Zwei Wehre ins Visier genommen

Wasserkraft-Nutzung darf aber keine Nachteile für den Hochwasserschutz mit sich bringen

BACKNANG (stg). Die Grünen-Fraktion im Gemeinderat wünscht, dass der Hochwasserschutzverband ein Konzept für die verstärkte Nutzung von Wasserkraft entlang der Murr entwickelt. Die Stadtverwaltung stellte in ihrer Reaktion auf den Antrag in der jüngsten Sitzung zunächst fest, dass dies nicht ins Aufgabengebiet dieses Verbandes fällt, der sich laut Satzung um den bestmöglichen Hochwasserschutz für die Murr-Anlieger zu kümmern hat. Der Förderbescheid des Landes sehe an der Stelle ganz eindeutig vor, „dass die beste und wirtschaftlichste Lösung“ zu wählen ist. Im Zusammenhang mit den Planungen im Bereich der vorhandenen Wasserkraftanlagen werde deren Erhaltung anhand einiger Kriterien geprüft. Die Hochwasserschutzmaßnahmen haben Vorrang, müssen technisch und wirtschaftlich realisierbar sein. Sie müssen die Interessen der tangierten Anlieger ausgewogen berücksichtigen und den Vorgaben der Träger öffentlicher Belange genügen, um die Pläne genehmigt zu bekommen. Die Bürgerenergiegenossenschaft Murr prüfe mit dem Wasserverband Murrtal, ob die Wehre bei der Bleichwiese sowie bei der Fabrikstraße „wirtschaftlich für die Energieerzeugung genutzt werden können, ohne dass davon der Hochwasserschutz nachteilig betroffen ist“, erläuterte die Stadtverwaltung.

Gelingt dies an der Bleichwiese, „wäre es eine tolle Sache“, befand der Grünen-Stadtrat Willy Härtner. Wasserkraftnutzung gibt’s in Backnang laut Stadtbauamtschef Hans Bruss bisher nur am Mühlkanal in der Talstraße beim ungarndeutschen Heimatmuseum. Härtner warf in den Raum, dass hier noch 30 Prozent mehr herauszuholen seien. 2009 hatte die 30-Kilowatt-Anlage 91645 und ein Jahr zuvor 111700 Kilowattstunden ins Süwag-Stromnetz eingespeist. Mehr zum Thema Wasserkraftnutzung kündigte Bruss an, wenn die Planungen für das Regenüberlaufbecken Oppenweiler und die innerörtlichen Maßnahmen vorgestellt werden.