- Backnang & Kreis 19.11.2011
Aspacher Wengerter räumen 17 Münzen ab
Größter Erfolg im 40. Jahr des Bestehens der Weingärtnergenossenschaft bei der Heilbronner Landesweinprämierung
Erfolgreich wie noch nie war die Weingärtnergenossenschaft Aspach bei der diesjährigen Landesweinprämierung. Insgesamt 17 Medaillen räumten die Wengerter ab. Ein schöner Erfolg, passend zum 40-jährigen Bestehen der WG.
Von Matthias Nothstein
ASPACH. WG-Geschäftsführer Ernst Tränkle war mit dem Ergebnis hochzufrieden. Noch nie in den 40 Jahren, seit es die Genossenschaft gibt, haben die Weinbauern von Kleinaspach und Rietenau so viele Preismünzen eingeheimst. Besonders über eine Goldmünze für den 2010er Regent freute sich das WG-Urgestein. Seine Erklärung dafür: „Qualität ist für uns das Wichtigste.“ Acht silberne und acht bronzene Münzen rundeten das hervorragende Wein-Ergebnis bei der Heilbronner Veranstaltung ab. Aber auch beim Sekt erscheint der WG-Name wie viele Jahre zuvor schon. Doch dieses Mal gab es gleich zwei Preismünzen.
Neben der Weingärtnergenossenschaft sind auch zwei private Weinbaubetriebe aus Aspach im Kreis der Prämierten vertreten. Jürgen Gruber aus Rietenau darf sich über eine bronzene Preismünze freuen, ebenso wie beim Sektwettbewerb Walter Seeger aus Röhrach.
Ein Name fehlt in diesem Jahr jedoch in den Listen: Holzwarth-Weinbau. Das hat aber nichts mit der Qualität der Weine zu tun, sondern ist einem Missgeschick geschuldet. Matthias Holzwarth räumte gestern geknickt ein, „ich habe im Trubel des geöffneten Besens den Termin für die Abgabe der Proben vergessen“. Als ihm das Malheur eines Tages siedend heiß aufgefallen war, da war es schon zu spät. „Das ist unglücklich gelaufen“, sagt der Weinbauer. Er habe zwar versucht, die Weine nachzureichen, aber die gestrengen Juroren haben da nicht mit sich reden lassen.
Inzwischen setzt Holzwarth auf ein anderes Marketing-Pferd. In seinem Weinberg hängen noch rund 500 Kilogramm Spätburgunder und ein kleiner Rest Riesling. Wenn es demnächst eisig wird, so hofft Holzwarth auf einen Eiswein. Allerdings wird es inzwischen höchste Zeit, die Trauben sind überreif und fallen allmählich ab, „es sollte jetzt zeitnah kalt werden“. Wenn die Witterung nicht mitspielt, dann gibt es halt eine Beerenauslese. Auch nicht schlecht.
Während der Name Holzwarth aus Versehen nicht in der Liste der Preisträger auftaucht, haben viele andere Betriebe absichtlich nicht an dem Wettbewerb teilgenommen. Sie folgen damit einem Trend, der sich schon in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat. Zahlreiche renommierte Weingüter etwa aus dem Remstal konzentrieren sich offensichtlich auf andere Wettbewerbe.
Ebenso wie die WG Aspach lässt auch Holzwarth seine Weine von den Profis der Kellerei Kern ausbauen. Bei dem Familienunternehmen geht es derzeit zweifach rund. Nicht nur, dass die Weinlese und die jungen Weine für Hochbetrieb sorgen, die Kellerei baut auch neu. Als Ersatz für den Betrieb in Fellbach-Schmiden entsteht zurzeit in Rommelshausen auf einem über 150 Ar großen Gelände eine moderne Weinkellerei. Investitionssumme: neun Millionen Euro. Die moderne Kellerei umfasst ein Büro- und Verkaufsgebäude, eine großzügige Traubenannahme, einen Keller mit einem Fassungsvermögen von über drei Millionen Litern, ein logistisch optimiertes Flaschenlager und eine moderne Abfüllung. Die neuen Gebäude werden ein wesentlich effizienteres Arbeiten ermöglichen, als dies am bisherigen Standort in Schmiden der Fall ist. Zugleich können die Trauben schonender verarbeitet und der Wein durch eine individuelle Tankkühlung qualitativ noch hochwertiger ausgebaut werden. Mitte der Woche wurde Richtfest gefeiert.

