankommen und darauf, sein Tempospiel durchzuziehen.“

Bleibt bei den Hausherren die Frage, ob Rückraumspieler Benjamin Röhrle wieder mitspielen kann. Der seit über acht Wochen verletzte Handballer hat im Trainingteilweise wieder mitgemacht, in Pforzheim war er zur Eingewöhnung beim Aufwärmen dabei. „Wir würden uns über jede Minute freuen, die er mitspielen kann“, sagt Heineke: „Zugleich wollen wir nach einer so langen Pause kein übereiltes Risiko eingehen.“ Selbiges gelte auch für den Kreisläufer Philipp Schöbinger, der noch an den Nachwirkungen einer Zerrung leidet.