Humoristisches und Gekonntes auf der Bühne

Frühjahrskonzert des Akkordeon-Rings Steinbach: Dirigent Martin Spieß stellt neues Schülerorchester vor
40 Akkordeonspieler beim gemeinsamen Musizieren: Das Schülerorchester und das erste Orchester spielten den Bananaboat-Song. Foto: privat

BACKNANG (pm). Das im Mai 2011 neu gegründete Schülerorchester, das 18 junge Akkordeonspieler im Alter zwischen 6 und 16 Jahren zählt, trat beim Frühjahrskonzert zum ersten Mal auf – und das gleich vor vollem Haus. Mit den Vorträgen „Trimm dich“ von Alfons Holzschuh und „Bei den Cowboys“ von Franz Knittel zogen die jungen Spieler das Publikum in ihren Bann. In ihrem letzten Vortrag, dem „Akkordeon-Boogie“ von Hans Berger, verzierten die fünf Solisten Quirin Baumann, Natalie Rieger, Helena Hofmaier, Sarah Rieger und Sebastian Doderer nacheinander mit beschwingt rhythmischen Variationen den Boogie.

Das Quintett, das ebenfalls sein Debüt gab, begann mit der Ouvertüre „Bagatelle“ von Josef Rixner. Die Ouvertüre wurde von den vier Spielerinnen Bianca Rieger, Marion Balz, Stefanie Reutter, Simone Glassl und dem Leiter des Quintetts, Martin Spieß am Bass, mit technischer Perfektion und großer musikalischer Ausdruckskraft aufgeführt. Auch „Tanz in der Taiga“ von Manfred Probst und die vom Publikum mit Nachdruck geforderte, aus dem gleichnamigen Film gespielte Zugabe „Miss Marple“ von Ron Goodwin wurden brillant dargeboten.

Als Augen- und Lachmuskelschmaus traten die Buarts mit ihrer lustigen und spannenden Schleuderbrettnummer auf. Komik und Akrobatik wurden hier in Höchstform dargeboten. Als Höhepunkt wurde ein Salto auf Stelzen ausgeführt.

Nach der Pause hatten knapp 40 Akkordeonspieler auf der Bühne Platz gefunden. Gemeinsam spielten das Schülerorchester und das erste Orchester die Stücke „Lets fetz“ von Jürgen Schmieder und den Bananaboat-Song, arrangiert von Gottfried Hummel. Der Auftritt des ersten Orchesters begann mit „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan. Es verbindet mit Barock, Pop und Jazz drei verschiedene Stilrichtungen, und die Musiker interpretierten es gekonnt. Der eigens fürs zweite Stück engagierte Solist Uwe Rücker spielte auf seinem kleinen Akkordeon humoristisch die Kuckuck-Einwürfe in der Polka „Im Krapfenwaldl“ von Johann Strauß und hatte die Lacher des Publikums auf seiner Seite.

Den Abschluss des gelungenen Konzerts bildeten die beiden Stücke „Dreamer“ von Ozzy Osbourne, bei dem der Gitarrist Wolfgang Baues als Solist so richtig in die Saiten greifen konnte, und die Titelmelodie aus „Star Wars“ von John Williams in einer Bearbeitung von Hans-Günther Kölz. Dieses Werk, das sich stark am musikalischen Idiom der Wagner’schen Orchestermusik aus dem 19. Jahrhundert orientiert, boten die 21 Spieler im Wechsel zwischen Fortissimo – unterstützt durch die hervorragende Tontechnik – und nachfolgenden Pianissimo-Takten gekonnt dar. Die Begeisterung des Publikums konnte auch mit einer Zugabe, dem „Libertango“ von Astor Piazzolla, fast nicht gestillt werden.

Beim Konzert ehrte die Vorsitzende Siglinde Lohrmann folgende Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft: Für 30 Jahre Walter Schock, Hubert Röhrle, Gotthilf Burr und Günther Feucht; für 20 Jahre Werner Bäuerle, Martin Holzwarth und Günter Remann; für 10 Jahre Fabian Zweigle, Hannelore Femiak, Reiner Keuerleber, Roland Speer sowie Heike Speer. Vom deutschen Harmonika-Verband wurden als langjährige Akkordeonspieler ausgezeichnet: Fabian Zweigle für 10 Jahre mit der „DHV-Nadel in Silber“, Bianca Rieger für 30 Jahre mit der „Ehrennadel in Gold“, Heike Speer für 40 Jahre mit der „Verdienstnadel in Silber“. Für 10 Jahre Ehrenamt erhielt Stefan Koch eine Urkunde vom Verband.