- Sport 31.08.2010
Handicap für die TSG: Kein Heimturnier
Tänzer aus Backnang gehen bei Vergabe der Austragungsorte der Ersten Bundesliga leer aus – Lateinformation muss weit fahren
Bei den Tänzern der TSG Backnang gibt es vor der Saison 2011 in der Ersten Bundesliga der Lateinformationen einige Veränderungen. Die größte davon ist, dass der Aufsteiger kein Heimturnier hat. Ein Handicap. Grund: In Backnang existiert keine erstliga-taugliche Halle.

Von Heiko Schmidt
Schon vor zwei Jahren hatten die TSG-Tänzer das gleiche Problem. Der damalige Aufsteiger bewarb sich um die Ausrichtung eines Erstliga-Turniers in 2009. Doch schnell war klar, dass diese Bewerbung keine Chance haben würde. Grund: Es gab keine geeignete Halle.
Nun haben die Backnanger erneut den Aufstieg in die höchste Liga geschafft, sie sind also wieder erstklassig. Dies trifft aber nicht auf die Hallen in Backnang zu. „Um ein Heimturnier in der Ersten Bundesliga ausrichten zu können, wird eine Tribüne für mindestens 1000 Zuschauer gebraucht“, schildert TSG-Trainer Fikret Bilge. Diese Anforderung erfüllt aber keine Halle in Backnang. Offen ist, ob sich daran in Zeiten klammer Kassen der Stadt demnächst etwas ändern wird. Die TSG bewarb sich zwar um ein Heimturnier, bekam aber schnell eine Absage. „Wir hatten als Alternative die Rundsporthalle in Waiblingen vorgeschlagen“, berichtet Bilge. Das reichte auch nicht, denn da waren die fünf Saisonturniere bereits vergeben. So tanzt Backnang als einziger Vertreter aus dem Süden der Liga statt in der Heimat wie noch in der Zweiten Bundesliga nun am 15. Januar in Aachen (400 Kilometer), am 29. Januar in Bremerhaven (685), am 12. Februar in Bremen (620), am 26. Februar in Velbert (400) und am 12. März in Düren (380). „Das ist natürlich ein großes Handicap für uns“, sagt Bilge.
Trotzdem hofft der TSG-Trainer auf eine erfolgreiche Saison. Der Klassenverbleib ist dabei das Ziel. Mit einem Kader von zehn Paaren soll dieser geschafft werden. Allerdings steht fest, dass die beiden Stammkräfte Sven Bodemer und Thorsten Fackelmann aufhören werden. „Die beiden Positionen werden mit Tänzern aus dem B-Team aufgefüllt.“ Die Entscheidung soll nach der baden-württembergischen Meisterschaft am 18. und 19. September in Friedrichshafen fallen.
Es gibt aber noch weitere Änderungen bei den TSG-Tänzern. Die Musik, die Choreografie und auch die Kleidung sind neu. Die Musik stammt „von einer erfolgreichen Band aus den Anfängen der Rockmusik“. Mehr wollte Bilge aber noch nicht verraten. Die Choreografie sei bedeutend schwieriger gegenüber dem letzten Thema Carlos Santana. „Das wird vom konditionellen her eine Herausforderung für unsere Tänzer“, verspricht der TSG-Trainer. Nach einer kurzen Pause beginnt das Training für den nächsten Höhepunkt: die Deutsche Meisterschaft am 13. November in Bamberg.
„Bis dahin stehen insgesamt drei Trainingslager an.“ Schließlich sind die Titelkämpfe für das TSG-Team eine erste Standortbestimmung für die neue Saison in der Ersten Bundesliga. Zuvor ist aber eine Präsentation der Mannschaft geplant. Diese soll am Freitag, 5. November, in Backnang stattfinden. Das wird der vorerst letzte Auftritt der Lateinformation der TSG vor dem heimischen Publikum sein. Dann stehen nämlich weite Fahrten zu den Turnieren in der Ersten Bundesliga auf dem Programm.

