- Backnang & Kreis 10.02.2010
Bald gibt’s Details zum Ärztehaus
Initiatoren und Vertreter der Ärzteschaft werden das Projekt im Technikausschuss vorstellen
Von Matthias Nothstein
BACKNANG. Man könnte meinen, in Sachen Ärztehaus oder Gesundheitszentrum hat Backnang beim Kreis etwas gut. Doch weit gefehlt. Ausgerechnet das Gesundheitszentrum in der künftigen Medizin-Metropole Winnenden ist deutlich weiter in der Planung als ein vergleichbares Projekt in der Murr-Metropole. Und auch Waiblingens OB Andreas Hesky beackerte in der jüngsten Ausschusssitzung des Kreistags auf beeindruckend beharrliche Weise dieses Feld. In Backnang hingegen ist es ruhig. Sehr ruhig. Selbst Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, eben erst in überzeugender Weise wiedergewählt, besticht seit Monaten durch ungewohnte Zurückhaltung. Die Backnanger Kreiszeitung stellte OB Nopper deshalb sieben Fragen.
Das Gesundheitszentrum Winnenden kommt in die Gänge. Wie stehen Sie dazu?
Gesundheitszentren sind aus der Sicht vieler Fachleute eine zukunftsfähige Form der ambulanten Gesundheitsversorgung. Wir sind in Backnang bei den ambulanten medizinischen Angeboten sehr gut aufgestellt, müssen aber alles dafür tun, dass dies auch in Zukunft im Vergleich zu anderen Städten so bleibt.
Ums Backnanger Ärztehaus ist es vergleichsweise still geworden. Vor Jahresfrist hingegen wurden bereits konkrete Details genannt. Größe, Zahl der interessierten Ärzte und so weiter. Was ist der neueste Stand?
Die Initiatoren, Vertreter der niedergelassenen Backnanger Ärzteschaft und der Rems-Murr Gesundheitsgesellschaft werden das Thema Backnanger Gesundheitszentrum in wenigen Tagen, genauer am 25. Februar, im gemeinderätlichen Ausschuss für Technik und Umwelt mit allen Detailfragen präsentieren. Das Gesundheitszentrum, so viel schon einmal vorab, soll in jedem Fall mit ambulanten Operationsmöglichkeiten ausgestattet sein.
Welche Probleme gibt es?
Ein Gesundheitszentrum auf dem Gelände des bisherigen Personalwohnheims des Backnanger Kreiskrankenhauses würde dazu führen, dass einige Ärzte aus der Innenstadt an eine Randlage umziehen. Darunter könnte die Besucherfrequenz in der Innenstadt leiden. Allerdings kommt – nach unseren bisherigen Erkenntnissen – kein innerstädtischer Alternativstandort infrage. Dies gilt gerade auch deswegen, weil Rettungswache und Notarztstandort mit dem Gesundheitszentrum verbunden werden sollen.
Wer ist der größte Bremser?
Ich weiß nicht, ob es Bremser gibt oder geben wird.
Wie viele Ärzte haben vor, sich zu engagieren?
Zwischen 12 und 24.
Stichwort Nachfolgenutzung des Klinikgeländes. Im Gespräch waren auch einmal ein Portalkrankenhaus oder eine Spezialklinik. Was gibt es Neues?
Es gibt noch nichts Neues, auch wenn ich persönlich schon Gespräche mit potenziellen medizinischen Nachnutzern geführt habe. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich alles dransetzen werde, dass über ein Gesundheitszentrum hinaus eine medizinische Nachnutzung mit stationären oder zumindest teilstationären Angeboten kommt. Bei dieser Frage ist vor allem auch der Landrat in der Pflicht.
Wie geht es weiter? Wer ist am Zug?
In Sachen Standort des Gesundheitszentrums wird der Gemeinderat schon sehr bald nach der öffentlichen Vorberatung am 25. Februar eine Entscheidung treffen. Was die sonstige medizinische Nachnutzung anbelangt, werden wir nach meiner Einschätzung schon im Verlauf dieses Jahres mehr wissen.


