Titelverteidiger setzt sofort ein Zeichen

Backnangs Judo-Frauen starten mit 9:5-Sieg gegen Esslingen

Einen starken Start in die Erstligasaison legten Backnangs Judo-Frauen hin. Die TSG, die als Titelverteidiger erneut zu den Favoriten auf die Meisterschaft gehört, hatte im Heimwettkampf gegen den KSV Esslingen deutlich mit 9:5 die Nase vorne. Einen so klaren Ausgang hatte Jens Holderle wegen der vielen Fragezeichen in der Vorbereitung nicht unbedingt erwartet, hinterher sagt der Trainer: „Der Sieg war brutal wichtig.“

Versuchte im Duell mit der Esslingerin Agata Zacheja alles, um die Rivalin niederzuringen, musste sich aber doch geschlagen geben: Backnangs Judoka Jennifer Englisch (oben). Foto: A. Becher

Von Katharina Klein

Bekanntlich backt Jens Holderle bei seinen Kampfprognosen grundsätzlich lieber kleine Brötchen. In der vergangenen Woche hatte Backnangs Teamoberhaupt aber mit so vielen Unsicherheiten zu tun, dass er tatsächlich Anlass zur Sorge hatte: „Bis zum Donnerstag war vieles nicht klar. Wer kommen würde, wer nicht. Auf einige Zusagen folgten Absagen und umgekehrt. Am Donnerstag lief es dann aber auf einmal.“ Und es kam doch nicht so schlimm wie vielleicht befürchtet. Katharina Menz (Klasse bis 48 Kilogramm) und Anna-Maria Wagner (bis 78) durften wegen der in Kürze anstehenden EM zwar nicht kämpfen, gaben ihren Kolleginnen vom Mattenrand allerdings moralischen Rückhalt.

Für Menz sprang im Leichtgewicht die 17-jährige Helena Grau ein und siegte in beiden Durchgängen gegen die deutsche U-21-Vizemeisterin Helen Schneider – im ersten Duell mit einem Haltegriff nach etwa 40 Sekunden, beim zweiten Mal mit einem Fußfeger im Golden Score und damit in der Verlängerung nach den regulären vier Minuten, in denen beide jeweils einen Punkt geholt hatten. „Das war super. Jetzt muss Helena konzentriert weiterarbeiten“, lobt der Trainer. Auch zweimal behauptete sich Sarah Mäkelburg. Der TSG-Zugang musste zunächst in der Klasse bis 78 Kilogramm ran und bezwang Julie Hölterhoff zügig mit einem Haltegriff. In ihrer eigentlichen Kategorie bis 70 Kilogramm folgte der Triumph über Melissa Walter, auch mit einem Haltegriff. „Sarah hat einen top Einstand bei uns gefeiert“, jubelt Holderle.

In Runde eins war Sanne van Dijke in der Klasse bis 70 Kilogramm angetreten und hatte Walter ebenfalls geschlagen. Im Duell mit Hölterhoff gelang der Europameisterin allerdings nicht der große Wurf. „Ich bin froh, dass Sanne Zeit hatte zu kommen. Sie war lange angeschlagen. Fürs Team war’s wichtig, zu erfahren, dass auch jemand wie sie verlieren kann, die restliche Mannschaft die Niederlage aber kompensieren kann und dennoch gewinnt“, so der Trainer. Antoinette Hennink wurde ihrem Ruf als Punktegarantin gerecht und siegte wieder einmal in einer höheren Kategorie (über 78) gegen eine viel schwerere Rivalin wie Carmen Weiss. Auch Selina Lupp konnte Hennink nichts anhaben und fiel einem O-Goshi (großer Hüftwurf) der Niederländerin zum Opfer. „Die beiden Siege von Antoinette waren super wichtig für die Mannschaftsmoral“, weiß Holderle.

Zweite Debütantin bei Backnang war Nathalie Rouvière, die erst in ihrer eigentlichen Klasse (bis 52) Chiara Serra schlug und danach Jaqueline Kroiß (bis 57) das Handwerk legte. Neuling Nummer drei – Julia Mollet (bis 52) – durfte den letzten Kampf bestreiten, konnte gegen Serra jedoch nichts ausrichten. „Nathalie hat super gekämpft. Julia auch, aber sie stand zu sehr unter Strom“, urteilte Holderle. Jennifer Schwille und Jennifer Englisch (beide bis 63) waren gegen Agata Zacheja machtlos. Ines Beischmidt (bis 57) verlor gegen Anne-Sophie Schmidt. Mit dem 9:5 belegt Backnang Platz zwei. Erster ist Speyer, der nächste TSG-Rivale. Jens Holderle: „Es wird heiß hergehen. Speyer ist sehr stark, egal mit welcher Besetzung sie auflaufen.“