Nachhaltige Strategie bewährt sich

Dreiervorstandsspitze der Kreissparkasse Waiblingen ist mit den Geschäftszahlen für 2017 sehr zufrieden

In allen Bereichen positive Ergebnisse für 2017 – das verkündete gestern die Dreiervorstandsspitze der Kreissparkasse Waiblingen – Ines Dietze, Lothar Kümmerle und Ralph Walter – trotz eines turbulenten Jahres. Die Kundenausleihungen und Kundeneinlagen legten kräftig zu. Das Geschäftsvolumen stieg auf über 8,3 Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr sei somit gut abgeschlossen. Das Ausscheiden des früheren Bankchefs Bernd Fickler ist im Hause indessen kein Thema mehr.

Der Vorstand wurde 2017 von vier auf drei Personen verkleinert: Ines Dietze, Lothar Kümmerle und Ralph Walter (von links). Foto: KSK Waiblingen

Von Yvonne Weirauch

WAIBLINGEN. 2017 sei ein ganz besonderes Jahr gewesen, sagte die Vorsitzende des Vorstands, Ines Dietze. Das Ausscheiden Bernd Ficklers (wir berichteten) habe natürlich „emotional bewegt und für Aufregung gesorgt“ – aber nur kurzweilig. „Als feststand, dass wir als Dreierspitze weitermachen und sich der Personalrat neu positioniert hat, kehrte recht schnell Ruhe ein. Im Haus wurde alles zurechtgeruckelt“, nahm Dietze kurz und knapp Stellung zu diesem Thema. Bei der Jahrespressekonferenz standen andere Themen im Vordergrund.

„Unsere nachhaltige Strategie, auf hoch qualifizierte Beratung, kundenorientierten Service, den Ausbau unserer modernen Vertriebskanäle und die Förderung unserer Mitarbeiter zu setzen, hat weiterhin zu einem ordentlichen Wachstum im Kundengeschäft geführt“, so die Sparkassenchefin. Die Zahlen bestätigten, dass das auf persönliche Nähe und Beratungsqualität ausgelegte Geschäftsmodell – egal ob die Kunden die Nähe in der Filiale, per Telefon oder online suchen – auch im digitalen Zeitalter funktioniert. Auf das abgelaufene Geschäftsjahr blicken Lothar Kümmerle und seine Kollegen mit positiven Gefühlen zurück. Vor den meisten Bilanzzahlen steht ein Plus. Im internen Ranking der baden-württembergischen Sparkassen liegen die Waiblinger in ihrer Größenkategorie auf Platz zwei. Das Geschäftsvolumen betrug zum Jahresende 8334 Millionen Euro (Vorjahr: 228 Millionen Euro). Die Bilanzsumme der Sparkasse konnte als Ergebnis des aktiven Kundengeschäftes binnen Jahresfrist um 6,2 Prozent auf über 8,2 Milliarden Euro gesteigert werden. Der Kreissparkasse gelang es, das Kundenkreditvolumen um beachtliche 5,5 Prozent auf über 6,1 Milliarden Euro zu steigern – ein Zuwachs um rund 321 Millionen Euro. Damit wurde der Vorjahreswert von 200 Millionen Euro deutlich übertroffen. Getragen wurde das Wachstum insbesondere von den festverzinslichen Krediten, so der Vorstand. Mit einem Wachstum von über 275 Millionen Euro haben auch die Kundeneinlagen deutlich zugenommen und ein Volumen von über sechs Milliarden Euro erreicht. Die Bestandsveränderung war geprägt von kurzfristig verfügbaren und variabel verzinslichen Einlagen. Hoch in der Gunst der Kunden standen auch 2017 Geldmarktkonten, deren Bestand sich um rund 131 Millionen Euro erhöhte.

Das Eigenkapital der Sparkasse könne weiter gestärkt werden, um die Zukunftsfähigkeit und die kreditwirt-schaftliche Versorgung der Region sicherzustellen. Das Betriebsergebnis vor Bewertung wird bei rund 88 Millionen Euro liegen. „Damit können wir nahtlos an das gute Vorjahresergebnis anknüpfen“, so Vorstandsmitglied Lothar Kümmerle. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern könne die Kreissparkasse ihre Eigenmittel in diesem Jahr voraussichtlich um über 50 Millionen Euro aufstocken.

Ralph Walter: „Eine Sparkasse ohne Kunden ist wie eine Ehe ohne Liebe.“

Erfreulich hat sich nach Angaben von Ralph Walter das Firmenkundengeschäft entwickelt. Es wurde bei den Ausleihungen ein Plus von rund 253 Millionen Euro erzielt. Eine beachtliche Steigerung um neun Prozent. Walter: „Wir blicken auf das erfreulichste Jahr in dieser Dekade zurück.“ Zum Wachstum beigetragen haben hauptsächlich Firmenkunden und der Bereich der sogenannten strukturierten Finanzierungen. Bei der Gesamtersparnis wurde mit einem Plus von rund 187 Millionen Euro der Vorjahreswert (199 Millionen Euro) fast wieder erreicht. Die positive Entwicklung bei den Firmenkunden sowie solide Zuwächse bei den Kommunen trugen dazu bei. „Ich sage immer: Eine Sparkasse ohne Kunden ist wie eine Ehe ohne Liebe“, so Walter. Das Leasinggeschäft sei dagegen eher zurückhaltend gelaufen. Positiv bewertet der Vorstand den Wachstumskurs des Private Bankings. „Rund 100 Mandate werden mittlerweile umfassend betreut.“ Ebenso sehr zufrieden gestimmt sei man beim Wertpapiergeschäft. Der Wertpapierumsatz konnte im Vergleich zu 2016 erheblich gesteigert werden – von 574 auf rund 778 Millionen Euro.

Im Dezember ging die neue Internetfiliale auf www.kskwn.de online. Fast 70000 Kunden nutzen das Online-Banking – darunter rund 8000 Kunden, die ihre Bankgeschäfte über die Sparkassen-App machen. Über 210000 Einzelüberweisungen werden monatlich im Internet abgewickelt. Das seien beachtliche Zahlen, so Dietze. Mehr als 43000 Dialoge wurden außerdem über die Postbox im Online-Banking geführt. Auch die Online-Chats werden immer beliebter. Über das hauseigene Kundenservicecenter der Kreissparkasse können auch Kunden immer mehr Anliegen und Aufträge abschließend am Telefon erledigen. Dies alles könnte dazu führen, dass die eine oder andere kleine Filiale (besetzt mit ein oder zwei Personen) zur Disposition stehen könnte. Trotzdem werde man flächendeckend im Landkreis präsent sein. „Eine Filialschließung hängt nicht mit Personalabbau zusammen“, betonte Kümmerle explizit. Die auf der Nordseeinsel Rügen geborene Bankchefin beschreibt die Zukunftsaussichten in schwäbisch-zurückhaltender Manier: „Wir sind verhalten optimistisch.“ Das Ziel sei, „alle Chancen des technischen Fortschritts weiter zu nutzen und dabei Sparkasse zu bleiben“.