Planschvergnügen in 90000 Zeitungsseiten

Zeitung in der Schule: Furiose Auftaktveranstaltung – Drei 9er-Klassen verwandelten Bize-Sitzmulde in ein riesiges Spaßbad

Es war ein spektakulärer Auftakt der Aktion Zeitung in der Schule gestern im Bildungszentrum Weissacher Tal. Drei 9er-Klassen hatten 90000 Zeitungsseiten zerknüllt und damit die Bize-Sitzmulde gefüllt. Der offiziellen Zisch-Veranstaltung folgte ein wahres Schulfest: Ein Badespaß im riesigen Spaßbad.

Pantomimisch: Jungengruppe der 9c setzte Schlagzeilen in Szene.

Es war ein spektakulärer Auftakt der Aktion Zeitung in der Schule gestern im Bildungszentrum Weissacher Tal. Drei 9er-Klassen hatten 90000 Zeitungsseiten zerknüllt und damit die Bize-Sitzmulde gefüllt. Der offiziellen Zisch-Veranstaltung folgte ein wahres Schulfest: Ein Badespaß im riesigen Spaßbad.

Von Florian Muhl

 

WEISSACH IM TAL. Spektakulär, grandios furios – diese Worte beschreiben wohl am besten, was sich gestern Vormittag in der Eingangshalle im Bize abgespielt hat. Die Veranstaltung zum Zisch-Start 2012 wird wohl nicht nur (BKZ-)Geschichte (Video) schreiben. Auch Bize-Schüler und -Lehrer werden diese Aktion (Bildergalerie) wohl nicht so schnell vergessen.

Von den insgesamt acht 9er-Bize-Klassen, die sich beim Zisch-Projekt beteiligen, hatten die drei Gymnasium-Klassen die Organisation für das Fest übernommen. Ein Schüler aus der 9a hatte die Idee, die Sitzmulde komplett mit Zeitungspapier zu füllen und so in eine Art Bassin zu verwandeln. Niemand, weder Schüler noch Lehrer, glaubte zu diesem Zeitpunkt ernsthaft daran, dass dieser Vorschlag von der Schulleitung genehmigt werden würde. Doch einen Versuch war’s wert. „Wir haben im Unterricht Briefe geschrieben, Argumentieren geübt – all das war bereits in der Zisch-Aktion inbegriffen“, sagt Barbara Krug, Klassenlehrerin der 9a. Zusammen mit Henrika Landauer (9b) und Rebekka Brock (9c) war sie letztlich erfolgreich.

Und wie hat Monika Wagner-Hans reagiert, als sie von dem Vorhaben hörte? „Ich fand’s spannend“, sagte die Schulleiterin gestern. Toll sei, dass so viele Schüler an einem Gemeinschaftsprojekt erfolgreich und mit so viel Spaß und Freude mitgewirkt haben. Viele Fragen waren im Vorfeld zu klären. Beispielsweise: Wie viele Zeitung benötigen wir eigentlich, um die Sitzmulde mindestens kniehoch mit Zeitungspapier zu füllen? Die Berechnung fand im Mathematikunterricht statt. Zunächst wurde ein Würfel gefüllt, dann aufs Bize-Becken übertragen. Das Ergebnis gab die Klasse 9a in ihrer Eröffnungsrede bekannt: Um die Sitzmulde in ein „gewaltiges Informationsbad“ zu verwandeln, benötigten die Schüler 45000 Doppelseiten, umgerechnet 6000 Zeitungen. So saßen gestern in der 1. und 2. Stunde rund 80 Schüler im großen Kreis, zerknüllten Zeitungsseiten, warfen sie in die Muldenmitte, und hörten damit auch dann noch nicht auf, als der Papierstand längst Babybecken-Wasserniveau erreicht hatte. Aber was ist, wenn die Druckerschwärze auf dem Bodenbelag unschöne Flecken hinterlässt? Auch das wurde getestet. Und zwar von Pascal Kühnert. Doch der Hausmeister gab nach aufreibend Reibeversuchen grünes Licht – keine Fleckengefahr.

Überwältigt vom Engagement aller Beteiligten zeigte sich auch BKZ-Verleger Werner Stroh: „Diese Aktion gehört eigentlich ins Guinness-Buch der Rekorde.“ Dazu gehört auch das Programm, das sich die Gymnasiasten ausgedacht hatten. Im Zeitungs-Rap wagte die 9b die Wetter-Prognose: „Heute brauchen Sie keinen Regenschirm.“ Beim Quiz der 9b, bei dem zwei Lehrer-/Schülerteams gegeneinander spielten, wären selbst Zeitungsmacher ins Schwitzen gekommen (wie viele Buchstaben hat eine Zeitung?). Die 9c präsentierte einen komplett selbst gestalteten Zeitungsfilm mit drei Hauptdarstellerinnen in Zeitungskostümen.

Schon warteten die ersten Spiele im Spaßbad – ein Wettschwimmen und das modifizierte „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ Und schließlich durften alle 9er-Klassen das Becken stürmen, später auch die Schüler anderer Klassen. Eine halbe Stunde lang war Highlife angesagt, Badespaß und Planschvergnügen wie im Freibad. Dann – es musste sein – die große Aufräumaktion. Die Firma Schief aus Winnenden hatte dafür einen Container zur Verfügung gestellt.