- Kreis 10.02.2010
Schnittstelle für Schulen und Betriebe
Neue Servicestelle soll Verbindungen zwischen Wirtschaft und Pädagogen schaffen – Spezialaufgabe für BBQ-Expertin Wende
Schulen und Betriebe: Das sollen nicht länger zwei getrennte Welten sein. Vermehrt werden deshalb Bildungspartnerschaften angestrebt, die beide Seiten zusammenbringen. Unterstützung leistet eine neue Servicestelle in Waiblingen, die Verbindungen schaffen soll.
Von Armin Fechter
BACKNANG/WAIBLINGEN. Angela Wende, seit 14 Jahren bei BBQ Berufliche Bildung gGmbH in der Ausbildungsbetreuung tätig, hat die neue Aufgabe übernommen: Sie soll eine Servicestelle Schule-Wirtschaft aufbauen. Zuständig ist sie dabei nicht nur für den Rems-Murr-Kreis, dazu gehören auch die Landkreise Ludwigsburg und Böblingen sowie die Landeshauptstadt Stuttgart. Und sie soll als Ansprechpartnerin für Schulen und Firmen, aber auch für den Arbeitgeberverband Südwestmetall und für die Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft fungieren und Rat bei gemeinsamen Projekten der Berufsorientierung und Berufswegeplanung geben.
In einem ersten Schritt will Angela Wende klären, welche Partnerschaften es bereits gibt. Denn die Idee solcher Kooperationen macht derzeit die Runde. Wenn dann ein Verzeichnis erstellt ist, geht es um die weiteren Fragen: Wo fehlen noch Angebote? Wer sucht was und wer bietet was?
Entstanden ist die Idee aus dem Gedanken, dass Wirtschaft und Schule ein gemeinsames Ziel haben: Jugendliche sollen gut vorbereitet, mit klaren Zielen und Erwartungen in die Berufsausbildung, das Studium und das Berufsleben gehen. Denn allzu oft klaffen weite Lücken zwischen den Anforderungen in den Unternehmen und den Kompetenzen der Schüler. „Mein Ziel ist, dass die Schulen besser informiert werden, was die Schüler mitbringen sollen“, sagt die gelernte Industriekauffrau. Sie macht sich beispielsweise dafür stark, dass Mädchen vermehrt in technische Berufe gehen, sie will aber auch dazu beitragen, den Jugendlichen bei ihrer Berufswahl überhaupt eine bessere Orientierung zu geben. Deshalb sei es gut, wenn Firmen in die Schulen gehen – die Schüler sollen schließlich wissen, was sie für den Beruf brauchen und was sie mitbringen müssen. Sie bekommen deshalb Gelegenheit zu sehen, wie das denn in der Praxis so läuft und ob sich eventuell ein künftiges Tätigkeitsfeld erschließt. Und die Unternehmen haben den Vorteil, dass sie schon den Blick auf passende Bewerber richten können. Indem etwa das Thema Technik stärker vertieft wird, kann dem Ingenieurmangel und dem Bedarf an Fachkräften begegnet werden. Viele größere Firmen haben sich auf diesem Gebiet bereits engagiert, weiß die BBQ-Mitarbeiterin. Doch es gibt nach ihrer Einschätzung noch viele Möglichkeiten für ein breiteres Engagement speziell von Betrieben der Metall- und Elektroindustrie, die von Südwestmetall vertreten werden. So erklärt etwa Michael Kempter, der Geschäftsführer der Bezirksgruppe Rems-Murr von Südwestmetall: „Der direkte Kontakt zwischen Lehrern und Personalverantwortlichen ist ungemein wichtig. Unser Arbeitskreis Schule-Wirtschaft trägt dazu bei, beide Seiten zusammenzubringen. Die Unternehmen können hier vor Ort die berufliche und wirtschaftliche Realität und Bedürfnisse der Wirtschaft vermitteln. Die Lehrerschaft wiederum bringt ihre Erfahrung ein, um die Ausbildung in den Betrieben noch besser zu gestalten.“
Adressaten der Servicestellen sind alle Schularten: Haupt- und Realschule ebenso wie Gymnasien. Wie die Partnerschaft jeweils konkret aussieht und welchen Inhalten sie sich widmet, bleibt den Beteiligten überlassen. Bei den Gymnasien beispielsweise sind Ansätze wie bei der Schüler-Ingenieurakademie denkbar, die bereits am Backnanger Max-Born-Gymnasium installiert ist. An den anderen Schulen kann die Bildungspartnerschaft um das weite Feld der Orientierung auf dem Ausbildungsmarkt kreisen. Impulse können aber auch mit Fortbildungen, in Ferienakademien oder sonstigen Kontakten zwischen Pädagogen und Ausbildern gesetzt werden.
Servicestelle Schule-Wirtschaft,


