- Backnang & Kreis 01.09.2010
Durchschnittlicher Jahrgang
Wetterextreme hinterlassen im Weinberg ihre Spuren – Wengerter hoffen jetzt auf schöne Tage
Von Matthias Nothstein
ASPACH. Jetzt schon eine Aussage über die Qualität des kommenden Weinjahrgangs zu treffen – das ist fast nicht möglich. Jegliche Prognose ist ungewiss, denn die nächsten Wochen beeinflussen noch viele Faktoren. Matthias Holzwarth vom gleichnamigen Kleinaspacher Weingut konzentriert sich daher auch auf das, was schon feststeht. Die Vorgaben etwa, die das Frühjahr lieferte. Da war es erst einmal sehr lange kalt, was zu einer durchschnittlich um acht Tage verzögerten Blüte führte. Nach dem ungemütlichen Mai folgte im Juni und vor allem im Juli eine extreme Hitze. Und kaum war diese vorbei, regnete es fast ohne Unterlass. Ein außergewöhnlicher August war das. Von wegen Erntemonat. Feucht und kühl waren die vorherrschenden Eigenschaften. Im Hinblick auf die Trauben spricht Holzwarth von einer schleppend vorangehenden Abreife. Der Grund ist für ihn klar: „Zu viel Wasser.“ Auch bei der Menge kommt der 10er nicht an die Durchschnittswerte heran. 10 bis 15 Prozent weniger werden es wohl werden. Grund hierfür ist unter anderem die lange Blüteperiode. Die Beeren entwickelten sich sehr unterschiedlich. An einer Traube hängen große und kleine Beeren.
Trotz des vielen Regens sind die Wengerter mit dem Krankheitsdruck zufrieden. Das hängt damit zusammen, dass der Regen erst nach der Blüte einsetzte. Die Pflanzenschutzmaßnahmen wurden mit dem 15. August abgeschlossen. Die Trauben sind gesund. Ein Problem gibt es nach der langen Regenphase allenfalls bei den Blättern. Holzwarth hat schon Peronospora (Falschen Mehltau) an den Geiztrieben beobachtet. Das ist insofern ungut, weil diese Triebe für die Zuckerbildung der Trauben wichtig sind.
Was wird jetzt in den letzten Wochen vor der Weinlese noch benötigt, damit es doch noch ein guter oder sehr guter Jahrgang wird? Holzwarth: „Wir brauchen jetzt granatengutes Wetter. Das heißt viel Sonne und Trockenheit.“

