Bürgersolarprojekt erfreut sich großer Nachfrage

Gesamtleistung der verwirklichten Anlagen beträgt in der Spitze 141 Kilowatt – Alle Anteilscheine sind verkauft

Eines von insgesamt sechs verwirklichten Projekten: Die Fotovoltaik-Anlage auf dem Kindergarten im Häulesweg in Kleinaspach. Knapp 24 Kilowatt liefert die Anlage in der Spitze.Foto: Beck

ASPACH (ms). Das Aspacher Bürgersolarprojekt steht kurz vor seinem Abschluss. Deshalb berichten die Verantwortlichen über die bisherigen Aktivitäten, den derzeitigen Stand, sowie die bisher gewonnenen Erfahrungen.

Im Rahmen des Projektes „Zukunftsfähige Gemeinde“ wurde unter anderem die Arbeitsgruppe „Aspach hat Energie“ gegründet. Die Zielsetzung war, nach Möglichkeiten zu suchen, wie die in der Gemeinde benötigte Energie aus eigenen Ressourcen bereitgestellt werden kann. Von Vorteil war, dass diese Arbeitsgruppe (AG) auf Erfahrungen des Solarvereins Weissacher Tal/Backnanger Bucht/Welzheimer Wald sowie der lokalen Agenda 21 Backnang zurückgreifen konnte.

Als einen ersten Schritt hat die AG den Vorschlag unterbreitet, auf gemeindeeigenen Dächern Fotovoltaikanlagen, unter der Beteiligung Aspacher Bürger, zu installieren. Es wurden die dafür infrage kommenden Gebäude ermittelt. Die Gemeindeverwaltung hat diesem Vorschlag zugestimmt. Im August wurde die Energiegemeinschaft Aspach als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts gegründet. Dabei haben die Teilnehmer bereits erste Anteile gezeichnet. Ein Anteil hat den Wert von 3000 Euro. Als Obergrenze für ein Mitglied der GbR wurden sieben Anteile festgelegt. Ein Vorschlag über Form und Inhalt eines Gesellschaftsvertrags sowie eines Pachtvertrags für die Gemeindedächer lag den Teilnehmern vor. Mit einigen Änderungen versehen wurden diese verabschiedet. Aus dem Teilnehmerkreis haben sich dann auch Mitglieder bereit erklärt, für das Jahr 2009 die Geschäftsführung zu übernehmen.

Es wurden bei vier Firmen Angebote für die geplanten Fotovoltaikprojekte eingeholt. Nach deren Auswertung erhielt die Firma AET Beck den Auftrag. Mit ausschlaggebend war dabei, dass Beck sich bereit erklärt hat, sämtliche Formalitäten, die für die Gründung einer GbR notwendig sind, kostenlos zu übernehmen. Ebenfalls hatte sich Beck bereit erklärt, Anteile, welche nicht von Bürgern gezeichnet werden, zu übernehmen. Im Rathaus fand eine Informationsveranstaltung über die Energiegemeinschaft für interessierte Aspacher Bürger statt.

Mit dem ersten Projekt, der Hardtwaldhalle in Kleinaspach, wurde umgehend begonnen. Bereits am 19. September konnte diese Anlage mit einer kleinen Feier eingeweiht werden. Auf Basis der auf 20 Jahre festgelegten Vergütung für den an die Süwag verkauften Strom liegt der finanzielle Rückfluss pro Jahr bei etwa zehn Prozent der Investitionssumme (vor Steuern und Abschreibung). Bis auf das letze Projekt, dem Feuerwehrgerätehaus in Kleinaspach, welches kurz vor der Inbetriebnahme steht, sind in der Zwischenzeit alle Anlagen am Netz. Dies war in dieser kurzen Zeit nur dank der guten Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung möglich.

Nachfolgend die Standorte und Leistung der einzelnen Anlagen:

Hardtwaldhalle in Kleinaspach: 29,52 Kilowatt in der Spitze

Kindergarten Herrmann-Schad-Straße Großaspach: 19,44 kWp

Bauhof in Allmersbach: 19,44 kWp

Kindergarten im Heulesweg in Kleinaspach: 23,76 kWp

Schule in Allmersbach: 29,52 kWp

Feuerwehrgerätehaus in Kleinaspach: 19,44 kWp

Somit beträgt die Gesamtleistung: 141,121 kWp (Spitzenleistung in Kilowatt). Überraschend und zugleich erfreulich war die große Resonanz bei den Aspacher Bürgern. Schon kurze Zeit nach der Info-Veranstaltung und der Einweihungsfeier für die Hardtwaldhalle waren sämtliche Anteile für die zur Verfügung stehenden Gemeindedächer vergeben. Weitere Aspacher Interessenten hatten sich in eine Warteliste eingetragen. Auch außerhalb der Gemeinde kamen Anfragen bezüglich einer Beteiligung an der Energiegemeinschaft.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde versucht, noch zwei weitere Gemeindedächer mit Fotovoltaikanlagen zu bestücken (Turnhalle auf der Grund- und Hauptschule sowie die Gemeindehalle in Großaspach). Die Überprüfung dieser beiden Objekte bezüglich einer Realisierung erbrachte jedoch ein negatives Ergebnis. Fazit: Es können keine weiteren Mitglieder in die Energiegemeinschaft aufgenommen werden. Falls sich in der Gemeinde weitere Möglichkeiten für die Errichtung von Anlagen abzeichnen und geeignete Dächer zur Verfügung stehen, wird die AG die Initiative ergreifen.

Weitere Information über die Energiegemeinschaft Aspach, die Leistungsmerkmale der installierten Anlagen sowie die bisher erbrachten Erträge können über das Internet unter der Adresse www.energiegemeinschaft-aspach.de abgerufen werden.

Die Energiegemeinschaft war für Bürger gedacht, denen kein eigenes geeignetes Dach zur Errichtung einer Fotovoltaikanlage zur Verfügung steht. Die Gemeinde informiert darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Rems-Murr, wo eine kompetente und neutrale Beratung angeboten wird.

Im Jahr 2010 wird die garantierte Einspeisevergütung von der Bundesnetzagentur auf 0,3914 Euro pro kWh gekürzt. Die Wirtschaftlichkeit der Anlagen wird aber, wie bereits im Jahr 2009, auch wesentlich von der Preisentwicklung der Module bestimmt werden.