Viel Positives, aber auch kritische Töne

Michael Keller für drei weitere Jahre zum Obmann der Backnanger Schiedsrichtergruppe gewählt

Standen bei der Hauptversammlung der Schiedsrichtergruppe Backnang im Großaspacher Fautenhau im Mittelpunkt (von links): Referent Florian Steinberg vom Verbandsschiedsrichterausschuss, der Fußball-Bezirksvorsitzende Patrick Künzer, der stellvertretende Obmann Uwe Oesterle, die geehrten Referees Jonathan Bauer und Frank Stettner sowie der für weitere drei Jahre wiedergewählte Obmann Michael Keller. Foto: A. Becher

(pm). Einen harmonischen Verlauf nahm die Hauptversammlung der Schiedsrichtergruppe Backnang in Großaspach. Die 63 anwesenden Fußball-Referees entlasteten Obmann Michael Keller sowie dessen Ausschuss einstimmig, anschließend stand nur Keller zur Wiederwahl: Er wurde von allen Kollegen für drei weitere Jahre im Amt bestätigt. Dem neuen Ausschuss gehören neben den bisherigen Mitgliedern Uwe Oesterle (stellvertretender Obmann, Einteiler Jugend, SV Steinbach), Lothar Fink (Einteiler Aktive, SV Steinbach) und Stephan Link (Öffentlichkeitsarbeit, FC Viktoria Backnang) auch drei neue Leute an: Philipp Soos (Homepage, Schiedsrichternachwuchs, SG Oppenweiler/Strümpfelbach), Mustafa Aydin (Schiedsrichternachwuchs, TSV Gaildorf) und Yannik Schneidereit (Schiedsrichternachwuchs, Frauen, SV Kaisersbach). Das Trio ersetzt Jonathan Bauer, Matijas Duric und Daniela Greiner, die aus beruflichen oder familiären Gründen ausgeschieden sind.

Nach den Grußworten des Bezirksvorsitzenden, Patrick Künzer, des Bezirksschiedsrichterobmanns, Markus Seidl, und des Präsidenten der SG Sonnenhof Großaspach, Werner Benignus, blickte Keller in seinem Bericht auf die drei Jahre seit der zuvor letzten Hauptversammlung zurück. Eine Zeit, „in der sich der Fußball vor allem in der Schiedsrichterei doch immens geändert hat“. Veränderte Regeln sowie der Videobeweis in der Bundesliga hätten für „viel Diskussionsstoff“ gesorgt, „aber auch das Thema Futsal beschäftigt uns Schiedsrichter ebenso wie die Vereine an der Basis“. Einspruch zu erheben, sei zwecklos, „wir müssen damit umgehen und das Beste daraus machen. Für unsere Gruppe kann ich voller Stolz sagen, dass wir die Änderungen annehmen und mit sehr wenig Murren umsetzen“.

„Ungute Tendenz“: Die Anzahl der

Referees geht kontinuierlich zurück

Was die Zahl der Schiedsrichter betrifft, seien andere Gruppen schlechter aufgestellt. „Wir haben regelmäßig einen eigenen Neulingskurs und können sonntags fast immer alle Spiele besetzen“, sagt Keller, stellt aber trotzdem „eine ungute Tendenz“ fest. Vor allem die anrechenbaren Unparteiischen, die tatsächlich eine bestimmte Zahl an Spielen leiten und für ihre Vereine in die Wertung kommen, geht kontinuierlich zurück – von 102 auf 91 auf 85 in den Spielzeiten 2014/2015 bis 2016/ 2017. An der Spitze steht weiterhin der SV Steinbach mit nun jedoch nur noch 9 anrechenbaren Schiedsrichtern, drei Jahre zuvor waren es noch 14. Über dem individuellen Soll liegen gerade einmal noch 7 Vereine, 18 bewegen sich mehr oder weniger deutlich darunter.

„Die älteren Kameraden steigen aus gesundheitlichen Gründen irgendwann aus, die jungen finden ein anderes Hobby oder sagen sich, dass sie sich die Anfeindungen nicht mehr antun möchten“, erklärt Keller. Ersteres sei zu akzeptieren, Letzteres hänge „oft mit mangelndem Respekt und wildem Umgang seitens der Spieler und Vereinsverantwortlichen mit den Schiedsrichtern zusammen“. Des Obmanns etwas desillusioniertes Fazit: Man brauche ein dickes Fell, denn „ich denke nicht, dass wir die Gesellschaft ändern werden. Wir müssen lernen, mit ihr umzugehen“.

Abseits der Einsätze nimmt die Gruppe selbst an einigen Turnieren teil – „mit mäßigem Erfolg, aber oft mit dem meisten Spaß aller Mannschaften“, verriet Keller schmunzelnd. In diesem Jahr wollen die Backnanger Referees zur Abwechslung ein Beachvolleyballturnier organisieren.

Die goldene Ehrennadel für 25 Jahre Schiedsrichtertätigkeit wurde an Frank Stettner vom FC Ottendorf überreicht. Jonathan Bauer vom TSV Sulzbach-Laufen bekam für seine jahrelange Mitarbeit im Ausschuss der Backnanger Schiedsrichtergruppe den Verbandsehrenbrief.