Der Umgang mit Zahlen und Menschen ist wichtig

Schüler informierten sich über Berufe im Bereich Wirtschaft, Finanzen und Management – Referenten schilderten ihre Karrieren
Haben die richtigen Ausbildungswege eingeschlagen und sind heute in leitenden Positionen tätig (von links): Die Referenten Jürgen Beerkircher, Markus Beier, Martin Keller, Susanne Kessen, Volker Schulz und Markus Trendl. Foto: P. Neumann

MURRHARDT (pan). Um drei große Schlagwörter der heutigen Zeit ging es beim Berufsinformationsabend des Freundeskreises vom Heinrich-von-Zügel-Gymnasium: Wirtschaft, Finanzen und Management. Die Schülerinnen Marie Dietrich, Neele Eilers und Mirijam Wallau waren die drei Helferinnen vom Projekt BBO (Betriebs- und Berufsorientierung), die die Referenten vorstellten. Die sprachen anschließend vor großem Publikum über ihren jeweiligen Werdegang und gaben den Schülern auch in Einzelgesprächen Tipps zur Berufsfindung. Der Infoabend richtete sich an die Neunt- bis Zwölftklässler.

Der Diplom-Betriebswirt Jürgen Beerkircher ist heute Vorstand der Volksbank Backnang im Bereich der Marktunterstützung. Nach dem Abitur absolvierte er ein dreijähriges Studium an der Berufsakademie, der heutigen dualen Hochschule. Hierbei wechseln sich Praxissemester im Betrieb mit Theoriesemestern an der Akademie ab. Obgleich das komprimierte Studium großes Engagement erfordere, habe es doch praktische Vorteile gegenüber einem klassischen Universitätsstudium, so Beerkircher. Die meisten Firmen, die sich an dieser Ausbildungsform beteiligen, übernehmen die frisch Examinierten, die bereits über ein gewisses Maß an praktischer Erfahrung verfügen. Die Karriere des Referenten ging über die Leitung der Kreditabteilung zum Bezirksleiter und in den Vorstand, Fachgebiet Controlling, Unternehmenssteuerung und Kreditsanierung. Er riet den Schülern, gerade bei diesem Berufszweig zum dualen Bildungsweg.

Markus Beier leitet heute die Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Tourismus, Europa beim Landratsamt Rems-Murr. Sein beruflicher Weg war nicht so geradlinig. Er studierte nach Neigung: Geografie, Soziologie und Volkskunde. Ein Geograf könne sich für die Wissenschaft spezialisieren oder für die Wirtschaftsförderung. Beiers Berufseinstieg lief über ein Praktikum und ein Zusatzstudium (Master of Business Administration). Zu seinen Aufgaben gehört, Unternehmen den richtigen Standort zu vermitteln. Er erläuterte in kleiner Runde, dass man sich der allerneuesten Trends bedienen müsse, um sein Zielpublikum zu erreichen.

Der Sparkassenbetriebswirt Martin Keller ist heute Abteilungsleiter, Bereich Privatkunden der KSK-Waiblingen in Murrhardt. Nach dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium machte er die Ausbildung zum Bankkaufmann, danach setzte er den Sparkassenfachwirt und -betriebswirt drauf. In der Sparkasse wurde er auf eine betriebsinterne Reise geschickt, die ihn zu vielen Aufgabengebieten führte. Sein Resümee: In diesem Beruf muss man unbedingt mit Menschen umgehen können. Heute berät er die privaten Kunden, wie sie ihre Wünsche mit ureigenen Mitteln und der Hilfe der Bank in die Realität umsetzen können.

Susanne Kessen suchte sich mit ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften eine feste Basis, um ihre kulturellen Ambitionen beruflich umsetzen zu können. Ihr Berufsweg führte sie zur Bausparkasse Schwäbisch Hall. Dort ist sie heute die Bereichsleiterin für die Regionalentwicklung und Kulturförderung. Ihre sprachliche Gewandtheit half ihr dabei, unter anderem war sie Leiterin der Presseabteilung und gab das firmeneigene Magazin Mosaik heraus. Sie riet zu einer realistischen Einschätzung der Berufschancen – gerade bei kulturell interessierten Schülern. Eine bodenständige Basis öffne manche Türe, ohne dass man sich seine Träume versagen müsse.

Volker Schulz ist Volkswirt und hat sich während seines Studiums auch mit Informatik auseinandergesetzt. Heute ist er im Vorstand Risikomanagement der Süddeutschen Krankenversicherung – ein spannendes Feld in seinen Augen. Denn durch den demografischen Wandel innerhalb der Gesellschaft und durch den politischen Gesundheitskurs ergäben sich große Polaritäten.

Markus Trendl war als Kind schon von Geld als Möglichkeit zur Anlage fasziniert. So war es für ihn folgerichtig, dass er während des Studiums der Wirtschaftswissenschaften einen Job an der Börse Stuttgart annahm, die jetzt sein Arbeitgeber im Bereich Projekte/Bildung ist. Heute würde er ein Studium an der Fachhochschule einem an der Uni vorziehen, da es dort zwei Praxissemester gibt.