Leben und Arbeiten der Backnanger Gerber

3. Ledermarkt mit Tag der offenen Tür in der Techniksammlung

BACKNANG (pm). Zur Eröffnung des 3. Backnanger Ledermarkts am Sonntag, 19. September, 11 Uhr und zum Tag der offenen Tür von 12 bis 15 Uhr lädt die Techniksammlung in die Kaelblehalle in der Mühlstraße 13 ein. Das Grußwort spricht Erster Bürgermeister Michael Balzer. Darauf folgt ein Vortrag von Maximilian Räuchle über das Leben der Gerber im 19. Jahrhundert.

Anschließend werden zwei Kurzfilme über die vorindustrielle Lederherstellung bei der Firma Heinrich Knoch & Co. in Hirschberg an der Saale und über den heutigen maschinellen Ablauf in der Lederfabrik Südleder in Rehau gezeigt. Erläutert werden die Filme von den Lederexperten Karl Häuser und Horst Werner.

In Anlehnung an die Bedeutung Backnangs als süddeutsche Gerberstadt und den in Backnang ab 1864 zweimal jährlich abgehaltenen Ledermarkt, zu dem Hunderte von Käufern aus Württemberg und Baden, aber auch aus Österreich, Frankreich, Holland und der Schweiz kamen, gibt es einen kleinen Ledermarkt in die Kaelblehalle. Dort können Lederstücke in verschiedenen Größen, Farben und Sorten erworben werden.

Parallel zum Ledermarkt können beim Tag der offenen Tür von 12 bis 15 Uhr die Abteilungen Gerberei, Kaelble und Spinnerei besichtigt werden. Die Maschinen und Geräte werden von den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Techniksammlung in Aktion gezeigt und geben so einen anschaulichen Einblick in die Backnanger Industrie- und Technikgeschichte. In der Abteilung Gerberei werden rund um das Thema Leder verschiedene Ledersorten und -arten vom Kalb über Rind bis hin zu Exoten gezeigt. Ein kompletter maschineller Ablauf der Lederverarbeitung von der Wasserwerkstatt über die Gerberei bis zur Zurichtung wird vorgeführt. Außerdem veranschaulichen Modelle einer handwerklichen und einer frühindustriellen Gerberei sowie verschiedene Werkzeuge, Gerbstoffe und Lederarten das Gerberhandwerk.

Die Abteilung Kaelble präsentiert Motoren und Straßenbaumaschinen der Firma Kaelble. Unter anderem sind Ein-, Zwei-, Sechs- und Achtzylinder-Motoren, eine selbst fahrende Bandsäge, ein Schaufellader sowie verschiedene Straßen- und Gehwegwalzen, die die ehrenamtlichen Mitarbeitern selbst restauriert haben, zu besichtigen. Ferner ist die umfangreiche Sammlung von verschiedenen Kaelble-Modellen ausgestellt.

Bei der Dauerausstellung der Abteilung Spinnerei reicht das Spektrum an Maschinen und Geräten vom restaurierten Handwebstuhl bis zum Greif- und Jaquard-Webstuhl und von der Handspindel bis zur Karde. Neben der Baumwollverarbeitung über Karde und Ringspinnmaschinen sind auch Kammgarnmaschinen zu besichtigen. Daneben ist eine Dokumentation über das Spinnereiwesen und die Firma Adolff zu sehen. Als besondere Attraktion finden an diesem Tag Vorführungen im Spinnen am Spinnrad von der Spinngruppe des Landfrauenvereins Buoch statt.

Der Eintritt zum Ledermarkt und zum Tag der offenen Tür ist frei.