Boxer Arslan kämpft ohne Fäuste...

...für ein respektvolles interkulturelles Miteinander an der Johannes-Landenberger-Schule

WAIBLINGEN (pm). Seit 1. Oktober läuft an der Johannes-Landenberger-Schule (JLS) das interkulturelle Projekt „Fabi – Platz für Unterschiede“. Die JLS ist die private Sonderberufs- und Sonderberufsfachschule am Berufsbildungswerk Waiblingen und seinen Außenstandorten in Esslingen und Schwäbisch Gmünd. Firat Arslan, Boxweltmeister von 2007, hat als Schirmherr den Schülern seine persönliche Unterstützung zugesichert.

Fabi steht als Kurzwort für den Projektslogan „Fremd? Anders! Bereit zur Integration?“. Dessen Ziel ist es, durch vielfältige Projektarbeiten in den Klassen die interkulturellen Kompetenzen der Schüler zu stärken. Dabei werden bewusst nicht nur Schüler mit Migrationshintergrund einbezogen, sondern gerade auch diejenigen, die keine Migrationserfahrung haben. Offenheit für Menschen mit anderen kulturellen Wurzeln kann man lernen, dafür brauchen die Schüler Vorbilder. Firat Arslan ist als Idol der Schüler ein solches Vorbild. Als türkischer Schwabe gibt er ein Beispiel für gelungene Integration. Im Boxring und außerhalb begegnet er den Menschen mit großem Respekt. Damit hat er in seinem Leben gute Erfahrungen gemacht und möchte diese mit seinem Engagement an die Schüler weitergeben. Momentan bereitet sich Firat Arslan auf seinen nächsten Kampf vor. Er hat aber dem Projektteam für die Zeit danach tatkräftige Unterstützung zugesichert.

Neben den pädagogischen Zielen soll in enger Zusammenarbeit mit Betrieben, Institutionen und Vereinen auch die breite Öffentlichkeit für die Herausforderungen eines kulturell vielfältigen Miteinanders in der Gesellschaft und besonders in der Arbeitswelt sensibilisiert werden.

Das Projekt läuft bis Anfang 2012. Bis dahin stellen die Schüler ein Lesebuch her, in dem sie ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit anderen Kulturen beschreiben und ihre Gedanken niederlegen. Weiter soll eine interaktive DVD entstehen, auf der die Jugendlichen ihre Überlegungen zum Thema kulturelle Vielfalt in Form von Kurzfilmen, kleinen PC-Spielen, Werbespots und anderen Arbeiten darstellen. Die DVD soll anderen Schulen für den interkulturellen Unterricht zur Verfügung gestellt werden. Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter www.platz-für-unterschiede.de.

Fabi wird als sogenanntes Xenos-Projekt mit Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen Sozialfonds unterstützt. Im Bundesprogramm Xenos geht es um Aktivitäten gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in arbeitsmarktbezogenen Maßnahmen an der Schnittstelle zwischen Schule, Ausbildung und Arbeitswelt. Abgeleitet vom altgriechischen xénos – der Fremde, der Gastfreund – steht der Name des Programms für Toleranz, Weltoffenheit und zivilgesellschaftliches Engagement.