- Wirtschaft 10.03.2010
dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft
Reisebranche sucht Wege aus der Wirtschaftskrise
Berlin (dpa) - Mit Rundum-Sorglos-Paketen, Preisnachlässen und besonders exotischen Reiseangeboten will die Tourismusbranche die Spuren der globalen Wirtschaftskrise hinter sich lassen. Nach den weltweiten Rückgängen im Krisenjahr 2009 sei im laufenden Jahr in Deutschland mit einer stabilen Zahl von Urlaubsreisenden zu rechnen, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Klaus Laepple, am Mittwoch zu Beginn der weltgrößten Tourismusmesse ITB. Die Verbraucher könnten sich über fünf bis acht Prozent geringere Preise in den Katalogen freuen, darüber hinaus werde es aber keine Rabattschlachten geben. Mehr als 11 000 Aussteller zeigen neue Trends rund ums Reisen. Bis Sonntag werden rund 170 000 Besucher erwartet.
Deutschland: Euro-Fonds nur letztes Mittel
Berlin (dpa) - Deutschland sieht noch viele Hürden für einen Europäischen Währungsfonds (EWF) gegen Staatspleiten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) finde den Gedanken gut und interessant, sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans am Mittwoch. «Aber da sind tatsächlich noch viele Fragen offen.» So müsse geklärt werden, wer wieviel in einen solchen Finanztopf einzahle und wie unabhängig der Fonds von der EU-Kommission sei. Auf keinen Fall dürften die Euro-Stabilitätskriterien aufgeweicht werden. Der EWF könne «eine Ultima Ratio (letztes Mittel)» sein, der «auch die Insolvenz eines Staates vernünftig ordnet», sagte Steegmans. «Vorher aber, und das ist der Kanzlerin sehr wichtig, muss es eine Kaskade von Sanktionen geben, die noch überdacht werden müssen.» Merkel selbst hatte sich am Vortag ähnlich geäußert.
Krise dämpft Eon-Geschäfte - Bernotat geht
Düsseldorf (dpa) - Eon-Chef Wulf Bernotat nimmt mit einer gemischten Bilanz 2009 Abschied vom größten deutschen Strom- und Gaskonzern: Erstmals seit seinem Amtsantritt vor sieben Jahren verzeichnete das Unternehmen bedingt durch die tiefgreifende Wirtschaftskrise und fallende Gaspreise beim Umsatz und Gewinn leichte Rückgänge. Bernotat zeigte sich dennoch zufrieden. Die Rezession habe zwar die Geschäfte beeinträchtigt, aber Eon befinde sich auf Kurs. Trotz der Geschäftseinbußen ist Eon im vergangenen Jahr vergleichsweise glimpflich aus der Krise gekommen. Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 82 Milliarden Euro, der um Zukäufe bereinigte Jahresüberschuss gab um 5 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro nach.
Deutscher Export zum Jahresauftakt eingebrochen
Wiesbaden (dpa) - Die Hoffnungen auf den Außenhandel als Treiber der deutschen Wirtschaft haben einen Dämpfer erhalten: Im Januar sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 6,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Die Einfuhren nahmen gleichzeitig um 6,0 Prozent zu. Verglichen mit dem schwachen Januar 2009 ergab sich bei den Ausfuhren ein leichtes Plus von 0,2 Prozent. Die Einfuhren verringerten sich auf Jahressicht um 1,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Wirtschaftskrise die deutschen Exporteure mit voller Wucht getroffen. Die Ausfuhren waren gegenüber Januar 2008 um dramatische 20,7 Prozent abgestürzt. Zum Jahresende 2009 zogen die Exporte dann aber wieder an, was Experten als Zeichen für eine allmähliche Konjunkturerholung sahen.
Naturkatastrophen und niedrige Zinsen belasten Munich Re
München (dpa) - Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re stellt sich nach hohen Schäden aus Naturkatastrophen auf ein schwieriges Geschäftsjahr ein. Wegen der Belastungen durch den Orkan «Xynthia» und das Erdbeben in Chile sowie der niedrigen Zinsen dürfte der Gewinn in diesem Jahr zurückgehen, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Am angepeilten Überschuss von mehr als zwei Milliarden Euro in diesem Jahr hielt Konzernchef Nikolaus von Bomhard aber fest. 2011 sei dann wieder ein Gewinnanstieg in Sicht. Im vergangenen Jahr hatte die Munich Re noch 2,56 Milliarden Euro verdient. Weitere Geschäftschancen verspricht sich Bomhard durch den neuen Markenauftritt der Erstversicherungstochter Ergo und neue Lösungen in der Rückversicherung.
Daimler erwartet Trendwende auf Lkw-Markt
Stuttgart (dpa) - Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller Daimler rechnet in diesem Jahr mit einer Trendwende auf dem Lkw-Markt. «In der Truck-Industrie lichtet sich nach dem Krisenjahr 2009 der Nebel», sagte der Chef der Sparte Daimler Trucks, Andreas Renschler, am Mittwoch. «Aber es wird ein langsamer Aufstieg werden.» Der Manager geht für 2010 von einem leichten Absatzplus und einem deutlich steigenden operativen Ergebnis für die Lkw-Sparte aus. Im Vorjahr waren die Verkäufe massiv um 45 Prozent im Jahresvergleich auf 259 328 Fahrzeuge eingebrochen. Für das laufende Jahr dämpfte Renschler trotz anziehender Absatzzahlen zu große Erwartungen: Daimler werde weiter deutlich unter dem Niveau des Jahres 2008 bleiben.
Verbraucherpreise steigen stärker als erwartet
Wiesbaden (dpa) - Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Februar stärker gestiegen als erwartet. Mit einem Plus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb die Teuerungsrate aber weiterhin vergleichsweise moderat. In einer ersten Schätzung war das Statistische Bundesamt von 0,4 Prozent ausgegangen. Als Grund für die Korrektur nannte die Wiesbadener Behörde am Mittwoch die Beiträge zur Kraftfahrzeugversicherung: Dabei war Ende Februar ein Rückgang um 15 Prozent veranschlagt worden. Tatsächlich sanken die Beiträge aber nur um knapp zwei Prozent. Von Januar auf Februar 2010 erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent. In ihrer ersten Schätzung waren die Statistiker von 0,2 Prozent ausgegangen.
Dax behauptet sich im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Nach frühen Verlusten hat sich der Dax am Mittwoch leicht ins Plus vorgearbeitet. Er verzeichnete Gewinne von 0,19 Prozent auf 5897 Punkte. Der MDax legte um 0,64 Prozent auf 7877 Punkte zu und der TecDax rückte um 0,78 Prozent auf 836 Zähler vor. Am Rentenmarkt lag die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 2,77 Prozent. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,3610 (Dienstag: 1,3557) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7348 (0,7376) Euro.


