- Backnang & Kreis 10.02.2010
Am Salz wird künftig gespart
Streudienste auf Aspacher Markung nicht mehr flächendeckend unterwegs
In dem Maße wie die Streusalzvorräte schrumpfen, werden die Beschwerden aus der Bürgerschaft lauter. Denn die Gemeinde muss, wie andere Kommunen auch, künftig am Salz sparen. Dies war ein Thema am Montagabend in der Sitzung des Gemeinderats.
Von Renate Häussermann
ASPACH. Sonja Tränkle von der Freien Wählervereinigung (FWV) hatte das Thema unter dem letzten Tagesordnungspunkt „Anfragen“ angeschnitten. Die Allmersbacherin machte darauf aufmerksam, dass es auf der Straße zwischen Großaspach und Allmersbach am Weinberg eine Stelle gebe, die den ganzen Winter über sehr gefährlich sei. Vom Feldweg, der am Evangelischen Waldheim im Fautenhau vorbeiführt, läuft Wasser hinab auf die Kreisstraße. Im Winterhalbjahr entsteht dann an dieser Stelle auf einer Länge von etwa drei Metern regelmäßig eine Eisfläche. Bürgermeister Hans-Jörg Weinbrenner weiß um diesen „Missstand“, wie er sagte, Bescheid. „Wir haben das Problem erkannt.“ Es werde Abhilfe geschaffen, versprach er.
In diesem Zusammenhang hakte Joachim Goller (FWV) nach, wie es denn in Aspach mit dem Streusalzbestand aussehe. „Wir waren letzte Woche beim Halbstand“, antwortete Sabine Welte-Hauff. Die Leiterin des Bauamts unterstrich, dass jedoch künftig nicht mehr ganz so großzügig gestreut werde. Denn mit Nachschub könne man bekanntlich nicht so schnell rechnen. Will heißen: In einzelnen Bereichen wird nicht mehr gestreut, was manchen Bürgern nicht passt. Selbstverständlich, so Welte-Hauff, werden aber Gefahrenstellen beziehungsweise Steilstrecken nach wie vor geräumt und gestreut. „Wir müssen sparen“, bekräftigte Weinbrenner und sprach die Hoffnung aus, dass das eingelagerte Streusalz „vollends hinausheben wird“.
Dass bei dieser Nachricht im Gremium sofort die Frage auftauchte, ob das Salzsparen ursächlich für den Unfall in der Backnanger Straße in Großaspach gewesen sei, war zu erwarten. Zur Erinnerung: Am Dienstag, 2. Februar, war auf Schneematsch ein Müllfahrzeug auf der abschüssigen Backnanger Straße gegen das Gebäude Nummer 33 gerutscht (wir berichteten). In der Gemeinderatssitzung am Montagabend wurde nun vom Bürgermeister betont, dass vor dem Unfall sowohl ein Streufahrzeug des Landkreises als auch ein Streufahrzeug des Gemeindebauhofs im Einsatz gewesen waren. Es ist zwar gewaltiger Sachschaden entstanden, die beiden Insassen des Müllfahrzeugs kamen aber glücklicherweise mit leichten Blessuren davon. Dies ist auch der einzige Trost für den betroffenen Hausbesitzer Otto Bay. Er hatte sich während des Unfalls beim Einkaufen im Ort befunden. Unterwegs hatte er von Bekannten erfahren, dass sein Haus von einem Lkw gerammt worden sei. Die Wucht des Aufpralls muss gewaltig gewesen sein. Die 50 Zentimeter starke Sandsteinwand wurde durchbrochen. Im Wohnzimmer im ersten Stock bildete sich ein Riss, und die Haustüre schließt nicht mehr richtig. Momentan werden die Schäden behoben.
Es ist das erste Mal, dass ein Lkw gegen das etwa 150 Jahre alte Gebäude prallte. Hingegen sieht die Bilanz bei Autos anders aus: Drei Pkw knallten schon gegen das Hauseck des Bay’schen Anwesens. Allerdings nicht bei Eis und Schnee, sondern bei ganz normalen Wetterbedingungen. Die (jungen) Fahrer waren einfach zu flott unterwegs gewesen.

